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Andernach

ÖPNV: Andernach bekommt bessere Busverbindungen – aber erst in vier Jahren

Martina Koch

Es gibt gute Nachrichten für alle Nutzer des ÖPNV in Andernach und Umgebung: Das Busangebot in Kernstadt und den Stadtteilen wird deutlich verbessert. So werden künftig etwa der Kirchberg, der Büropark Rennweg sowie die Rhein-Mosel-Fachklinik über neue Haltestellen ans Linienbusnetz angeschlossen. Außerdem fahren mehr Busse, die die Andernacher aus den Wohngebieten ohne Umsteigen zur Einkaufswelt bringen. In den Stadtteilen Eich und Kell soll es zudem erstmals ein ÖPNV-Angebot in den Abendstunden geben.

Der Wermutstropfen: Bis es so weit ist, müssen sich die Andernacher noch eine ganze Weile gedulden. Die Änderungen werden erst mit dem Fahrplanwechsel 2021 in Kraft treten, wenn der Nahverkehrsplan des Kreises Mayen-Koblenz umgesetzt wird. Landrat Alexander Saftig, OB Achim Hütten und Bürgermeister Claus Peitz stellten den neuen Stadtlinienverkehr im Beisein von Fachleuten aber jetzt schon einmal der Öffentlichkeit vor.

Einen engeren Takt, mehr Verbindungen an den Wochenenden und in den Abendstunden, kürzere Fahrzeiten und mehr Direktverbindungen – das alles verspricht der neue Stadtlinienverkehr den ÖPNV-Nutzern. Erreicht werden diese Ziele durch eine verbesserte Abstimmung der Angebote, erklärt Landrat Saftig: „Wir binden die von außen einfließenden Buslinien in den Stadtverkehr ein.“

So wird die Buslinie, die aus Mayen und Plaidt über Weißenthurm Andernach ansteuert, etwa über Koblenzer Straße, Stadtgraben und Bahnhof in Richtung Südhöhe weitergeführt – wodurch eine direkte Busverbindung von der Südhöhe bis zur Einkaufswelt entsteht. „Dadurch kann man von den Wohnbereichen der Stadt umsteigefrei zu den Einkaufsbereichen gelangen“, erklärt Daniel Junghans, Bereichsleiter Verkehr und Wettbewerb beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM).

Außerdem haben die Planer darauf geachtet, die Ankunftszeiten der Buslinien am Andernacher Bahnhof auf die Abfahrtszeiten der Regionalbahnen abzustimmen. Die regionalen Buslinien, die Andernach mit der Pellenz, Neuwied, Weißenthurm oder Wassenach verbinden, sollen den Andernacher Bahnhof sieben bis zehn Minuten vor der Abfahrt der Züge in Richtung Köln oder Koblenz erreichen, sodass die Reisenden bequem den Weg vom Busbahnhof zum Bahnsteig zurücklegen können.

VRM, Kreis, die Stadt Andernach und die anderen betroffenen Gemeinden werden im kommenden Jahr die detaillierte Linienführung abstimmen. Zwei Jahre vor der Umsetzung des neuen Nahverkehrsplans muss der Kreis die Buslinien dann europaweit ausschreiben. Die Vergabe erfolgt gebündelt: als Linienbündel Pellenz und Linienbündel Stadtverkehr Andernach. Eine frühere Neuordnung des ÖPNV in der Region wäre im Übrigen nicht umsetzbar: Erst Ende 2021 laufen die bestehenden Verträge der Regionalbuslinien aus.

Damit alle Andernacher das neue Busangebot nutzen können, baut die Stadt – soweit noch nicht geschehen – bis zum Jahr 2022 alle Haltestellen für die barrierefreie Nutzung um. Im kommenden Jahr sollen für diesen Zweck 50.000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt werden. Davon wird etwa die Haltestelle am Altenzentrum St. Stephan barrierefrei gestaltet.

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung beziehungsweise die Neueinrichtung von Haltestellen schätzt Bürgermeister Peitz auf 250.000 Euro. Dafür übernimmt der Kreis künftig die Kosten für den Betrieb der Buslinien, wenn kein Verkehrsunternehmen die Leistungen eigenwirtschaftlich erbringen kann. Bisher finanzierte die Stadt Andernach über die Stadtwerke den Linienverkehr. Inwieweit ab Ende 2021 dann Busse mit Verbrennungsmotoren, Hybrid- oder Elektrofahrzeuge durch die Straßen Andernachs rollen, lässt sich übrigens noch nicht abschätzen. Die Fahrzeugbeschaffung erfolgt verbundweit im VRM, auf eine Antriebsart legt sich die entsprechende Ausschreibung nicht fest. „Man muss in diesem Bereich für neue Entwicklungen offen sein“, sagt OB Hütten.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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Diese Verbesserungen sind vorgesehen

Neues Busangebot für Kirchberg, Büropark, Rennweg, Konrad-Adenauer-Allee und Rhein-Mosel-Fachklinik

  • Tagsüber von montags bis samstags drei Fahrten pro Stunde zwischen Bahnhof, Einkaufswelt und Friedhof
  • Von Deubachsiedlung, Südhöhe und Kaserne montags bis samstags drei Fahrten pro Stunde in Richtung Bahnhof
  • Kürzere Fahrzeiten im Bereich Lohmannstraße und Südhöhe
  • Mehr Direktverbindungen zwischen Wohngebieten und Koblenzer Straße
  • Stündliche Busse an den Wochenenden von Miesenheim in Richtung Andernach und Plaidt und täglich mehr Spätfahrten
  • Taktfahrplan für Eich und Kell sowie erstmals Fahrten in den Abendstunden
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