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    Weltuntergang hat ein Nachspiel: Koblenzer Partymacher abgemahnt

    Feiern, bis die Erde untergeht – dieses Angebot machten auch in Koblenz mehrere Klubs und Kneipen ihren Gästen am von den Maya prophezeiten Weltenende. Doch der angebliche Weltuntergang hat nun ein Nachspiel: Es hagelt Abmahnungen.

    Foto: picture alliance

    Mit der Apokalypse wurde es bekanntermaßen nichts: Weil sich ein findiger Gastronom aus Hof in Bayern aber das Wort „Weltuntergang“ als Marke schützen ließ, bekommen auch Koblenzer Veranstalter von „Weltuntergangspartys“ nun Post von dessen Anwalt.

    Klubbetreiber Ralf Prestenbach zum Beispiel ist stinksauer. Er erhielt wegen der Verwendung des Wortes „Weltuntergang“ im Titel der Veranstaltung am 21. Dezember in seinem Circus Maximus in Koblenz eine Abmahnung. Der Standardbrief, der in diesen Tagen von der Anwaltskanzlei Alberter und Kollegen verschickt wird, hat es nämlich in sich: 1000 Euro Schadenersatz und 837,52 Euro für die Verletzung von Markenrechten soll Prestenbach zahlen, heißt es da.

    Das Unheil nahm bereits im März 2012 seinen Lauf, als sich Philip-Nicholas Blank, ein Betreiber dreier Klubs in Oberfranken, den Begriff „Weltuntergang“ als Wortmarke im Bereich „Dienstleistung zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen” beim Deutschen Patentamt registrieren ließ. Die rund 300 Euro, die Blank für diesen Eintrag zahlen musste, hatte er gut investiert – verletzt man in Deutschland Markenrechte, hat der Inhaber der Marke einen Anspruch auf Schadenersatz.

    Von diesem Recht macht der Gastronom – insbesondere im Hinblick auf die wegen des Ende des Maya-Kalenders in vielen Städten gefeierten Partys – nun im vollen Umfang Gebrauch: Neben dem Circus Maximus erhielten auch die Koblenzer Druckluftkammer und zahlreiche weitere Klubs in ganz Deutschland Abmahnungen.
    Philip-Nicholas Blank sieht in einem Telefongespräch mit unserer Zeitung, das er spontan per Auflegen beendet, an seinem Vorgehen nichts Verwerfliches: „Wissen Sie, wenn mir etwas einfällt, dann mach’ ich das”, erklärt er vorher noch lapidar.

    Markus Rodemerk, der Inhaber der Druckluftkammer am Koblenzer Florinsmarkt, fällt bei einer solchen Art der Geschäftemacherei nur eines ein: „Wir werden gemeinsam als Klubbetreiber versuchen, eine Löschung der Marke zu beantragen. Außerdem glaube ich, dass die Abmahnungen selbst keiner juristischen Prüfung standhalten.“ Im Internetnetzwerk Facebook haben sich schon einige Gastronomen in einer Gruppe zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Vorgehen gegen die Abmahnwelle zu koordinieren.

    Unterdessen scheint sich die Aktion für Blank selbst zum massiven Imageschaden zu entwickeln. Auf der Facebook-Seite eines seiner Klubs, des Bierpalastes in Hof, entlädt sich nicht nur massive Ablehnung gegen ihn, sondern dort wird auch mehrfach ein Zusammenhang zwischen seinen angeblich schlecht laufenden Betrieben und der Abmahnwelle hergestellt.

    Von unserem Mitarbeiter Michael Schiffner-Ritz

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