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Andernach

Besuch im Weihnachtsdorf: Warum bei der Lebenden Krippe die Esel fehlten

Patrick van Schewick

Besucher, Budenbesitzer und die Darsteller des Krippenspiels sind sich einig: Die Lebende Krippe im Andernacher Weihnachtsdorf auf dem Marktplatz hat auch nach fast drei Jahrzehnten nichts von ihrer Faszination verloren. So lockten am ersten Weihnachtsdorf-Wochenende die Aufführungen wieder einige Hundert Besucher in die Bäckerjungenstadt.

Zur dritten Vorstellung der Lebenden Krippe hatten sich beispielsweise 300 Menschen eingefunden. Damit lag die Besucherzahl nur leicht unter dem Durchschnitt, wie Spielleiter Thomas Mannstein verriet. Der Schnitt liegt pro Vorstellung zwischen 350 und 400 Besuchern. Etwa 20 Minuten dauert das Spiel, das vor allem die Kleinsten reichlich begeistert.

Katja Kesslem und Ralf Röches gehören sozusagen zum Inventar der Lebenden Krippe. Beide sind schon von Anfang an dabei. Seit 26 Jahren spielt Röches den Josef. Katja Kesslem war noch ein Kind, als sie anfing, in der lebenden Krippe mitzuwirken. Ihre Rolle ist dabei nicht festgeschrieben. Mal spielt sie den Engel, mal die Maria. Was sie nach so vielen Jahren immer wieder motiviert mitzuspielen? Kesslem empfindet es vor allem schön, den Kindern eine Freude zu machen: „Wenn man reinkommt, bekommen die Kinder große Augen, und dann hüpft das Herz schon.” Außerdem will sie einen Beitrag leisten, dass die Weihnachtsgeschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Stammgästen der Lebenden Krippe fiel es direkt auf: Bei der dritten Aufführung fehlten Darsteller. So waren keine Esel im Stall. Der Grund für die Abwesenheit war recht simpel: Die Esel wollten nicht in den Transporter, der sie zum Weihnachtsdorf fahren sollte. Spielleiter Thomas Mannstein blieb gelassen und kommentierte es schmunzelnd: „Tiere sind halt auch nur Menschen, und wenn sie keine Lust haben, dann muss man das akzeptieren.” In Zukunft sollen dafür mehr Lämmer, Ziegen und Schafe zu den Aufführungen mitkommen. Hintergrund: In diesem Jahr müssen die Tiere von der Permakultur in Eich mit einem Viehwagen zu den Aufführungen gefahren werden. Früher stammten sie noch von einem Bauernhof in der unmittelbaren Nähe zum Stadtzentrum. Da war der Weg kürzer und alles unkomplizierter.

Wie beurteilen die Budenbesitzer das Andernacher Weihnachtsdorf und die Lebende Krippe? Anni Altmeier betreibt einen Stand, in dem sie gebrannte Mandeln und andere Leckereien verkauft. Sie ist mit Organisator Peter Heinen verwandt und nun das zweite Mal dabei. Die Lebende Krippe kannte sie davor nicht und ist von ihr begeistert. Altmeier, die aus der Eifel stammt und ansonsten auf Festen an der Mosel ihre Bude betreibt, macht den Besuchern des Weihnachtsdorfes ein großes Kompliment: „Ich habe noch nie ein so nettes Publikum getroffen wie hier.” Jetzt wünscht sie sich natürlich ein gutes Geschäft und vor allem auch besseres Wetter für die restliche Zeit, in der das Weihnachtsdorf geöffnet hat. Mit diesem Wunsch steht sie nicht allein da. Auch Marika Schmitt aus Lehmen, die an ihrer Bude Reibekuchen verkauft, sagt: „Regen ist das Schlimmste.” Schmitt ist mit ihrer Bude schon seit 36 Jahren in Andernach dabei. In der Zeit hat sie viele Freunde gewonnen. Ihr Urteil über den Andernacher Weihnachtsmarkt: „Klein, aber fein.”

Bis zum 23. Dezember hat das Weihnachtsdorf täglich von 11 bis 20 Uhr, am 23. Dezember bis etwa 16 Uhr geöffnet. Die Aufführungen der Lebenden Krippe finden an jedem Adventswochenende freitags bis sonntags um 15 und um 18 Uhr statt.

Von unserem Mitarbeiter Patrick van Schewick

C-Andernacher Weihnachtsdorf -pvs--BZ

Die Aufführungen der Lebenden Krippe sind sicher das Glanzlicht des Andernacher Weihnachtsdorfes. Das hat darüber hinaus aber noch viel mehr zu bieten.

Fotos: Heinz Israel (4) Patrick van Schewick (1)

Weitere Fotos im Internet unter www.rhein-zeitung .de/andernach oder wenn Sie das Foto mit der App RZplus scannen.

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