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70. Hilfstransport nach Vukovar bricht auf

In wenigen Tagen bricht Peter Wölwer mit seinem privat initiierten humanitären Hilfstransport zum 70. Mal von Bell aus auf, um nach Vinkovci und Vukovar zu fahren. Weit mehr als 100 Hilfstransporte führten ihn vom Backofenbauerdorf in das während des Kroatienkrieges am stärksten umkämpfte Gebiet rund um Vukovar.

Bell – In wenigen Tagen bricht Peter Wölwer mit seinem privat initiierten humanitären Hilfstransport zum 70. Mal von Bell aus auf, um nach Vinkovci und Vukovar zu fahren. Weit mehr als 100 Hilfstransporte führten ihn vom Backofenbauerdorf in das während des Kroatienkrieges am stärksten umkämpfte Gebiet rund um Vukovar.

Ins Leben gerufen hatte Bäckermeister Wolfgang Schlich, ein strenggläubiger Katholik, diese private Hilfsaktion für die Ärmste der Armen. Die Transporte werden unter anderem wegen der Zollabwicklung über die Kirchengemeinde St. Florin Bell abgewickelt. „Auch wenn es schon 20 Jahre her ist, dass der Krieg zwischen den Serben und Kroaten ausbrach, so spürt man auch heute noch die Folgen“, versichert der engagierte Familienvater. Nächstenliebe und die damit verbundene Hilfe sind für den 56-Jährigen und seine Frau Erika, die ihn dieses Mal auf der beschwerlichen Fahrt begleitet, sehr wichtig. „Ich fühle mich den Menschen dort verpflichtet“, erklärt Wölwer und fügt hinzu: „Auch heute noch werden in Vukovar circa 4000 vor allem ältere Menschen von der dortigen Caritas unterstützt.“ Die Arbeitslosenzahl liege bei mehr als 30 Prozent. Wenn auch Industrie und Hafenanlagen dort derzeit aufgebaut werden, so liege doch, sagt das Paar, „noch vieles im Argen“.
Rückblick: Die ersten Fahrten führten noch während des Krieges von Bell aus nach Zagreb in ein Lager mit mehr als 5000 Flüchtlingen. „Dann nach Split und später nach Vukovar“, erinnert sich Wölwer. Während in den ersten Jahren ungefähr sechs Transporte pro Jahr organisiert wurden, sind es heute immerhin noch zwei.
Unterstützt wurde damit damals die Sanierung der sanitären Anlagen im Kinderheim St. Ana in Vinkovci. Die Heimleitung weiß die Hilfe sehr zu schätzen und „pflegt die sanitären Anlagen ganz akribisch“, sagt Wölwer. Dorthin fahren Peter und Erika Wölwer auch dieses Mal. Zudem steuern Erika und Peter Wölwer vor Ostern das Krankenhaus in Vukovar an. „Aus organisatorischen Gründen arbeiten wir am Ort mit der Caritas Bisjupije in Vukovar zusammen“, erklärt das Ehepaar.
Auch wenn es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger um diese Privatinitiative geworden ist, so erhält Peter Wölwer dennoch Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten, wie etwa von der „Interessengemeinschaft zugunsten bedürftiger Kinder“ – einer Gruppe von Mendiger Frauen, die bei diversen Festivitäten aus rohen Kartoffeln frische Engelslocken zubereiten und diese für den guten Zweck verkaufen. Fester Bestandteil der Beller Hilfsaktion ist ebenso der jährliche Glühwein- und Schmalzbrotverkauf am Martinsfest vor der alten Schule in Bell.

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