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Koblenz

Stadtbad muss noch ein bisschen halten

Totgesagte leben länger – das trifft auch auf das Koblenzer Stadtbad zu. Denn während Herbst für Herbst in der Stadt erzählt wird, dass das Schwimmbad nicht mehr aufmacht, weil es zu marode ist, geben die Statiker immer wieder neu grünes Licht.

Das Stadtbad ist 45 Jahre alt – die Nutzer aber mögen das alte Bad, unter anderem deswegen, weil es günstig ist.
Das Stadtbad ist 45 Jahre alt – die Nutzer aber mögen das alte Bad, unter anderem deswegen, weil es günstig ist.
Foto: Denise Hülpüsch

",Für ein Jahr geht es noch‘, sagen sie Jahr für Jahr", erläutert Betriebsleiter Lothar Zehe und lacht. Zumindest optisch ist das Bad durch die Folie zur Moselseite, die die fleckigen Fenster verbirgt, aufgewertet worden.

Genau vor 45 Jahren ist das Bad in der Weißer Gasse eröffnet worden, 1964 hatte man mit dem Bau begonnen. "Normalerweise sagt man, ein Bad hat eine Lebenszeit von 25 oder 30 Jahren, bis es grundlegend saniert werden muss", sagt Zehe. "Aber dadurch, dass wir jeden Sommer die Schließungspause nutzen, um fällige Arbeiten zu erledigen, haben wir die Lebensdauer erheblich verlängern können." Wie lange das noch gut geht, kann im Moment niemand sagen. "Hoffentlich, bis ein neues Bad gebaut ist", sagt Rüdiger Sonntag, der Leiter des Sport- und Bäderamts. Und wann wird das sein? Schulterzucken.

Die Situation ist ein bisschen unklar. Denn einerseits hat der Stadtrat entschieden, dass die Stadt selbst ein neues Bad bauen will. Auf der Prioritätenliste der förderfähigen Investitionen aus dem Bereich Sport, die dem Stadtrat in seiner heutigen Sitzung vorliegt, steht es auf dem zweiten Platz, direkt hinter dem Ausbau des Sportparks Oberwerth. Die Verwaltung soll sich also um Zuschüsse bemühen. Andererseits sondiert man gerade wieder die Lage, um zu schauen, ob sich eventuell ein privater Investor finden würde. Ein Widerspruch? "Aus meiner Sicht nein", sagt Rüdiger Sonntag.

Klar ist dagegen, dass Koblenz kein Luxusbad oder eine Wellnessoase bauen will. "Wir wollen uns nicht mit dem Umland und Mülheim-Kärlich vergleichen, und unsere Nutzer wollen auch ein derartiges Bad gar nicht. Die wollen schwimmen", sagt Lothar Zehe. Natürlich würde man heutzutage neben einem Schwimmer- und einem Nichtschwimmerbecken auch einen Kleinkinderbereich und ein paar Saunen mitplanen, alles andere wäre nicht mehr zeitgemäß. "Aber es muss eben auch noch bezahlbar sein für die Leute. Klar weiß jeder, dass er dann eben nicht mehr für 6 Euro in die Sauna kann, aber mehr als 20 Euro darf es auch nicht kosten", ergänzt Sonntag.

Als Standort ist schon seit Längerem der Moselbogen in der Nähe des Hotels Contel im Gespräch. "Der bietet sich an", sagt Rüdiger Sonntag. Platz für Parkflächen ist vorhanden, der Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel gut. Das ist das geringste Problem.

Doris Schneider

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