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    "Warmes von Herzen": Koblenzer Bedürftigen edles Menü spendiert

    "Warmes von Herzen" gab es jetzt in Koblenz: 25 Freiwillige kredenzten 120 Bedürftigen in der Rhein-Mosel-Halle ein erlesenes Menü - ein Abend, der glücklich machte

    „Warmes von Herzen“ gab es am Donnerstagabend in der Rhein-Mosel-Halle. Gemeinsam mit Initiator Jean-Luc Mundel sorgten viele Mitarbeiter des Jobcenters und der Wohnungslosen-Verbände dafür, dass sich die 120 Gäste wohlfühlten.
    „Warmes von Herzen“ gab es am Donnerstagabend in der Rhein-Mosel-Halle. Gemeinsam mit Initiator Jean-Luc Mundel sorgten viele Mitarbeiter des Jobcenters und der Wohnungslosen-Verbände dafür, dass sich die 120 Gäste wohlfühlten.
    Foto: Frey-Pressebild

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Jean-Luc Mundel ist froh. "Schauen Sie nur in die strahlenden Gesichter", sagt er mit seinem unverwechselbaren französischen Akzent, während er sich den Schweiß von der Stirn wischt. "Das ist das, was ich möchte. Das macht mich glücklich." Er ist nicht der Einzige an diesem Abend in der Rhein-Mosel-Halle, der glücklich ist. Schenker wie Beschenkte.

    Für mehr als 120 Bedürftige und etwa 30 weitere Gäste aus Politik und Wirtschaft haben die freiwilligen Helfer von Jobcenter und Caritas die runden Tische festlich eingedeckt und weihnachtlich dekoriert. Sobald die Türen des Rheinsaals sich öffnen, strömen die ersten Gäste herein. Eine gute Handvoll Köche hat sich extra freigenommen, um gemeinsam mit Jean-Luc Mundel das Drei-Gänge-Menü vorzubereiten. Beim Servieren bekommen sie prominente Hilfe: Unter anderem Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein schwingt Schöpflöffel und Suppen- kelle.

    "Wir wissen, dass es schwer ist, bezahlbare und vernünftige Wohnungen zu finden", hatte sie zuvor noch im Interview mit Moderatorin Martina Gonser gesagt. Das Problem könne die Stadt aber nicht allein lösen, man brauche auch private Vermieter, die bereit seien, an Leute zu vermitteln, die einen schwierigen Weg hinter sich haben. Viele applaudieren. Andere hören gar nicht hin, genießen statt dessen den Abend, plaudern mit ihren Kumpels, lassen sich das Essen schmecken, hören die Musik der Band und des Alleinunterhalters und freuen sich daran, umsorgt zu werden. Dass etliche Medienleute um sie herum sind und immer wieder Kameras klicken, nehmen sie gleichmütig oder interessiert hin, je nach Mentalität. Wer sich nicht fotografieren lassen möchte, muss natürlich nicht. Den meisten macht es aber gar nichts aus.

    "Es ist enorm, wie glücklich die Menschen sind, wenn sie eine eigentlich ganz normale Wertschätzung erfahren", sagt Sozialarbeiter Markus Fröhlich von der Caritas später. Nicht alle teilen seine Meinung: "Immer vor Weihnachten kommen sie mit ihrer Barmherzigkeit", schimpft ein 58-Jähriger. "Das ganze Jahr kümmert sich keiner darum, wie es uns geht."

    Das sehen an diesem Abend aber die wenigsten so. "Es ist toll hier", sagt eine Frau beim Rauchen vor der Halle ein bisschen schüchtern. Die Umstehenden nicken. In einem solchen Rahmen haben die meisten lange keinen Abend verbracht. "Es ist ja ein bisschen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein", sagt Raimund Lehmkühler, als Hallen- und Kongressmanager sozusagen der Hausherr der Rhein-Mosel-Halle, fast ein bisschen entschuldigend. "Aber immerhin ein Tropfen", fügt er dann hinzu.

    Wie viele andere "Ehrengäste" ist er an diesem Abend nicht da, um sich feiern zu lassen, sondern um mit den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen. "Wenn man sich deren Geschichten anhört, dann merkt man erst, wie schnell jemand abrutschen kann", sagt er nachdenklich. Auch eine Mitarbeiterin des Job-Centers, die die Teller abräumt und neue Getränke bringt, findet das Essen eine tolle Gelegenheit, um mit ein paar ihrer "Kunden" mal auf einer anderen Ebene ins Gespräch zu kommen.

    "Es ist prima gelaufen", sagt Initiator Mundel am nächsten Tag zufrieden. Mehr Gäste als bei der Premiere im vergangenen Jahr, mehr Zustimmung von allen, den Bedürftigen wie den Sponsoren. Einer Wiederholung steht also nichts im Weg. Denn dass das Essen im kommenden Jahr nicht mehr nötig wäre, weil es keine Bedürftigen mehr in Koblenz gibt, damit ist nicht zu rechnen.

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