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    Brexit: Städtepartner in Mayen und Godalming hoffen auf ein Nein

    Wenn Liz Wheatley in einigen Tagen aus dem Urlaub zurückkommt, dann könnte ihr Heimatland nicht mehr so sein, wie sie es bei ihrer Abreise verlassen hat. Denn am Donnerstag stimmen die Briten darüber ab, ob sie ein Teil der Europäischen Union bleiben wollen - oder eben nicht. Für Wheatley ist die Sache klar. Als Vorsitzende der Godalming/Mayen Association, dem Partnerschaftsverein in Mayens englischer Partnerstadt Godalming, ist ihr die internationale Zusammenarbeit wichtig. Ihre Stimme - natürlich für "Remain", den Verbleib in der EU - hat sie längst abgegeben.

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

    Wheatleys Mitstreitern in der Godalming/Mayen Association geht es da ähnlich. Das vermutet die Vorsitzende zumindest. Ein offizielles Diskussionsthema war das Referendum nämlich nicht. "Aber zwei Damen im Verein sind Deutsche, die mit inzwischen verstorbenen Engländern verheiratet waren. Da nehme ich an, dass sie für ,Remain‘ stimmen", sagt Wheatley. Ein anderes Mitglied engagiert sich auch für die Partnerschaft mit Joigny in Frankreich - und ist daher ebenfalls eine mutmaßliche "Remain"-Wählerin. "Und unser früherer Vorsitzender ist sogar in der politischen ,Remain‘-Kampagne aktiv", berichtet Wheatley.

    Doch so eindeutig positiv wie Wheatley und die Mitglieder der Godalming/Mayen Association beantworten nicht alle Briten die Frage nach einem Verbleib in der EU. Der Ausgang des Referendums ist völlig offen. Dieses Aufeinandertreffen unterschiedlicher Meinungen zeige sich auch in Godalming, wie Wheatley berichtet. In der Kleinstadt südwestlich von London, rund 50 Kilometer Luftlinie vom Zentrum der britischen Politik entfernt, betrachte man die Abstimmung mit gemischten Gefühlen. Das Referendum spalte die Gesellschaft. Selbst Ehepaare seien sich nicht einig, erzählt Wheatley aus eigener Erfahrung: Während sie selbst den Verbleib Großbritanniens in der EU möchte, favorisiert ihr Ehemann einen Austritt, den sogenannten Brexit.

    Gespannt verfolgt auch Bettina Cornely das Referendum. Die Vorsitzende des Deutsch-Englischen Freundschaftskreises aus Mayen wünscht sich "von Herzen, dass Großbritannien in der EU bleibt. Wir fühlen uns England sehr verbunden." In den vergangenen Jahrzehnten seien enge Freundschaften entstanden. Und die wollen die Vereinsmitglieder auch in Zukunft pflegen. Die nächste Reise nach Godalming ist schon geplant, Ende Juli soll es losgehen. "Dann werden wir uns sicher auch über das Referendum austauschen", sagt Cornely.

    Ein EU-Austritt der Briten könnte für den Deutsch-Englischen Freundschaftskreis ganz konkrete Folgen haben. "Die Einreise würde vermutlich schwieriger werden", sagt Cornely. "Und auch das Einkaufen in England könnte nach einem Austritt teurer werden." Auf die grundsätzliche Arbeit ihres Vereins hätte ein Brexit aber keine Auswirkungen, versichert die Vorsitzende. "Für unseren persönlichen Austausch spielt es keine Rolle, ob Großbritannien in der EU ist oder nicht. Dafür kennen wir uns schon viel zu lang."

    Dass in Großbritannien aber offenbar viele Menschen den Wunsch haben, weiter von Europa abzurücken, "das ist schon ein komisches Gefühl", räumt Cornely ein. Und auch wie sich die Diskussion um den Brexit auf der Insel in den vergangenen Wochen immer mehr verschärft hat, das betrachtet die Vorsitzende des Deutsch-Englischen Freundschaftskreises mit Sorge. "Das ist emotional zu sehr hochgekocht", sagt Cornely, die hofft, dass sich am Ende die Stimme der Vernunft durchsetzt.

    Der unklare Ausgang der Volksabstimmung macht sie einerseits nervös. Andererseits sagt sie aber auch: "Ich bin zuversichtlich, dass die Briten Nein zum Brexit sagen." Ähnlich formuliert es auch Liz Wheatley: "Sollten wir die EU verlassen, dann würde mich das unglaublich traurig machen", sagt die Vorsitzende der Godalming/Mayen Association. "Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben."

    Ergebnisse des Referendums gibt es in der Nacht zum Freitag

    Wie das EU-Referendum in Großbritannien ausgehen wird, das kann noch niemand mit Sicherheit sagen. Sicher ist aber, dass den Briten – und allen, die sich für die Abstimmung interessieren – ein langer Tag auch eine lange Nacht bevorstehen. Ein vorläufiges Endergebnis wird es voraussichtlich erst am Freitagmorgen geben.

    Am Donnerstag sind die Wahllokale von 7 bis 22 Uhr britischer Zeit geöffnet, also aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen von 8 bis 23 Uhr unserer Zeit. Danach beginnt die Auszählung. Abgestimmt wird in 382 Wahlbezirken. Rund 45 Millionen registrierte Wähler können ihre Stimme abgeben.

    Prognosen oder Hochrechnungen, wie man sie von anderen Wahlen kennt, soll es nicht geben. Experten begründen das mit dem Fehlen entsprechender Vergleichsdaten. Im Laufe der Nacht zum Freitag werden aber die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken nach und 
nach bekannt gegeben. Die meisten Resultate werden für die Zeit zwischen 3 und 5 Uhr deutscher Zeit erwartet.

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