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    Winninger Mitte: Gegenwind für das Millionenprojekt

    Gegen die von einem privaten Investor geplante Multifunktionsanlage in Winningen regt sich größerer Widerstand. Dabei ist es weniger das Projekt, das in der Kritik steht, sondern vielmehr der Standort in der Winninger Ortsmitte.

    In der Fährstraße in Winningen soll eine Wohnanlage für Senioren errichtet werden. Die Interessengemeinschaft „Winninger Mitte“ kritisierte dieses Projekt nun auf einer Veranstaltung.  Foto: Peter Karges
    In der Fährstraße in Winningen soll eine Wohnanlage für Senioren errichtet werden. Die Interessengemeinschaft „Winninger Mitte“ kritisierte dieses Projekt nun auf einer Veranstaltung.
    Foto: Peter Karges

    „An anderer Stelle, moderat geplant, wäre Leben und Wohnen im Alter in Winningen sicherlich eine Bereicherung“, lautete die viel beklatschte Aussage eines Zuhörers bei der jüngsten Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft (IG) „Winninger Mitte“ im Weinhaus Hoffnung.

    Um die Kritikpunkte der IG zu hören, waren am Mittwochabend fast 100 Winninger in das Lokal gekommen. Und diese Kritik war vielfältiger Natur. Die zwischen Fährstraße und Marktplatz geplante Wohnanlage für Senioren sei zu groß, passe nicht zu der historischen Bauweise in Winningen und sei ein Fremdkörper. Es gebe in Winningen eine Satzung, nach der bauliche Anlagen so zu gestalten seien, dass sie sich ins Ortsbild einfügten, davon könne hier aber keine Rede sein, betonte etwa Brigitte Horch-Göbel von der IG. „Stattdessen zeigen die Bauentwürfe voll ausgebaute Dachgeschosse, große Fenster und französische Balkone“, so Horch-Göbel. Die Winningerin Siglinde Krumme pflichtete ihr bei. „Man sollte die Fährstraße mit ihren historischen Häusern aus dem 19. Jahrhundert, den Basalteinfassungen und Toren erhalten“, sagte Krumme.

    Für Unmut sorgt überdies die geplante Tiefgararge. Die Fährstraße, über die die Zufahrt zur Tiefgarage erfolge, sei für ein solches Verkehrsaufkommen gar nicht ausgelegt, zumal dieses mit den Serviceleistungen für die Wohnanlage stark steigen werde, betonte IG-Mitglied Karl-Heinz Bast. „Lärm, Feinstaub und Abgase werden durch die Tiefgarage in unglaublichem Maß in der Fährstraße steigen“, so Bast. Und nicht zuletzt werde der Wert der Häuser auf der gegenüberliegenden Seite der Fährstraße sinken, meinte Edith Saas von der IG.

    Ein weiterer Kritikpunkt, der geäußert wurde, war die Bauzeit, „die wahrscheinlich zwei bis drei Jahre betragen wird“, so Bast. Während dieser Zeit müsse man mit einer stetigen Belastung durch Baufahrzeuge in Winningen rechnen, meinte IG-Mitglied Mario Krumbhorn. Auswirkungen hätten die Bauarbeiten darüber hinaus auch auf die umliegende Gastronomie. Auch bezweifelt man, dass der anvisierte Supermarkt auf dieser Fläche eine Überlebenschance habe.

    Der ehemalige Ortsbürgermeister Hans-Joachim Schu-Knapp, der auch der Arbeitsgemeinschaft angehört, die den Bauprozess der Seniorenwohnanlage begleiten soll, betonte, dass man alle diese Bedenken teilen könne. „Man kann aber genauso der Überzeugung sein, dass dieses Wohnprojekt in die Winninger Ortsmitte gehört, und dann ist es nur noch die Frage, wie man es gestaltet“, so Schu-Knapp. Investor Horst Kröber, der ebenfalls am Informationsabend teilnahm, betonte, dass die bislang gezeigten Pläne vor allem Konzepte gewesen seien, die unter anderem auf Gedankenspielen beruhten. „Am 30. Mai werden wir dann aber die neusten Planungen vorstellen“, so Horst Kröber. Dennoch zog er aus der für ihn nicht unbedingt erfreulichen Informationsveranstaltung ein positives Fazit. „Die Ängste der Projektgegner müssen ernst genommen werden, aber jetzt kann der Prozess der Faktenvermittlung, die uns bislang so nicht gelungen ist, erfolgen“, sagte Horst Kröber. Für ihn ist das Projekt auch die Lösung für einige Probleme, die sich aufgrund des demografischen Wandels unwillkürlich ergeben. „Durch das Projekt wird unter anderem eine Revitalisierung des Ortskerns eingeleitet, es wird die medizinische und die sonstige Infrastruktur verbessert und es wird eine regionale Perspektive für ein Leben im Alter geschaffen“, so Horst Kröber.

    Die Interessengemeinschaft will gleichsam Fakten ermitteln. In den kommenden Tagen wird man mit einem Fragebogen von Tür zu Tür ziehen. Der Bogen beinhaltet drei Antwortmöglichkeiten: 1. Nein, ich möchte nicht, dass in Winningen ein Objekt für Betreutes Wohnen gebaut wird. 2. Ja, ich möchte, dass das Objekt Betreutes Wohnen im Ortskern gebaut wird. 3. Ja, ich möchte, dass in Winningen ein Objekt für Betreutes Wohnen gebaut wird, aber nicht im Ortskern.

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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