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Koblenz

Tödlicher Unfall am Koblenzer Polizeipräsidium: Geändert hat sich nichts

Tödlicher Unfall am Aschermittwoch: Ein Streifenwagen überfährt an der Ausfahrt des Koblenzer Polizeipräsidiums einen 63-jährigen Fußgänger. Der Mann stirbt im Krankenhaus an den Folgen. Die Ausfahrt ist stadtbekannt für ihre unübersichtliche Lage. Doch an der Situation hat sich trotz des tödlichen Zwischenfalls nichts verändert, wie unsere Zeitung auf Nachfrage erfuhr. Geplant sind nur neue Markierungen an Ausfahrt und Fußweg – mehr nicht.

An der Ausfahrt des Polizeipräsidiums kam es zu einem tödlichen Unfall. An der Situation hat sich bisher nichts verändert. Archivbild: Reinhard Kallenbach
An der Ausfahrt des Polizeipräsidiums kam es zu einem tödlichen Unfall. An der Situation hat sich bisher nichts verändert. Archivbild: Reinhard Kallenbach
Foto: Reinhard Kallenbach

Dabei liegt der Grund für den tödlichen Unfall vermeintlich auf der Hand. Im März hatte die Staatsanwaltschaft gegen den 30-jährigen Polizisten, der den Streifenwagen gefahren hatte, ermittelt. Im Herbst wurde das Verfahren eingestellt. Es sei keine strafrechtlich relevante Fahrlässigkeit nachzuweisen. „Im Ergebnis handelt es sich bei dem Unfallgeschehen um eine tragische Verkettung unglücklicher Umstände“, teilte Oberstaatsanwalt Rolf Wissen mit.

Dazu gehörte nach Meinung der Ermittler eine eingeschränkte Sicht für den Fahrer, durch ein Lüftungsrohr, einen Sicherungskasten und Fahrzeugeinrichtungen. Und: Im Moment des Einbiegens auf die Straße habe sich der Fahrer auf den Verkehr links konzentrieren müssen. Im Sinne der strafrechtlichen Vorwerfbarkeit könne nicht verlangt werden, dass er gleichzeitig bis zum letzten Moment die Situation rechts beobachtet.

Eingeschränkte Sicht und starker Verkehr: Das sind Bedingungen, die angesichts der Lage des Präsidiums und dessen Ausfahrt im Grunde immer gelten. Dennoch: Änderungen etwa am Lüftungsrohr, dem Sicherungskasten oder anderen Dingen, die die Sicht einschränken, wurden nicht durchgeführt. Das bestätigt Polizeipressesprecherin Claudia Müller. „Überlegungen, die Ausfahrt umzugestalten, sind durchaus angestellt worden.“ Eine Konsequenz soll es im neuen Jahr geben: Rote Farbmarkierungen werden an der Ausfahrt und auf dem Gehweg aufgebracht, um auf die besondere Situation an dieser Stelle hinzuweisen.

Bereits nach dem Unfall hatte man bei der Polizei betont, dass es an der Präsidiumsausfahrt in der Vergangenheit nicht zu einer Unfallhäufung gekommen sei. In den vergangenen fünf Jahren habe es keinen Unfall mit Fußgängern gegeben. Eine spezielle Sensibilisierung der Bediensteten nach dem Unfall wäre übrigens „vollkommen überflüssig“ gewesen, betont Müller. „Sie können sich vorstellen, dass sich das tragische Ereignis in Windeseile auch hier im Polizeipräsidium herumgesprochen hat. Alle Beschäftigten haben ihre Schlüsse gezogen und verhalten sich an der betreffenden Ausfahrt noch aufmerksamer, als sie es ohnehin schon vorher getan haben.“

Von unserem Koblenzer Redaktionsleiter Ingo Schneider

Eine Farbmarkierung ist arg wenig

A n der gefährlichen Situation am Präsidium wurden bis heute, fast zehn Monate nach dem tödlichen Unfall, keinerlei Veränderung vorgenommen. Die eingeschränkte Sicht und die schwierige Verkehrslage wurden verantwortlich gemacht für den Todesfall – und beides ist immer noch wie gehabt. Und es wird sich auch nur wenig verändern. Eine Farbmarkierung auf dem Rad- und Fußweg wird angebracht. Sobald es das Wetter zulässt. Mehr nicht.

Vom Präsidium heißt es, dass es an dieser Stelle in der Vergangenheit keine Unfallhäufung gab. Mag sein. Aber wenn man die Stelle kennt, ist das eher eine Überraschung. Zudem sollte ein Todesfall, an dem laut Ermittlung nur die Umstände schuld waren, wohl ausreichen, an diesen grundsätzlich etwas zu ändern. Ob da eine Farbmarkierung auf dem Boden wirklich ausreicht?

E-Mail: ingo.schneider@rhein-zeitung.net

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