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Koblenz

Zerstörungswut und Gewalt in Koblenzer Bussen steigen

Gewalt im öffentlichen Nahverkehr ist nicht nur in Berlin und München, sondern auch in unserer Region ein Thema. Dies berichten Vertreter der Koblenzer Verkehrsservice (KVS).

Auch wenn das Konfliktpotenzial steigt, sind schwere Zwischenfälle im Nahverkehr eher selten.
Auch wenn das Konfliktpotenzial steigt, sind schwere Zwischenfälle im Nahverkehr eher selten.
Foto: Denise Hülpüsch

Koblenz – Gewalt im öffentlichen Nahverkehr ist nicht nur in Berlin und München, sondern auch in unserer Region ein Thema. Dies berichten Vertreter der Koblenzer Verkehrsservice (KVS). Die Firma ist eine 100-prozentige Tochter der Kevag und der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV). Die Unternehmen betreiben die meisten Buslinien in Stadt und Region.

"Die Aggressivität von manchen Fahrgästen hat leider in den vergangenen Jahren zugenommen. Busfahrer werden heutzutage wesentlich schneller angepöbelt, als dies früher der Fall war", sagt die Pressesprecherin der RMV, Gabriele Rau, im Gespräch mit der RZ. Und: Bei zwei Nachtlinien der RMV ist die Situation so schwierig geworden, dass mittlerweile der Sicherheitsdienst mit einem Schäferhund mitfährt. "Die Bereitschaft zur Gewalt ist auf diesen Linien, seitdem der uniformierte Sicherheitsdienst mit einem Hund mitfährt, relativ niedrig", so Gabriele Rau. Die RMV zahlt für diese zusätzlichen Sicherheitskräfte pro Monat rund 1500 Euro.

Auf den Linien der KVS fährt kein Sicherheitsdienst mit. "Dies brauchten wir bislang nicht, allerdings haben auch wir feststellen müssen, dass die Aggressivität von einigen Fahrgästen zugenommen hat. Im Vergleich zu Städten gleicher Größenordnung ist Koblenz aber noch relativ ruhig", sagt Hansjörg Kunz, Geschäftsführer der KVS. Dennoch hat auch das Koblenzer Unternehmen aus Sicherheitsgründen nachgerüstet und in den meisten der 200 Busse Videokameras installiert. "Als die Hersteller von Videokameras mir vor mehr als zehn Jahren Angebote unterbreiteten, da habe ich noch gesagt, wir brauchen das hier nicht. Doch mittlerweile ist es anders geworden", hebt Bernd Reeb, Prokurist der KVS hervor.

Einen Bus mit Videokameras auszurüsten kostet je nach der Größe des Fahrzeugs zwischen 6000 und 8000 Euro. "Diese Investition hat sich aber gelohnt, denn wir können so unter anderem schneller Täter von Vandalismus identifizieren", sagt Bernd Reeb.

Für mutwillig verübte Schäden an ihren Bussen sowie an den 500 Haltestellen zahlt die KVS dennoch pro Jahr rund 150 000 Euro. Bei der RMV summieren sich solche Schäden sogar auf rund 200 000 Euro.

Abgesehen von einem Raubüberfall auf einen Busfahrer in Wallersheim im vergangenen Jahr ist die KVS von schlimmen Vorfällen in den vergangenen zehn Jahren allerdings weitgehend verschont geblieben. "Ich kann mich daran erinnern, dass eine Frau einer Busfahrerin mal eine Ohrfeige gegeben hat und dass es in einem Nachtbus zu einer Rauferei zwischen zwei Jugendgruppen kam. Damals hat dann aber der Fahrer angehalten, und die herbeigerufene Polizei hatte die Situation schnell unter Kontrolle", so Hansjörg Kunz.

Außer im Bus kann es aber auch an den Haltestellen mitunter zu Streitereien oder Sachbeschädigungen kommen. "Wir hatten an den Haltestellen im Löhr-Center vor Kurzem eine Clique Jugendlicher, die unser Personal angepöbelt haben und auch die Busse an der Abfahrt gehindert haben, indem sie auf die Fahrbahn sprangen. Aber seitdem deren Anführer festgenommen wurde, ist dort Ruhe", beruhigt Hansjörg Kunz.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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