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Münstermaifeld

Comedy in Münstermaifeld: Wie Begge Peder seine Kontrahenten versöhnt

Heinz Israel

Wer mehr als zwei Stunden mal so richtig lachen will, der ist beim Begge Peder alias Peter Beck goldrichtig. In der voll besetzten Münstermaifelder Stadthalle ist der Comedian am Wochenende bereits zum zweiten Mal aufgetreten. „Kommer nitt so“ heißt der Titel seines sechsten Programms, mit dem der beliebte Nörgler die Zuschauer in ein entspanntes Dauerlachen versetzt.

Mit viel Witz und treffsicheren Pointen beschrieb der Begge Peder in der Münstermaifelder Stadthalle das alltägliche Miteinander, das ihm Munition liefert für skurrile Geschichten.  Foto: Heinz Israel
Mit viel Witz und treffsicheren Pointen beschrieb der Begge Peder in der Münstermaifelder Stadthalle das alltägliche Miteinander, das ihm Munition liefert für skurrile Geschichten.
Foto: Heinz Israel

Der Hesse braucht keine aufwendige Verkleidung für seine bekannte Hausmeisterrolle. So betritt er zunächst in „Zivil“ die Bühne und verwandelt sich daselbst mit Brill‘, Zähn‘ und Kapp‘ in das äußerst bekannte Lästermaul.

Mit seiner bescheidenen Aufmachung verblüfft er auch im realen Straßenverkehr die Mitmenschen, wie er erzählt. Er hat immer Zähn‘ und Kapp‘ im Auto, die er bei brenzligen Situationen zur Hilfe nimmt. Und schon ist der aufgeregte Kontrahent versöhnt.

Viel Spott gießt Begge Peder über die passionierten Ikea-Kunden aus, die sich beim Abtransport der „Press-Span-Platten“ darüber wundern, dass ihr Auto kleiner geworden ist und die Ehefrau energisch einwirft: „Diesmal bleibe ich aber nicht hier!“. Er selbst, so verrät der Begge Peder, brauche keinen Kleiderschrank, ihm genüge ein Stuhl oder der Badewannenrand.

Auch die SUV-Fahrern, die mit ihrem „Hinterteil“ nicht mehr aus dem Auto rauskämen, bekommen ihr Fett weg. Weiter erzählt er von seinem Freund, dem „Wertstoff-Günter“ und seinem „140-Kilo-Täubchen“. Beide verkehrten zusammen mit Tochter Melanie regelmäßig beim „Schachtel-Wirt“, also der großen Fastfood-Kette. Das Töchterchen, es habe sich komplett die Augen zugefressen, tanze die Hebefiguren im Ballett und ihretwegen habe man den Schwingboden weg gemacht und durch Beton ersetzt. „Die tritt uns sonst die Drainage kaputt“, so der Verein.

Für den täglichen Kampf um die Parkplätze am Supermarkt hat der Begge Pede eine dreiste Ausrede parat. Er parke immer auf den Plätzen für Mutter mit Kind. Beschwert sich jemand, so sagt er: „Meine Mutter ist drin einkaufe.“ Von einer Altersbegrenzung sei ihm nichts bekannt.

Auch mit Blick auf die neuen Bundesländer hält sich der Begge Peder nicht zurück. Für seinen Bekannten, den Mike aus Bitterfeld, sagt er für das Jahr 2019 eine drastische Veränderung voraus: „Dann müssen die Zonis all zurück“. Denn dann würden die neuen Bundesländer zu sicheren Herkunftsländern erklärt. Auch solch deftige Witze nimmt ihm das Publikum nicht übel.

Gerne wirft der Hausmeister einen weiten Blick zurück, als er noch mit seinem Bruder, dem Begge Albert, samstags in der Familienbadewanne saß. „Mein Bruder war als Letzter dran und der ist montags mit fettigen Kränzen in die Schule gekommen.“

Peter Beck erhielt in Münstermaifeld für seine pointierte Unterhaltung viel Applaus. Das Publikum ging zufrieden nach Hause und hatte sich mehr als zwei Stunden lang köstlich amüsiert.

Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

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