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    Confluentes Ensemble auf Burg Namedy: Französische Bläsermusik sprüht nur so vor spanischem Flair

    Studiert haben sie an Hochschulen in Deutschland und anderen europäischen Ländern, schon früh haben sie in verschiedenen Jugendorchestern und jetzt in angesehenen Orchestern musiziert, etwa der Rheinischen Philharmonie wie die Flötistin Patrizia Ruiz. Gemeinsam ist allen fünf Musikern: Sie kommen aus Spanien und spielen ein Blasins-trument, seit 2014 auch im Confluentes Ensemble – weil sich in Koblenz, wo sich alle zum Proben treffen, Rhein und Mosel und die musikalischen Wege der Mitglieder kreuzen.

    Das Foto zeigt die Musiker Lourdes Higes (von links), Miguel Dopazo, Patricia Ruiz, Jacopo Christiani und Héctor Salgueiro Garcia. Foto: Lieselotte Sauer-Kaulbach
    Das Foto zeigt die Musiker Lourdes Higes (von links), Miguel Dopazo, Patricia Ruiz, Jacopo Christiani und Héctor Salgueiro Garcia.
    Foto: Lieselotte Sauer-Kaulbach

    Glücklicherweise, denn das Zusammenspiel zwischen Patrizia Ruiz (Flöte), Lourdes Higes Marquez (Oboe), Miguel Dopazo (Klarinette), Héctor Salgueiro Garcia (Horn) und Jacopo Cristiani (Fagott) gestaltet sich – wie beim Konzert in der Reihe „Die Rheinische auf Burg Namedy“ zu hören war – ausgesprochen harmonisch. Schließlich haben sich die fünf auch ein appetitanregendes Programm ausgesucht: Kammermusik französischer Komponisten des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Komponisten wie Eugène Bozza, der in den 1920er- und 1930er-Jahren am Pariser Conservatoire studierte.

    Sein Scherzo op. 48 ist ein sanftes Fließen mit wogenden Läufen aller Instrumente. Wie Bozza bemühte sich auch der Flötist und Komponist Paul Taffanel besonders um die Holzbläser, gründete gar eine entsprechende Gesellschaft, die „Société de musique de chambre pour instruments à vents“, für die er 1878 auch sein Quintett in g-Moll schrieb. Dessen drei Sätze sind geprägt durch ihren weichen, gefühlvollen, eben französischen Bläserklang, besonders im langsamen Satz. In den schnelleren Ecksätzen gesellen sich dazu tänzerische Leichtigkeit und Grazie.

    Musik, wie sie ein Didier Favre, der 1961 in Grenoble geborene Hornist der Philharmonie von Monte Carlo, auch heute noch schreibt mit seinem so spielerisch wie gezielt mit Kontrasten jonglierenden „Vent de folie“. Musik, wie sie zu Zeiten von Bozza im letzten Sommer vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Darius Milhaud in der ländlichen Idylle des Schweizer Wallis komponierte mit seinem op. 205 „La Cheminée du Roi Réné“. Sieben kleine, farbige Miniaturen schildern Szenen aus dem Leben am Hof des provenzalischen Königs Réné vom repräsentativen Aufzug des Gefolges über das zarte Morgenständchen, das akrobatische Treiben der Jongleure und die königliche Jagd bis zum nächtlichen Liebesgesang. Da können sich besonders Oboe und Flöte arabesk oder gemütvoll profilieren.

    Eine besonders reizvolle Aufgabe wartet auf Lourdes Higes Marquez auch in Maurice Ravels zunächst für Singstimme und Klavier geschaffenem „Pièce en forme de Habanera“, das auf den Spuren des seit Berlioz' „Carmen“ angesagten kubanischen Tanzes wandert, zunächst beinahe tastend, dann mit lustvoller Hingabe. Ein Highlight für seine Besetzung hebt sich das Confluentes Ensemble für das Finale auf: Jacques Iberts „Drei kurze Stücke“, meisterlich in der Mischung der individuellen Klangfarben der fünf Instrumente.

    Da darf sich auch das Horn immer wieder mit markanten Einwürfen zu Wort melden, ohne die Ausgewogenheit des Ganzen zu stören. Als Zugabe muss es dann etwas Spanisches sein: Manuel de Fallas spektakulärer „Feuertanz“, von Garcia selbst für Bläserquintett bearbeitet. Die Antwort sind Bravorufe aus dem kleinen, aber begeisterten Publikum.

    Von unserer Mitarbeiterin Lieselotte Sauer-Kaulbach

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