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Bierhaus: OB schämt sich für Diskussionskultur

Drohanrufe und Beschimpfungen – wenn es gegen das Bierhaus geht, das die M&R Gastro GmbH im Alten Rathaus in Mayen einrichten möchte, scheinen einigen Gegnern fast alle Mittel recht zu sein. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagt Marco Raskob, einer der beiden Geschäftsführer von M&R Gastro. „Die Anrufer haben mir unmissverständlich und mit deutlichen Worten klargemacht, dass sie gegen das Bierhaus sind und alles dafür tun werden, dass es schnell wieder verschwindet“, erzählt er. „Wenn wir unser Bierhaus eröffnen, würden wir ein blaues Wunder erleben.“

Ins Alte Rathaus in Mayen sollte ein Bitburger Bierhaus einziehen. Doch dann zogen sich die Investoren aus dem Projekt zurück.
Ins Alte Rathaus in Mayen sollte ein Bitburger Bierhaus einziehen. Doch dann zogen sich die Investoren aus dem Projekt zurück.
Foto: Andreas Walz

Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis ruft die Bierhaus-Gegner zur Mäßigung auf: „Stänkern, pöbeln, diffamieren und bedrohen sind schlichtweg kein Mittel des Meinungsausdrucks!“ Für solche Methoden habe er „absolut kein Verständnis“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Mayen. „Ich bin entsetzt über diese Art der Reaktionen und schäme mich für das Verhalten dieser Mitbürger!“

Treis berichtet zudem, dass nicht nur die potenziellen Investoren angegriffen worden seien, sondern auch Mitarbeiter der Bitburger Braugruppe, die mit dem Bierhaus-Projekt nichts zu tun haben. In diesen Fällen gehe es offenbar nicht mehr darum, „ob man sich eine Gastronomie im Alten Rathaus vorstellen kann oder nicht“, sagt Treis.

Vielmehr stelle sich die Frage, was diese Bierhaus-Gegner tatsächlich antreibt. „Geht es vielleicht doch mehr um eigene, wirtschaftliche Motive?“, mutmaßt Treis. Dazu würde ein Vorwurf passen, den sich Marco Raskob anhören musste. Ihm hat ein Anrufer vorgehalten, „dass Gastronomen aus Bitburg kommen, um in Mayen Geld zu verdienen“, berichtet er. Stattdessen sollten besser einheimische Gastronomen zum Zug kommen.

Kritikern, denen es tatsächlich um das historische Gebäude am Mayener Marktplatz geht, möchte OB Treis ihre Bedenken nehmen. „Es wird keinerlei Veränderungen an der Fassade des Alten Rathauses geben, und auch im Inneren werden nur geringe Umbauten für die Einrichtung der Bis- troküche vonnöten sein, die selbstverständlich alle mit dem Denkmalschutz des historischen Gebäudes in Einklang gebracht werden.“ Zudem würden die Repräsentationsräume im Obergeschoss, die die Stadt zum Beispiel für Empfänge oder Trauungen nutzt, weiterhin zur Verfügung stehen. „Die Bierhausbetreiber nutzen lediglich das Erdgeschoss sowie einen Nebenraum im Obergeschoss und die Toilettenanlage“, stellt der Oberbürgermeister klar.

Treis wünscht sich nun die Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion. Es sei „völlig legitim, seine Meinung zu vertreten und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die unsere Demokratie dafür bietet“, betont der Stadtchef. „Was hier passiert, geht jedoch weit über sachliche Diskussionen und demokratische Mittel hinaus.“ Für eine sachliche Auseinandersetzung plädiert auch Marco Raskob. „Wir werden bei dieser Polemik nicht mitmachen.“

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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