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Mendig

175 Jahre Mendiger Brauereientradition: Mendig feiert seinen Ruf als Biermetropole

Elvira Bell

175 Jahre Mendiger Brauereientradition – das wurde nun auf Initiative von Heinz Lempertz, dem Gründer des Bier- und Steinmetzmuseums, gefeiert. VHS-Bierdozent und Hobby-Brauer Siggi Schüngel stellte dabei vier untergärige Pilsbiere vor, durch die Niedermendig bekannt wurde.

Seit 175 Jahren wird in Mendig Bier gebraut. Dieses Jubiläum wurde nun gefeiert und Heinz Lempertz (2. von links), dem Gründer des Bier- und Steinmetzmuseums, ein Bierkrug aus Basalt überreicht.
Seit 175 Jahren wird in Mendig Bier gebraut. Dieses Jubiläum wurde nun gefeiert und Heinz Lempertz (2. von links), dem Gründer des Bier- und Steinmetzmuseums, ein Bierkrug aus Basalt überreicht.
Foto: Elvira Bell

Heinz Lempertz würdigte bei der Feier vor allem Josef Gieser. Der Leiter der Neuwieder Herrnhuter Brüdergemeine hatte ab 1842 eine Initiative in Gang gesetzt, die Niedermendig zur größten Bierbrauerstadt im damaligen Kaiserreich werden ließ. „Bis zum heutigen Tag hat der Braumeister – er starb 1868 im Alter von 65 Jahren – für die revolutionäre Nutzung der Niedermendiger Felsenkeller nie eine offizielle Anerkennung bekommen“, bedauerte Lempertz. Braumeister Gieser war mit der Lagerung des Bieres und dessen Gärprozessen unter Tage so erfolgreich, dass er die gesamte Neuwieder Brauerei nach Mendig verlegen ließ.

Im Namen der Herrnhuter Brüdergemeine richtete Rainer Raillard herzliche Grüße aus. Als Gastgeschenk hatte der Herrnhuter Archivar das Foto eines Holzschildes „Flaschenbier der Brauereien der Brüdergemeine Neuwied und Niedermendig“ mitgebracht. Das Holzschild wird im Herrnhuter Museumsstübchen in Neuwied aufbewahrt, das Raillard 2014 aufgebaut hat. „Die Zeit zwischen 1870 und 1890 war die Blütezeit der beiden Brauereien in Neuwied und Niedermendig. Es wurden jährlich circa 60.000 Hektorliter Bier gebraut und zum Teil bis Belgien und England exportiert“, so erklärte der Archivoberamtsrat im Ruhestand.

In Neuwied wird im Gegensatz zu Mendig kein Bier mehr gebraut. „Die Unitätsdirektion in Herrnhut hatte zum 1. Oktober 1923 die Stilllegung der Brauerei mit dem Hinweis auf die Kirchenordnung beschlossen.“

Im Namen der Stadt und der Verbandsgemeinde Mendig dankten die Bürgermeister Hans Peter Ammel und Jörg Lempertz dem Initiator Heinz Lempertz für dessen Engagement und die Initiative, das Jubiläum „175 Jahre Niedermendiger Bier“ zu feiern. Als Geste des Dankes überreichten die beiden Bürgermeister einen Bierkrug, geschaffen aus heimischem Basalt. Eine Ehrenurkunde für treue Dienste, die künftig ihren Platz im privaten Biermuseum einnehmen wird, überreichte Fritz Neideck. Als Sohn eines Bierkutschers hatte der 86-Jährige bereits vor zwei Jahren dem Museum etliche Schätzchen überlassen.

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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