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    Tierschutzverein: Die Vorwürfe gehen weiter

    Morgen Abend werden die Mitglieder des Tierschutzvereins Koblenz und Umgebung über einen neuen Vorstand entscheiden. Und die Stimmung ist äußerst gespalten, der Ausgang ungewiss. Deutlich "lauter" mobilisieren die Anhänger der "Opposition", die über Facebook und Leserbriefe ihre Meinung kundtun (siehe auch nebenstehenden Text), während von Anhängern der amtierenden Vorsitzenden in der Öffentlichkeit wenig zu hören ist.

    Seit März ist das neue Tierheim bei Rübenach in Betrieb. Doch dort herrscht kein eitel Sonnenschein, denn Wolken ziehen auf: Im Verein und zwischen Vereinsvorstand und Tierheimmitarbeitern ist die Stimmung mittlerweile überaus vergiftet.  Foto: Annette Hoppen
    Seit März ist das neue Tierheim bei Rübenach in Betrieb. Doch dort herrscht kein eitel Sonnenschein, denn Wolken ziehen auf: Im Verein und zwischen Vereinsvorstand und Tierheimmitarbeitern ist die Stimmung mittlerweile überaus vergiftet.
    Foto: Annette Hoppen

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    "Das ist eine regelrechte Hetzkampagne gegen Gisela Kroppenberg", sagt ein Mitglied des Tierschutzvereins, das namentlich nicht genannt werden will, im Telefongespräch mit der RZ. Zum Beispiel sei der Vorwurf völlig haltlos, dass Gisela Kroppenberg Mitarbeiter angehalten haben soll, andere mit Handyaufnahmen oder Gesprächsnotizen zu bespitzeln - "das diente nur der Dokumentation und hat mit Bespitzelung gar nichts zu tun!"

    Das sei nur eins von vielen Beispielen für Lügen oder Halbwahrheiten, die von den Gegnern der Tierschutzvereins-Vorsitzenden vor allem über Facebook verbreitet würden. "Auf Details kann ich jetzt aber nicht eingehen, weil wir der Meinung sind, dass die Situation intern bei einer Mitgliederversammlung geklärt werden sollte, statt eine Schlammschlacht über Presse oder Facebook auszutragen." Die Koblenzerin findet es klar falsch, dass die "Oppositionellen" (allen voran der ehemalige Zweite Vorsitzende Horst Braun und Lutz Hecht, der als Vorsitzender gegen Kroppenberg kandidieren wird) sich unter anderem über die Rhein-Zeitung an die Öffentlichkeit gewandt haben "Ganz klar die Leidtragenden sind die Tiere. Das ist besonders traurig, wo doch jetzt der Neubau da ist und es alles endlich gut werden könnte."

    Offene Worte findet Tierheim-Mitarbeiterin Claudia Moog. Die Mitarbeiter würden vom Vereinsvorstand regelrecht "übersehen", Öffnungs- und Arbeitszeiten würden von den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern geregelt, ohne an das Wohl der Tiere zu denken. "Bei sieben Tagen pro Woche Öffnungszeit bleibt uns viel zu wenig Zeit, uns um Einzelfälle zu kümmern." Aber die Mitarbeiter tun das trotzdem, sagt Claudia Moog. "Vor der Arbeit, in den Pausen, nach Feierabend oder an unseren freien Tagen." Die Begründung in der Einladung zur Mitgliederversammlung, in der Gisela Kroppenberg die "mangelnde Versorgung der Tierheimtiere" anprangerte, sei deshalb nicht nur für Tierheimleiterin Kirstin Höfer, sondern auch für sie selbst und die anderen ein Schlag ins Gesicht. "Deshalb kann ich auch offen reden, denn wenn sich hier nichts ändert, werde ich sowieso nicht bleiben." Wäre es zum Beispiel bei den geforderten Handyaufnahmen oder Gesprächsprotokollen nur um Dokumentation gegangen, dann hätte man das ja im Team öffentlich machen können, argumentiert Claudia Moog.

