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    Bewegender Abschied von Koblenzer Rocker Thorsten Kammerer

    Unter großer Anteilnahme ist der tödlich verunglückte Koblenzer Thorsten Kammerer im Rheinhöhen-Ruhewald Braubach in der Nähe von Dachsenhausen (Rhein-Lahn-Kreis) beigesetzt worden. Rocker aus ganz Deutschland und vielen europäischen Ländern waren gekommen, um dem 47-jährigen Vize-Europachef der Outlaws die letzte Ehre zu erweisen.

    Im Rheinhöhen-Ruhewald Braubach erwiesen die Biker Thorsten Kammerer die letzte Ehre.
    Im Rheinhöhen-Ruhewald Braubach erwiesen die Biker Thorsten Kammerer die letzte Ehre.
    Foto: Norbert Schmiede

    Von unseren Reportern

    Zuvor hatten sich die Biker am frühen Samstagmorgen mit ihren Zweirädern am idyllisch gelegenen Rosenhof bei Münstermaifeld eingefunden. Mehrere Hundert Mitglieder des Motorradclubs wollten dabei sein, wenn der tödlich verunglückte Koblenzer Thorsten Kammerer seine letzte Ruhestätte findet. "Es ist uns eine Ehrensache, heute dabei zu sein", erklärte einer der Organisatoren. Landwirt Peter Ternes, der dem Club einen Gebäudeteil seines Anwesens für ihre Treffen zur Verfügung stellt, hatte das Gelände, auf dem sonst seine Pferde grasen, für den großen Ansturm der Gäste vorbereitet. Die Mayener Polizei sorgte für einen sicheren Verkehrsfluss. Pausenlos treffen Biker in Pulks an der Hofzufahrt ein. Man kennt sich von den regelmäßigen Treffen und begrüßt sich herzlich.

    Auf einen kurzen Aufruf hin machen die Fahrer ihre Maschinen startklar. Zügig verlässt der Tross das Areal. Angeführt von einem Polizeifahrzeug setzt sich der Konvoi um 11.06 Uhr in Bewegung. Auf dem zweispurigen Teil der Autobahn 61 fährt der Korso im geschlossenen Verband über beide Spuren. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Menschenmengen, die den Korso bestaunen. Um kurz nach 12.30 Uhr - nach einer Fahrt ohne Zwischenfälle - erreicht der Korso Dachsenhausen.

    Gegen 13.15 Uhr wird der lange steile Weg zum Rheinhöhen-Ruhewald Braubach auf beiden Seiten gesäumt von zahllosen Motorrädern. Wie ein Spalier haben die Rocker der Outlaws und befreundeter Clubs ihre Maschinen entlang des Weges positioniert. "Wish You Were Here" (Ich wünschte, du wärest hier) tönt aus den Lautsprechern, als sich inzwischen geschätzt 600 Trauergäste, Familie, Freunde, Nachbarn und Rockerkollegen, in stiller Einkehr um die Grabstätte unter einem Baum versammelt haben, um Abschied zu nehmen. Zwischen zwei Bäumen ist ein Banner mit seinem Konterfei und der Aufschrift "In Memory of Thorsten 1%er - Outlaws MC Koblenz" gespannt. Seine Koblenzer Freunde tragen ein T-Shirt mit gleichem Aufdruck. Zuvor haben sich viele in ein Kondolenzbuch eingetragen, neben dem Fotos des Mannes zu sehen sind, der am 2. Juli bei einem Motorradunfall auf der B 421 in der Nähe von Simmern im Hunsrück tödlich verunglückt war.

    Eine Trauerrednerin zeichnet ein plastisches Bild des Verstorbenen. Sie berichtet von seiner Angelleidenschaft oder die Lust des Mitinhabers der Koblenzer Diskothek "Dreams" am Bienenzüchten. "Er war wie eine Dampfwalze mit der Fähigkeit, Blumen zu pflanzen", beschreibt ihn ein Outlaw und spannt den Bogen von einem rauen Äußeren hin zu der Gabe, immer für andere da zu sein.

    Gundolf Hürth, der Nachbar des Verstorbenen, kann dies nur unterstreichen. "Einen hilfsbereiteren Nachbarn kann man sich nicht vorstellen", verrät er uns am Rande der Trauerfeier.

    Als die hölzerne Urne bestattet wird, scheinen selbst die Blätter der Bäume in Ehrfurcht zu erstarren. "Ich hatte einen Kameraden" intoniert ein Trompeter, als sich eine lange Reihe formiert, um persönlich von Thorsten Kammerer Abschied zu nehmen, Blütenblätter oder Erde ins Grab zu geben.

    Man geht auseinander, zurück zu den Motorrädern, wünscht sich eine gute Fahrt. Ebenso unaufgeregt, wie man gekommen war, verlässt man den Ruhewald wieder. Für die Polizei, die auch die Rückfahrt begleitet, kein schwieriger Einsatz. "Alles ist ohne Zwischenfälle verlaufen, es gab relativ wenig Verkehrsbehinderungen", zieht Lars Brummer von der Polizeidirektion Mayen ein positives Fazit.

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