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Koblenz

Umbruch am Florinsmarkt: Arbeiten in historischen Gebäuden laufen trotz Kostenexplosion

Die historischen Gebäude am Florinsmarkt werden komplett entkernt, saniert und neu gestaltet, seit mehreren Jahren wird hier schon gearbeitet. Viel mitbekommen haben die Koblenzer trotzdem nicht davon: weil die Arbeiten vor allem im Inneren von Bürresheimer Hof und Altem Kaufhaus liefen, aber auch, weil es wegen Finanzierungsproblemen zeitweise einen Baustopp gab. Dass der mittlerweile aufgehoben wurde, sieht jeder, der zurzeit durch die Altstadt spaziert.

Außen sieht man bereits den modernen Betonbau, auf dem die Restaurantterrasse zur Mosel hin entstehen wird.
Außen sieht man bereits den modernen Betonbau, auf dem die Restaurantterrasse zur Mosel hin entstehen wird.
Foto: Thomas Frey

Bauzäune sperren einen großen Teil des Platzes im Herzen von Koblenz ab, Gerüste und ein Kran stehen vor den Denkmälern. Auch auf der Rückseite am Moselufer wird gebaut – und im Inneren der Gebäude herrscht schlicht das Chaos. Wo früher das Mittelrhein-Museum seine Kunst zeigte, blickt man heute vor allem in ein riesiges Loch, das sich durch alle Stockwerke zieht und in dem unter anderem das neue Treppenhaus entstehen wird. Bauherr Martin Görlitz steht an der Kante im ersten Stockwerk und schaut hinab.

Ein seltsames Gefühl ist es nicht mehr für ihn, die schwere Tür zu einem der beiden Denkmäler aufzuschließen, über Bauschutt zu klettern und zu schauen, was sich zuletzt getan hat. Darüber, dass all dies ihm gehört – die geschichtsträchtigen Gebäude, die gerade eine Megabaustelle sind -, denkt er nicht mehr groß nach. Zu lange ist es hier, dass er das Altstadt-Ensemble gekauft hat, zu dem neben Bürresheimer Hof und Altem Kaufhaus auch das bereits sanierte Dreikönigenhaus gehört: im Herbst 2013.

Im Inneren der historischen Gebäude am Florinsmarkt – oben Bauherr Martin Görlitz im Alten Kaufhaus – sind die Bauarbeiten im vollen Gange.
Im Inneren der historischen Gebäude am Florinsmarkt – oben Bauherr Martin Görlitz im Alten Kaufhaus – sind die Bauarbeiten im vollen Gange.
Foto: Thomas Frey

Viel hat sich getan seither, und dass inzwischen in Bürresheimer Hof und Altem Kaufhaus, die am Florinsmarkt nebeneinanderstehen, parallel gebaut wird, war nicht immer so. Im Dezember 2016 hatte Görlitz einen Baustopp verhängt, erst für beide Gebäude, dann nur noch für das Alte Kaufhaus. Eine Lücke von mindestens 5 Millionen Euro klaffte in der Finanzierung, ursprünglich geplant waren 12 Millionen Euro.

"Schuld" daran sind unter anderem die hohen Auflagen beim Hochwasserschutz und die sensationelle Entdeckung einer spätrömischen Kastellmauer, für die nun sogar ein eigener Ausstellungsraum gebaut wird. Solche Entwicklungen können nicht geplant werden, immerhin wird hier nicht auf der Grünen Wiese gebaut, sondern im Zentrum des alten Koblenz. Genaue Summen will Martin Görlitz heute nicht mehr nennen, nur soviel: "Es ist deutlich teurer geworden als geplant."

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Mittlerweile laufen wieder die Arbeiten in beiden Gebäuden – weil es praktischer ist und weil es deutlich schneller geht. Öffentliche Fördergelder sind aber immer noch nicht geflossen, "das ist weiterhin eine eigene Investition", sagt Görlitz. Er hat aber einen Stiftungsfonds aufgelegt und hofft, dass sich auch private Unterstützer für das Projekt finden.

Denn, und das ist ihm wichtig: Auch die Bürger sollen etwas von der Entwicklung am Florinsmarkt haben. Hier sollen nicht etwa schicke Eigentumswohnungen oder Büros entstehen, sondern eine Art Campus in der Altstadt: ein Tagungs- und Veranstaltungsort im Alten Kaufhaus, ein angegliedertes Hotel und Restaurant im Bürresheimer Hof – alles auch öffentlich zugänglich. "Das ist ein Stück Quartiersentwicklung", ist Görlitz überzeugt.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Entkernt wurden die beiden Gebäude bereits, aktuell laufen die Rohbauarbeiten: Wände werden eingezogen, Treppenhäuser gebaut, eine Hochwasserwanne eingelassen und so weiter. Noch braucht man einige Fantasie, um sich die spätere Bar oder die Restaurantküche vorzustellen, aber im Sommer will man mit diesem Bauabschnitt fertig sein. Dann folgt der Innenausbau, und auf der Moselseite entsteht ein Glasturm, der die beiden Gebäude verbinden wird.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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