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    Kruft/Koblenz

    Überfall in Kruft: So schildern Polizisten den Horror-Einsatz

    Sie waren die ersten Polizisten am Tatort des Krufter Horrorraubs. Die ersten, die das Haus am Abend des 13. Juni 2013 betraten. Die ersten, die in der Diele das überfallene Rentnerpaar sahen: er blutüberströmt, ausgeschlagene Zähne; sie verängstigt am Boden, mit gebrochenem Sprunggelenk. Es sind schockierende Szenen, die die beiden Beamten jetzt im Prozess am Landgericht Koblenz geschildert haben.

    Über den Mann (82) sagte der Polizist: „Er hatte ein komplett rotes Gesicht vom Blut. Das hat sich bei mir eingebrannt!“ Seine Kollegin beschrieb die Frau (80): „Sie war sehr aufgewühlt, den Tränen nahe.“ Die Beamten wollten den Tatort nicht kontaminieren, mögliche Spuren nicht verwischen. Die Polizistin kümmerte sich um die Rentnerin, ihr Kollege ging mit dem Mann vor die Tür.

    In der Einfahrt seines Hauses zündete sich der 82-Jährige eine Zigarette an und begann zu erzählen: Davon, dass sein Sohn gegen Mittag zu Besuch kam, dass sie gemeinsam in Obermendig Kaffe trinken gingen, dass er und seine Frau gegen 18 Uhr zurück an ihrem Haus in Kruft waren, sich noch über ihren kaputten Bewegungsmelder wunderten und darüber, dass die Alarmanlage ausgestellt war. Sie konnten nicht ahnen, dass drei maskierte Räuber in ihrem Haus lauerten, ein anderer in einem Fluchtwagen wartete.

    Als sie das Haus betraten, begann für das Ehepaar ein 45-minütiges Martyrium: Die Räuber schlugen die beiden nieder, fesselten sie, hielten ihm ein Fleischermesser an den Hals – und flohen mit Geld und Schmuck im Wert von 70 000 Euro.

    Es ist bereits der dritte Prozess zu dem Überfall: 2014 verurteilte das Landgericht Koblenz den ersten Täter zu sechseinhalb Jahren Jugendstrafe. 2015 erhielt der zweite am Schöffengericht Mayen eine zweieinhalbjährige Jugendstrafe. 2016 wurde der mutmaßlich dritte Täter in Monaco festgenommen, Anfang 2017 der mutmaßlich vierte in Polen. Dieser (50) steht seit Anfang des Monats vor Gericht – hat sich aber bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

    Stattdessen sagte ein weiterer Polizist aus. Er hat das ausgeraubte Paar drei Mal vernommen. Über das erste Aufeinandertreffen sagte er: „Der Mann sah echt übel aus.“ Über das zweite: „Er war sehr sachlich. Das war bemerkenswert!“ Über das dritte: „Den beiden ging es sehr, sehr schlecht.“ Zu diesem Zeitpunkt wohnten die Rentner in einer Seniorenresidenz – weil sie der Überfall derart traumatisierte, dass sie nicht länger in ihrem Haus in Kruft leben konnten.

    Der Prozess endet voraussichtlich im Oktober.

    Von unserem Reporter Eugen Lambrecht
     

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