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Vallendar

Vallendar: Stolpersteine für jüdische Bürger

An verschiedenen Orten wird dieser Tage dem 70. Jahrestag der Befreiung von Konzentrationslagern auf deutschem Boden gedacht. In Vallendar wurde an vier Stellen an frühere Mitbürger erinnert, die in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden.

An vier Stellen wie hier in der heutigen Wilhelm-Roß-Straße wurde durch die Verlegung von Stolpersteinen an frühere Vallendarer Mitbürger gedacht, die in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden.
An vier Stellen wie hier in der heutigen Wilhelm-Roß-Straße wurde durch die Verlegung von Stolpersteinen an frühere Vallendarer Mitbürger gedacht, die in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden.
Foto: Winfried Scholz

Von unserem Mitarbeiter Winfired Scholz

Es war die dritte Verlegung von Stolpersteinen durch den Bildhauer Gunter Demnig, ermöglicht durch Spenden Vallendarer Bürger. Diesmal wurde an Mitglieder der jüdischen Familien Loeb und Löb gedacht (diese Namen waren unter den Vallendarer Juden sehr verbreitet) sowie an den früheren KPD-Reichstagsabgeordneten Nikolaus Thielen.

Bürgermeister Gerd Jung freute sich besonders, dass unter den einigen Dutzend Personen, die der Feierstunde beiwohnten, auch Schüler der sechsten Klasse der Konrad-Adenauer-Schule mit ihrer Lehrerin Susanne Raulf waren. Anwesend war auch der Kantor der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, Josef Pasternak. Die pensionierte Lehrerin Gisela Radermacher hatte zusammen mit dem Vallendarer Heimatforscher Adolf T. Schneider die Geschichte der Ermordeten erkundet. In der Heerstraße 57 wohnte der Zigarrenfabrikant Max Löb zusammen mit seiner Frau Hedwig, geborene Loeb, sowie Ernst Löb, der als Reisender die Zigarren vertrieb. Ernst wurde bereits 1938 in Dachau in "Schutzhaft" genommen und 1942 in Izbica ermordet. Das Ehepaar wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet. In der heutigen Wilhelm-Roß-Straße lebte in einer Villa mit Park Max Löbs Bruder Felix mit seiner Frau Flora, geborene Kahn, und den Töchtern Anna Helene und Martha Irma. Felix Löb betrieb einen Rohtabakhandel. 1938 musste die Familie unfreiwillig nach Mainz umziehen. Anna Helene gelang als Kind die Flucht über Belgien in die USA. 1991 war sie zu Besuch in Vallendar. Die übrige Familie wurde 1942 deportiert und in Piaski umgebracht. In der Hellenstraße 15 wohnte der Tabak- und Pfeifenhändler Ferdinand Löb zusammen mit seiner Frau Sophie, geborene Ermann. Löb gehörte zu den Mitbegründern des ehemaligen Kneippbads. Das Ehepaar wurde 1942 deportiert und in Izbica ermordet.

Nikolaus Thielen, nach dem seit rund 20 Jahren eine Straße in Vallendar benannt ist, wohnte in der Löhrstraße 13. Er hatte mehreren Familienvätern zu einer Arbeit verholfen, bevor er als Mitglied des Widerstands untertauchte. Er wurde 1944 gefasst und kurz darauf am 6. Januar 1944 im KZ Mauthausen umgebracht. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von Jutta Jocks und Frank Giermann sowie einem Trio von Schönstätter Marienschwestern.

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