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Andernach

Andernacher Rosenmontagszug: Polizeikameras schrecken potenzielle Unruhestifter ab

Martina Koch

Damit die Andernacher Jecken sicher feiern können, hatten die Veranstalter des Rosenmontagszugs, die Stadt und die örtlichen Einsatzkräfte ein umfangreiches Konzept erarbeitet. Doch ging dieses auch auf? In der RZ ziehen die Verantwortlichen eine überwiegend positive Bilanz – mit einem Wermutstropfen.

Die Andernacher Polizei zeigte zu Rosenmontag schwerpunktmäßig in den Rheinanlagen Präsenz, wo traditionellerweise viele junge Leute zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern. Mit Bodycams fertigten einzelne Beamte Videoaufnahmen an, was nach Beobachtungen der Polizei potenzielle Straftäter abschreckt.
Die Andernacher Polizei zeigte zu Rosenmontag schwerpunktmäßig in den Rheinanlagen Präsenz, wo traditionellerweise viele junge Leute zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern. Mit Bodycams fertigten einzelne Beamte Videoaufnahmen an, was nach Beobachtungen der Polizei potenzielle Straftäter abschreckt.
Foto: Martina Koch

Jürgen Marx, Einsatzleiter und kommissarischer stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Andernach, hat an Rosenmontag aus der Einsatzzentrale im Rheintor einen guten Blick auf die Zugstrecke, an der am späten Nachmittag zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene ausgelassen feiern, während die Prunkwagen an ihnen vorüberrollen. Einige der Zuschauer sind deutlich angetrunken und drängen immer wieder auf die Straße, um dort Bekannte zu begrüßen, die im Zug mitlaufen. Die Polizei ist mit einem halben Dutzend Beamten im Einsatz, die die jungen Jecken ermahnen und sanft zurückdrängen, wenn sie auf die Zugstrecke geraten. Zusätzlich sind Mitarbeiter des Ordnungsamts und Streetworker der Stadt unterwegs.

Dicht gedrängt stehen die Besucher vor dem Rheintor an der Zugstrecke.
Dicht gedrängt stehen die Besucher vor dem Rheintor an der Zugstrecke.
Foto: Martina Koch

Einsatzleiter Marx betrachtet das Geschehen aus der Höhe entsprechend gelassen. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Er erfährt es als erstes, wenn die Lage irgendwo entlang der Zugstrecke zu eskalieren droht.

Doch bis in den späten Nachmittag hinein feiern die Jecken friedlich – selbst in den Rheinanlagen, die neben dem Marktplatz als neuralgischer Punkt im Rosenmontagseinsatz gelten. „Wir haben uns hier ganz bewusst mit einem Mannschaftsbus postiert, um Präsenz zu zeigen“, erläutert der Einsatzleiter. Die Taktik geht auf: Während des Umzugs wird den Beamten keine einzige Körperverletzung gemeldet.

Selbst als sich die Rosenmontagssause von der Straße in die Kneipen der Stadt verlagert, bleibt es ruhig: „Wir haben insgesamt nur ganz wenige Geschehen mit strafrechtlicher Relevanz“, berichtet der kommissarische Leiter der Andernacher Polizeiinspektion, Thomas Reuter, am Dienstagvormittag. Lediglich einen Platzverweis mussten die Beamten in den Abendstunden aussprechen, größere Auseinandersetzungen gibt es nicht. „Das Aggressionspotenzial war gering“, bilanziert Reuter.

Die Summe der Maßnahmen habe dazu geführt, dass die Andernacher sicher feiern konnten, ist Reuter überzeugt. Dazu zählt auch, dass einige der eingesetzten Beamten mit Videokameras, so genannten Bodycams, ausgestattet waren. „Selbst Alkoholisierte merken es, wenn sie aufgenommen werden. Die Kameras haben eine präventive Funktion.“ Auch der Einsatz von Streetworkern habe sich bewährt, betont Reuter: „Als geschulte Kräfte können diese gut auf die Gruppen einwirken.“

Auch der Präsident des Festausschusses des Andernacher Karnevals, Lutz Schnitzendöbel, ist am Tag danach hoch zufrieden mit der Zusammenarbeit aller Beteiligten für einen sicheren Rosenmontagsumzug: „Das war ein gelungener Schulterschluss zwischen den Gremien, von dem in erster Linie die Zuschauer profitierten.“ Zwischen 40.000 und 50.000 Besucher verfolgten den Zug vom Straßenrand aus, schätzt Schnitzendöbel – so viele wie selten zuvor.

„Alles lief vollkommen problemlos, es gab keine Zwischenfälle und des wurde auch nicht übermäßig viel Alkohol getrunken“, blickt der Karnevalist zufrieden zurück auf den tollen Tag. Lediglich einen Wermutstropfen kann Schnitzendöbel ausmachen: das Verhalten einiger der jugendlichen Teilnehmer aus den beiden Abiturientenfußgruppen. Die Nachwuchsarbeit spielt bei den Andernacher Karnevalisten eine große Rolle: Wenn es darum geht, jungen Menschen das närrische Brauchtum näherzubringen, sind die Aktiven mit Feuereifer bei der Sache. Umso schwerer fällt es Schnitzendöbel einzuräumen: „Wir mussten eine der Gruppen mehrmals verwarnen.“ Einige Teilnehmer waren im Vorfeld im betrunkenen Zustand nicht den Anweisungen der Zugleitung gefolgt.

Von unserer Redakteurin Martina Koch
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