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Bendorf

Stadtrat: Streit um Hortschließung in Bendorf

Peter Karges

Der Hort für Grundschüler im städtischen Kindergarten „Haus des Kindes“ in Bendorf schließt im Sommer 2019. Dies entschied der Bendorfer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit den Stimmen von CDU, Grünen und von Herbert Speyerer (FDP). Die SPD und die beiden Vertreter der Wählergruppe (WUM) hatten gegen eine Schließung gestimmt.

20 Bendorfer Grundschüler besuchen derzeit den Hort im „Haus des Kindes“. Der Stadtrat entschied sich bei seiner jüngsten Sitzung dafür, diesen Hort im Sommer 2019 zu schließen.
20 Bendorfer Grundschüler besuchen derzeit den Hort im „Haus des Kindes“. Der Stadtrat entschied sich bei seiner jüngsten Sitzung dafür, diesen Hort im Sommer 2019 zu schließen.
Foto: Sascha Ditscher

Der Hort wird zurzeit von 20 Bendorfer Grundschülern besucht, die Betreuungszeiten sind montags bis freitags bis 17.30 Uhr. Hintergrund der Schließung des Horts ist der Raumbedarf. Im Haus des Kindes soll nämlich ab dem Sommer 2019 eine weitere Kitagruppe errichtet werden, zurzeit gibt es hier fünf Kitagruppen.

Neben der Hortgruppe sind im „Haus des Kindes“ noch fünf Kitagruppen untergebracht.
Neben der Hortgruppe sind im „Haus des Kindes“ noch fünf Kitagruppen untergebracht.
Foto: Sascha Ditscher

Was die Schulferien betrifft, so beauftragte der Rat einstimmig die Verwaltung, bis zu den Sommerferien 2018 ein Angebot für eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen und Gruppen zu schaffen. Zudem wurde die Stadtverwaltung vom Rat beauftragt, schnellstmöglich in Zusammenarbeit mit den Schulen eine bedarfsgerechte Betreuung jenseits der Unterrichtszeiten für alle Grundschüler zu schaffen.

Um die Schließung des Horts hatte es in der Ratssitzung eine rund zweistündige kontroverse Diskussion gegeben. Vor allem die Sozialdemokraten warfen der Bendorfer „Jamaika-Koalition“ vor, dass sie den Hort schließe, ohne zurzeit eine tragfähige Alternative zu haben. „Wir setzen uns, ohne dies zu müssen, unter Zugzwang“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred Bauer. Und Christoph Mohr (SPD) verglich die Schließung des Horts mit dem Abriss einer Brücke, ohne dass man eine Alternative biete.

Die SPD hatte selbst einen Antrag eingebracht, demzufolge erst über die Schließung beraten und entschieden werde, wenn ein bedarfsgerechtes alternatives Betreuungsangebot an den Grundschulen umgesetzt und erprobt ist. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen von CDU, Grünen und Herbert Speyerer abgelehnt. Bürgermeister Michael Kessler kritisierte unter anderem die Kriterien „erprobt“ und „umgesetzt“ im Zusammenhang mit der Hortschließung, böten sie doch zu viele Ausstiegslücken, um eine Alternative zu verwerfen. „Aus dem Antrag spricht ein abgrundtiefes Misstrauen gegenüber der Verwaltung“, betonte Michael Kessler im Hinblick auf die angestrebte Alternativlösung zum Hort. Christoph Helling (CDU) und Herbert Speyerer erinnerten zudem daran, dass die Betreuung der Schulkinder nicht im Tätigkeitsfeld der Stadt, sondern des Landes liege. „Es ist schlicht nicht unsere Aufgabe als Gemeinde, diese Leistung anzubieten. Wenn es unsere Aufgabe wäre, müssten wir bestimmt 240 Plätze anbieten“, betonte Christoph Helling. Und Herbert Speyerer mahnte an, dass man hinsichtlich der Betreuung, auch der Ferienbetreuung, Druck auf die Landesregierung ausüben müsse, die hier einen Ausbau schließlich versprochen habe. „Wir sind an den Grenzen unserer Leistungsfähigkeit“, sagte Herbert Speyerer mit Blick auf die Bendorfer Finanzen. Für die Grünen hatte Thomas Beckgerd angemerkt, dass die Diskussion zeige, wie wichtig eine Bürgerbeteiligung sei, während Eva-Maria Heuser (WUM) die Schließung vor Installierung einer Alternative kritisierte.

Der Hort bietet, verglichen mit den Bendorfer Grundschulen St. Medardus und Bodelschwingh, eine zeitlich längere Betreuung abseits des Unterrichts. Darüber hinaus entschied der Rat auch noch verschiedene Maßnahmen bezüglich der Kita-Situation. So soll die Kindertagesstätte im Stadtteil Stromberg um zwei Gruppen und fünf Plätze erweitert werden. Bis die neuen Gruppen in Stromberg aufnahmebereit sind, soll die Kindertagesstätte im ehemaligen Pfarrhaus in Mülhofen weiter betrieben werden.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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