40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Koblenz
  • » Stift und Kemperhof wollen fusionieren: Kommt die größte Klinik der Region?
  • Aus unserem Archiv
    Koblenz/Region

    Stift und Kemperhof wollen fusionieren: Kommt die größte Klinik der Region?

    Stadtrat und Kreistag sind dafür, die Gremien der Krankenhäuser auch. Seit Mittwoch ist klar, dass der Weg für eine Fusion des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen und des Stiftungsklinikums Mittelrhein grundsätzlich frei ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verschmelzung zu einem Großklinikum mit 3600 Mitarbeitern und fünf Standorten schnell vollzogen werden kann. So manche Hürde muss noch aus dem Weg geräumt werden.

    Der Kemperhof ist heute der größere Teil des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen, das nun mit dem Stiftungsklinikum Mittelrhein verschmelzen soll. Die Details der Fusion sind noch offen. Fest steht aber, dass die insgesamt fünf Standorte erhalten bleiben.
Foto: Reinhard Kallenbach
    Der Kemperhof ist heute der größere Teil des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen, das nun mit dem Stiftungsklinikum Mittelrhein verschmelzen soll. Die Details der Fusion sind noch offen. Fest steht aber, dass die insgesamt fünf Standorte erhalten bleiben.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Was der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig und Landrat Alexander Saftig am Donnerstagmorgen vor der Presse verkündeten, ist eigentlich nicht mehr als eine Absichtserklärung, hinter der freilich alle Entscheider stehen. Das heißt: Beide gemeinnützigen Gesellschaften sind befugt, die weiteren Schritte, die am Ende zu einer Fusion führen sollen, vorzubereiten. Eine Voruntersuchung gibt es bereits.

    Rein rechtlich gesehen könnte das Ganze auch noch problemlos abgeblasen werden. Daran, dass das Projekt scheitern könnte, glauben dennoch die wenigsten. Zu viel steht auf dem Spiel. Es geht vor allem um Geld. Das soll nämlich durch die Straffung von Verwaltungsabläufen, die bessere Zusammenarbeit im medizinischen Bereich und die Vermeidung von Doppelanschaffungen gespart werden. Auch hätten beide Einrichtungen im Einkauf eine viel bessere Verhandlungsposition.

    Von Stellenstreichungen oder Teilschließung von Standorten ist übrigens nicht die Rede. Das heißt: Die Krankenhäuser in Boppard, Mayen und Nastätten sollen nicht nur erhalten bleiben, sondern in puncto Versorgungsqualität sogar ausgebaut werden. Die kaufmännischen Geschäftsführer Markus Heming (Gemeinschaftsklinikum) und Falko Rapp haben ein gemeinsames Ziel: die Schaffung eines Klinikums der Maximalversorgung, was auch der erklärte Wille der Aufsichtsgremien ist. Das bedeutet: Die Standards sollen den Rang einer Universitätsklinik erreichen, was dem dann größten Klinikum in der Region höhere Zuschüsse bescheren würde. Die Voraussetzungen dafür sind gut.

    Beide Einrichtungen sind bereits akademische Lehrkrankenhäuser. Dazu kommt, dass etliche Abteilungen einen sehr guten Ruf haben. Beispiele sind die Neurochirurgie im Koblenzer Stift sowie die Kinder- und Jugendmedizin im Kemperhof, dem Hauptstandort des Gemeinschaftsklinikums. Da das Stiftungsklinikum auch Seniorenheime in die beabsichtigte "Ehe" einbringen kann, ergeben sich im Bereich von Gerontologie und Pflege auch neue Formen der Zusammenarbeit. Beim Blick aufs Ganze könnte auch die Kardiologie einen großen Sprung nach vorn machen.

    Und die Menschen in der Region? Wer zum Beispiel in Mayen lebt, wird auch weiter im St.-Elisabeth-Krankenhaus behandelt. Dieses Modell gilt analog auch für Boppard und Nastätten. Neu ist, dass die Versorgung durch Spezialisten verbessert werden soll. So können zum Beispiel Chirurgen, deren Hauptarbeitsplatz Koblenz ist, auch Eingriffe an den anderen Standorten vornehmen. Es geht aber auch umgekehrt.

    Hinter dem Konzept steht vor allem der Gedanke, dass jeder Standort ein Spezialgebiet abdecken kann, das es an anderen Häusern des Verbunds in dieser Form nicht gibt. Ein weiterer Aspekt ist es, das neue große Klinikum im harten Wettbewerb um Spitzenkräfte besser zu positionieren. Denn Mediziner und das Pflegepersonal wollen sehr oft in großen Einrichtungen arbeiten, weil sie sich dort bessere Aufstiegs- und Weiterbildungschancen erhoffen.

    Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

    Aus zwei mach eins: Zieht das Stift zum Kemperhof?Rechnungshof kritisiert Millionen-Förderung: Wird das Ersatzbettenhaus am Kemperhof überhaupt gebraucht?Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein: Erneut Bewegung im PersonalkarussellStationen im Stift schließen: Gespräche mit betroffenen Mitarbeitern laufenGemeinschaftsklinikum: Land offen für Ein-Standort-Optionweitere Links
    Koblenz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    epaper-startseite
    Wetter
    Freitag

    11°C - 18°C
    Samstag

    10°C - 18°C
    Sonntag

    8°C - 14°C
    Montag

    10°C - 13°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerie: Fotos unserer Leser
    Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

    Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
    Koblenzer Stadt-Geschichten

    Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf

    Anzeige