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    Tierschutz: Blum verteidigt Landwirtschaft

    Industrielle Tierhaltung und Massentierhaltung: Für den Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau sind das nichts als Schlagworte, "die die Landwirtschaft diskreditieren sollen und mit der landwirtschaftlichen Wirklichkeit nichts zu tun haben."

    "Druck ablassen" nach Belieben: Im Stall von Thomas Schneider in Arenberg können die Milchkühe des Landwirtes selbst entscheiden, wann sie zum Melken gehen. Ein Melkroboter, der ganz automatisiert arbeitet und vor dem die Kühe hier Schlange stehen, macht das möglich.
    "Druck ablassen" nach Belieben: Im Stall von Thomas Schneider in Arenberg können die Milchkühe des Landwirtes selbst entscheiden, wann sie zum Melken gehen. Ein Melkroboter, der ganz automatisiert arbeitet und vor dem die Kühe hier Schlange stehen, macht das möglich.
    Foto: Annette Hoppen

    Leo Blum findet: "Tierschutzvereine skandalisieren absichtlich, um ihre Daseinsberechtigung zu rechtfertigen und um Spenden zu erhalten."

    Im Vorfeld der Grünen Woche, der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, die Mitte Januar in Berlin beginnt, macht Blum damit als Chef des regionalen Interessenverbandes der Landwirte und Winzer kräftig Front gegen eine Novellierung des Tierschutzgesetzes. Diese hat der Agrarausschuss der Bundesregierung im November auf den Weg gebracht. Und das offenbar nicht zur Freude des Bauernverbandes, wie Blum in weiteren Ausführungen deutlich machte.

    "Wir sind auch für Tierschutz und Tierwohl. Aber bitte mit Augenmaß", betonte er am Dienstag in Koblenz. Wie Tierschutz und Tierwohl aus Sicht des Verbandes aussehen, demonstrierte Blum auf dem Hof von Hans und Thomas Schneider, die in Arenberg aktuell rund 140 Milchkühe in einem "Stall der Zukunft" halten: Die Tiere können sich im Stall frei bewegen, selbst zum Melkroboter marschieren oder sich von einer Bürste den Rücken massieren lassen.

    Durchaus gemütlich sieht auch der separate Stall für die Kälber aus: Automatisiert können die Jungtiere an einem künstlichen Euter Milch nuckeln, jeweils zehn Tiere teilen sich eine mit Stroh ausgelegte Laufbox. Am Euter der Mutter dürfen die Kälber derweil nicht saugen: Sie werden nach der Geburt recht schnell von den Muttertieren getrennt. Warum passiert das? "Weil die Infektionsgefahr im Stall zu groß ist", wie Landwirt Schneider erklärt. Und mit der automatisierten Trinkmaschine könne er außerdem sofort sehen, ob die Kälber auch genug trinken. Denn die tragen eine Art Transponder um den Hals, der die aufgenommene Milchmenge registriert. Die Gefahr, ein Tier zu verlieren, werde dadurch minimiert.

    Im Sommer dürfen die Jungtiere dafür auf die Weide, wie Blum lobte. Die Milchkühe brauchen einen solchen Auslauf nach Ansicht des Verbandspräsidenten dagegen nicht. "Die kriegen ihr Futter ja im Stall mundgerecht serviert." Und das sei für die Tiere viel angenehmer und stressfreier als ein Weidegang. Gleiches gelte für den Melkroboter: "Eine tolle Entwicklung im Sinne der Tiere", konstatierte Blum beim Rundgang durch den Stall.

    Vorab hatte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes betont: "Tierhaltung wird heute einfach viel zu oft vermenschlicht." Gerade Städter, die mit Hund und Katze zusammen in einer Wohnung leben, können seiner Meinung nach die artgerechten Bedürfnisse von Nutzvieh kaum noch einschätzen. Die daraus resultierende Hetze gegen die Landwirtschaft könne für die Kulturlandschaft fatal enden, meinte Blum weiter: "Wenn wir keine Tiere mehr essen, haben wir irgendwann keine grünen Wiesen mehr. Aber Gras will sicherlich auch keiner essen."

    Und dann holte Blum noch gegen die rheinland-pfälzische Agrarministerin Ulrike Höfken (Grüne) aus, der selbst die Novellierung des Tierschutzgesetzes noch nicht weit genug gehe. Mit dieser Haltung, so Blum, werde der Strukturwandel in der Landwirtschaft weg von kleinen und hin zu großen Betrieben aber noch weiter beschleunigt. Blum: "Mit Tierschutz hat das dann aber nichts zu tun."

    Annette Hoppen

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