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Mayen

Aktionskreis sammelt Unterschrift gegen Bierhaus: 1300 Mayener sind schon dagegen

Jetzt ist es offiziell: Der Aktionskreis Altes Rathaus hat am Dienstag bei der Stadt Mayen ein Bürgerbegehren eingereicht, um die gastronomische Nutzung des Alten Rathauses zu verhindern. Dort soll ein sogenanntes Bitburger Bierhaus einziehen. Die Stadt Mayen verhandelt derzeit im Auftrag des Stadtrats mit dem potenziellen Investor. Die Mitglieder des Aktionskreises machen sich aber Hoffnungen, die Umnutzung des historischen Gebäudes am Marktplatz abwenden zu können.

Sie sind gegen das geplante Bierhaus: Mitglieder des Aktionskreises Altes Rathaus haben am Dienstag eine Unterschriftensammlung übergeben.
Sie sind gegen das geplante Bierhaus: Mitglieder des Aktionskreises Altes Rathaus haben am Dienstag eine Unterschriftensammlung übergeben.
Foto: Andreas Walz

In einem Bürgerentscheid sollen alle Mayener darüber abstimmen, ob die geplante gastronomische Nutzung des Alten Rathauses umgesetzt wird oder nicht. Das hat der Aktionskreis jetzt bei der Stadtverwaltung beantragt – in Form eines Bürgerbegehrens. Dafür müssen in einer Stadt von der Größe Mayens mindestens 8 Prozent der Wahlberechtigten bei einer Unterschriftensammlung mitmachen. Für Mayen sind demnach gut 1200 Unterschriften erforderlich.

Und die hat der Aktionskreis zusammenbekommen. Am Dienstag überreichte die Gruppe im Mayener Rathaus 82 Seiten mit rund 1300 Unterschriften an den Bereichsleiter Verwaltungssteuerung, Christoph Buttner. "Unser Aktionskreis ist mit der Aktion wirklich zufrieden, ohne dass wir in Selbstgefälligkeit verfallen", sagte Michael Schütte, der Sprecher des Aktionskreises. Über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens soll nun der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 21. März entscheiden.

In seiner Begründung des Bürgerbegehrens listet der Aktionskreis drei Punkte auf, die aus seiner Sicht gegen eine künftige gas­tronomische Nutzung des Alten Rathauses sprechen. Zum einen sei das Alte Rathaus ein Kulturdenkmal von besonderem historischen Wert und ein bedeutsames Symbol städtischer Selbstverwaltung. "Deshalb soll es unserer Auffassung nach nicht gewerbliches Pachtobjekt werden", schreibt der Aktionskreis.

Zum anderen bezweifeln die Mitglieder des Aktionskreises, dass das geplante Bierhaus für eine zusätzliche Belebung des Marktplatzes sorgen würde. Der Aktionskreis glaubt nicht, "dass die Attraktivität der Stadt Mayen durch ein Bierhaus mit 46 Plätzen und kalter Küche gesteigert wird".

Zudem ist der Aktionskreis der Ansicht, dass das geplante Nebeneinander von Bierhausbetrieb und städtischer Nutzung im Alten Rathaus nicht gelingen würde. "Man wird sich gegenseitig als Störfaktor empfinden", prognostiziert der Aktionskreis in der Begründung zum Bürgerbegehren. Letztlich sei daher zu befürchten, "dass am Ende das Alte Rathaus insgesamt eine Gastwirtschaft wird".

Bei der Stadt müssen die Mitarbeiter nun umfangreiche Prüfungen vornehmen und das Thema für den Stadtrat vorbereiten, heißt es aus der Verwaltung. Oberbürgermeister Wolfgang Treis weist auf Anfrage unserer Zeitung darauf hin, dass ein Bürgerbegehren "ein demokratisches Recht im Rahmen direkter Bürgerbeteiligung" ist. Über mögliche Konsequenzen für das Bierhaus-Projekt will Treis nicht spekulieren. "Vor Abschluss der Prüfungen sowie der Beschlussfassung im Rat kann von hier aus keine Einschätzung getroffen werden, welche Konsequenzen dies für das Projekt haben könnte", teilt der OB mit.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

Ausschuss diskutiert über Umzug der Tourist-Info

Damit das geplante Bierhaus überhaupt ins Alte Rathaus einziehen kann, muss vorher die Tourist-Info an einen neuen Standort umziehen. Dazu hat die Stadtverwaltung nun konkrete Pläne und beziffert die Kosten, die durch den Umzug entstehen. Das Thema steht heute auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses.

Neuer Standort der Tourist-Info soll demnach das Godalming-Haus am oberen Marktplatz werden. Das schlägt die Verwaltung den städtischen Gremien vor. Die endgültige Entscheidung in dieser Sache muss der Stadtrat fällen. Das Votum des Haupt- und Finanzausschusses gilt dabei als Beschlussempfehlung. In der Vorlage zur Ausschusssitzung nennt die Verwaltung darüber hinaus auch die finanziellen Auswirkungen des Umzugs, der mit Gesamtkosten von 55 000 Euro veranschlagt wird.

  • Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beginnt Mittwoch, 7. März, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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