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Mendig

19-jähriger Leon kämpft weiter um sein Leben: Eine Stammzellenspende soll helfen

Seit mehr als zwei Jahren kämpft der 19-jährige Leon aus Mendig gegen den Blutkrebs. Er schien geheilt zu sein. Doch nun ist die Krankheit zurück. Eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance. Um keine Zeit zu verlieren, planen die Stadt und die Verbandsgemeinde Mendig gemeinsam mit Leons Familie und Freunden eine große Typisierungsaktion gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS).

Hier könnten Proben lagern, die an Leukämie erkrankten Menschen helfen könnten: Der Kühlraum eines DKMS „Life Science Lab“ in Dresden.  Das Unternehmen, das zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gehört, typisiert in seinen Laboren Gewebeproben von potenziellen Spendern, um beispielsweise Leukämie bekämpfen zu können. Solche Gewebeproben werden auch bei der Typisierungsaktion für Leon in Mendig entnommen. Foto: dpa
Hier könnten Proben lagern, die an Leukämie erkrankten Menschen helfen könnten: Der Kühlraum eines DKMS „Life Science Lab“ in Dresden. Das Unternehmen, das zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gehört, typisiert in seinen Laboren Gewebeproben von potenziellen Spendern, um beispielsweise Leukämie bekämpfen zu können. Solche Gewebeproben werden auch bei der Typisierungsaktion für Leon in Mendig entnommen.
Foto: dpa

Das ist Leons Geschichte: So lange der junge Mendiger denken kann, will er Koch werden. Im Herbst 2015 geht sein Traum endlich in Erfüllung – er kann seine Ausbildung beginnen. Doch bereits nach drei Wochen bekommt er eine schwere Erkältung, seine Kräfte schwinden.

Er klagt über Bauch-, Ohren- und Halsschmerzen, Fieber, Kurzatmigkeit und Übelkeit. Unangenehm, aber nicht wirklich besorgniserregend. Leon rafft sich immer wieder auf, um seiner Ausbildung gerecht zu werden. Doch dann weist ein Kollege Leon auf seine gelben Augäpfel hin. Auch seine Haut hat eine gelbe Färbung und ist mit punktuellen Rötungen übersät. Sofort wird er zu einem Bereitschaftsdienst gebracht. Dieser überweist ihn unverzüglich in ein Krankenhaus mit onkologischer Kinderklinik, berichtet die DKMS.

Dort erhält er die schockierende Nachricht: Leon hat Blutkrebs. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt geglaubt, dass Leon an einer tödlichen Erkrankung leiden könnte. Die Diagnose ist für einen so jungen Menschen und seine Familie wirklich brutal. Plötzlich steht die Welt still“, erinnert sich seine Mutter. Fortan bestimmen Krankenhausaufenthalte sein Leben.

Aber Leon ist ein Kämpfer: Er durchläuft die Intensivtherapie vollständig und gilt als genesen. Im Mai 2016 scheint alles überstanden. Leon nimmt seine Ausbildung zum Koch wieder auf, doch auch hier zeigt die Krankheit ihre Folgen: Leons Geschmackssinn ist beeinträchtigt – für einen Koch ist das fatal. Er kann die Ausbildung nicht fortsetzen.

Drei Monate später muss sich Leon mit einem weiteren Schicksalsschlag auseinandersetzen: Sein Vater stirbt bei einem Verkehrsunfall. Leon trauert, aber er gibt nicht auf. Er beginnt ein freiwilliges soziales Jahr im Seniorenzentrum Marienstift in Andernach. Die Arbeit bereitet ihm unglaubliche Freude, Leon ist engagiert, setzt sich ein und spürt, wie sehr er gebraucht und geachtet wird.

Leon und seine Freundin Karina.
Leon und seine Freundin Karina.
Foto: DKMS

Dank seiner hohen sozialen Kompetenz und seines unermüdlichen Einsatzes wird ihm eine Ausbildungsstelle zum Altenpfleger ab August 2018 angeboten. Leon ist glücklich. Endlich scheint es bergauf zu gehen.

Doch dann, bei der diesjährigen Grippewelle, erwischt es auch ihn. Aber der Verlauf ist untypisch. Obwohl er sich nicht krank fühlt, schwellen seine Lymphknoten an. Sein Arzt will kein Risiko eingehen und überweist ihn erneut ins Krankenhaus. Dort werden besorgniserregende Auffälligkeiten im Blut entdeckt. Drei Tage später dann die traurige Gewissheit: Die Krankheit ist zurück. Für Leon bricht eine Welt zusammen.

Er möchte seine Ausbildung zum Altenpfleger machen, mit seiner Freundin Karina reisen, die Welt entdecken und später eine Familie gründen. Die beiden haben so viele Zukunftspläne. Doch eine Zukunft ist nur möglich, wenn Leon seinen genetischen Zwilling findet.

Seine Freundin Karina appelliert: „Wir freuen uns über jeden einzelnen, der an der Aktion teilnimmt. Leon will leben. Und ich will ihn nicht verlieren. Unser gemeinsames Leben hat gerade erst begonnen. Ich bitte jeden aus Mendig und Umgebung an der Typisierungsaktion teilzunehmen und sich registrieren zu lassen, denn ohne passenden Spender kann Leon nicht gesund werden.“

Typisierungsaktion am 24. März in Mendig

Die Typisierungsaktion für Leon ist am übernächsten Samstag, 24. März, 11 bis 16 Uhr, in der Laacher-See-Halle in Mendig. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich dort als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen.

Die Registrierung geht nach Angaben der DKMS einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs ist auf Spendengelder angewiesen. Für den 19-jährigen Mendiger Leon wurde von der DKMS ein eigenes Spendenkonto eingerichtet, IBAN: DE48 4605 0001 0010 1077 04

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