     

    Viele Reaktionen erreichen die RZ-Redaktion

    Eine große Menge Leserbriefe erreicht die RZ-Redaktion derzeit. Dass es bisher überwiegend Reaktionen gegen die amtierende Vorsitzende Gisela Kroppenberg sind, ist vielleicht nicht so verwunderlich, weil auf der Facebook-Seite des Hundes „Rico“ (hinter der bis vor Kurzem Kirstin Höfer und nun nach deren Angaben andere stecken) ausdrücklich aufgerufen wird, Leserbriefe zu schreiben. Eine kleine, gekürzte Auswahl:

    „Wir durften miterleben, wie sich völlig verängstigte Hunde in kurzer
    Zeit durch die Betreuung, Fürsorge und Geduld nicht nur in ,vermittelbare‘ Hunde verwandelt haben, sondern in lebensfrohe, gesunde, glückliche Tiere. Wir erleben immer wieder unglaublichen Einsatz der haupt- und ehrenamtlich Tätigen.
    Hierauf sollte eine Erste Vorsitzende stolz sein“, schreibt zum Beispiel Katja Hilger aus Welling.

    „Mal abgesehen davon, dass es noch erhebliche bauliche Mängel
    gab, waren alle Tiere in einem sehr guten Zustand, um ein in einem furchtbaren Zustand aufgefundenes Kätzchen wurde sich liebevoll gekümmert (es hat dank der guten Pflege überlebt!)“, so Inge Wanken aus Trier. Sie will an der Mitgliederversammlung teilnehmen: „Ich habe zumindest mal keine Ablehnung meiner Mitgliedschaft erhalten, so dass ich hoffe, nicht umsonst am Freitag nach Koblenz zu reisen, um Klarheit über die in der Einladung so massiv ausgesprochenen Vorwürfe gegenüber der Tierheimleitung zu erhalten.“

    „Dass der aktuelle Vorstand nun behauptet, Tiere seien mangelversorgt, ist wie ein Schlag ins Gesicht
    derjenigen, die sich Tag für Tag um das Wohlergehen der Tiere bemühen. Wir erleben dieses Tierheim nun seit fünf Jahren und haben bis heute nicht ein einziges Tier gesehen, das schlecht versorgt wurde, im Gegenteil! Wir wundern uns immer wieder, dass man sich trotz der vielen vielen Arbeit immer noch die Zeit zum Streicheln und Beschmusen nimmt, damit auch die, mit denen es das Leben bisher nicht gut gemeint hat, spüren können was es heißt, geliebt zu werden“, so Marion Bertram aus Melsbach.

     

    Vor der Mitgliederversammlung gibt es eine Demo

    „Missy Firefox“ ist laut ihrer Facebook-Seite die Organisatorin einer Demo, die sich im Vorfeld der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins ab 17.30 Uhr am Gymnasium auf der Karthause formieren wird. Dahinter steckt Stephan Otters aus Detmold, der seine Hündin aus dem Tierheim Koblenz hat und sich seitdem der Einrichtung so verbunden fühlt, dass er auch bereits Arbeitseinsatz-Urlaube hier verbracht hat.


    Ob er und etliche andere zur Mitgliederversammlung zugelassen sein werden, das ist offen. „Ich habe vor etwa vier Wochen einen Mitgliedsantrag gestellt und auch eine entsprechende Bestätigung bekommen, aber das muss vom Vorstand noch genehmigt werden“, sagt der Detmolder. Einen Mitgliedsausweis hat er also noch nicht – und geht davon aus, dass er bei der Versammlung wie etliche andere, bei denen es genauso ist, draußen warten muss.

    Neustart: Koblenzer Tierschützer setzen auf mehr Beteiligung der MitgliederVorsitzende abgewählt: Rollt Austrittswelle auf den Tierschutzverein Koblenz zu? Nach Wahlen im Tierheim Koblenz: Rollt jetzt eine Austrittswelle auf den Verein zu?Tierschutzverein Koblenz hat neuen Vorsitzenden - Demo begleitet Wahlen Koblenzer Tierschützer sind gespalten weitere Links
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