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Koblenz

Toiletten verzweifelt gesucht: Rund um den Koblenzer Bahnhof gibt es keine

Doris Schneider

Dass der Bahnhofsvorplatz ein Treffpunkt verschiedener Gruppen ist, die dann auch alle möglichen (und unmöglichen) Orte aufsuchen, um sie als Toilette zu benutzen, ist und bleibt ein dringliches Thema. Auch die Mitglieder des Stadtrates haben in ihrer jüngsten Sitzung erneut darüber diskutiert. Wie bereits in der Sitzung im März lag ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen vor, nach dem unbedingt in Bahnhofsnähe eine öffentliche Toilette gebaut werden soll, um die Situation zu verbessern.

Um den Hauptbahnhof herum bleibt es in puncto Notdurft schwierig – der Stadtrat hat noch keine Entscheidung getroffen.
Um den Hauptbahnhof herum bleibt es in puncto Notdurft schwierig – der Stadtrat hat noch keine Entscheidung getroffen.
Foto: Sascha Ditscher

Klar machte Detlev Pilger (SPD), dass die Nutzung einer solchen Toilette kostenlos sein müsste, sonst würde sie ihren Sinn verfehlen. Denn kostenpflichtige Toiletten gibt es sowohl im Bahnhof als auch in der Landesbibliothek, die aber für die, die sich am Bahnhof treffen – meistens im Übrigen keine Wohnungslosen, sondern Menschen, die sich hier nur tagsüber aufhalten – zu teuer sind. „Wenn wir die Toiletten aber für sie kostenlos machen, müssen wir es natürlich für alle anderen ebenfalls tun, das gebietet die Gleichbehandlung.“ Darauf, dass eine mögliche öffentliche Toilette unbedingt betreut werden müsste, wies Manfred Gniffke (Freie Bürgergruppe) erneut hin. Sonst gäbe es da schnell die gleichen Probleme wie in der Tiefgarage, weswegen diese Anlage ja dann auch geschlossen wurde.

Marion Lipinski-Naumann (SPD) argumentierte, es gäbe hier keine schnelle Lösung. Die SPD setzt auf Gespräche mit der Bahn und/oder der Bahnhofsmission, um eventuell gemeinsam eine Lösung zu finden. Im Übrigen solle man aber die von allen Fraktionen in der März-Sitzung beschlossene Experten-Anhörung zum Thema Situation am Bahnhofvorplatz abwarten – die bisher aber noch nicht terminiert ist.

Eine schärfere Durchsetzung der Gefahrenabwehrverordnung forderte Stephan Wefelscheid (BIZ) und zitierte Paragraf 2 Absatz 2 dieser Verordnung, nach der es verboten ist, sich auf öffentlichen Plätzen oder Straßen „derart zum Konsum von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln niederzulassen, dass dort als Folge andere Personen oder die Allgemeinheit durch Anpöbeln, lautes Singen, Johlen, Schreien, Lärmen, Liegenlassen von Flaschen und anderen Behältnissen, Notdurft verrichten, Erbrechen oder Beschimpfungen belästigt oder gefährdet werden sowie in einem deutlichen Rauschzustand zu verweilen“. Und es geht weiter mit Absatz 3, nach dem verboten ist, „die Notdurft außerhalb von Bedürfnisanlagen zu verrichten“. Wefelscheid: „Wir müssen mit Vollzug reagieren, nicht mit baulichen Maßnahmen.“

Patrick Zwiernik (Bündnis 90/Die Grünen) will die Entscheidung nicht mehr auf die lange Bank schieben: „Es geht hier nicht um die Lösung aller Probleme, sondern um eine Toilette.“ Im Übrigen solle die eben nicht in einer Tiefgarage, sondern ebenerdig sein, was Vandalismus oder Verschmutzungen etwas weniger wahrscheinlich machen würde. Doch der Rat traf wieder keine konkrete Entscheidung, sondern will erst die Experten hören, die die Situation rund um den Bahnhof genauer beurteilen können – von Anliegern über Ordnungsamt und Polizei bis hin zu den Sozialarbeitern. Wann das geschehen kann, ist noch unklar.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Manche Banken sind nachts wieder zugänglich

Einige Banken hatten nachts den Zugang zu ihren Geld- und Überweisungsautomaten geschlossen, berichtet Stephan Wefelscheid, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BIZ im Stadtrat, in einer Pressemitteilung.

Im Eingangsbereich bei der Commerzbank am Zentralplatz fand sich zum Beispiel ein Aushang mit folgender Erklärung: „ Aufgrund von wiederholtem Vandalismus werden wir unsere Selbstbedienungszone bis auf weiteres in den Abend/Nachtstunden verschließen“. Dieses Vorgehen bemängelt Wefelscheid, „denn das Fehlen von Bankautomaten wird besonders für ältere oder behinderte Menschen zum Problem, die keine weiten Strecken zu anderen Geldautomaten zurücklegen können“, so seine Argumentation. Sowohl die Commerzbank am Zentralplatz als auch die Postbank am Bahnhof haben auf ein Schreiben Wefelscheids reagiert und den nächtlichen Zugang wieder ermöglicht, schreibt er in seiner Pressemitteilung.

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