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Vallendar

Spezialfirma sichert rutschigen Hang in Vallendar

Mithilfe eines Schreitbaggers wird eine Firma für Spezialtiefbau aus Straubing (Bayern) den vor drei Jahren zu großen Teilen abgerutschten Hang sichern

Kopfüber in den Hang: In der Vallendarer Humboldtstraße hat eine Spezialtiefbaufirma mithilfe eines Schreitbaggers mit der Rohdung und Sicherung des 2011 abgerutschten Hangs begonnen.
Kopfüber in den Hang: In der Vallendarer Humboldtstraße hat eine Spezialtiefbaufirma mithilfe eines Schreitbaggers mit der Rohdung und Sicherung des 2011 abgerutschten Hangs begonnen.
Foto: Damian Morcinek

Von unserem Redakteur Damian Morcinek

Wie eine riesige Spinne kraxelt ein neun Tonnen schwerer Schreitbagger über die Hangkante in der Vallendarer Humboldtstraße. Mit Bedacht setzt der Baggerfahrer einen Abstützfuß nach dem anderen in das gut 40 Grad steile Gefälle oberhalb eines Einfamilienhauses. Zur eigenen Sicherung nutzt er zeitgleich die am Ausleger der Baumaschine befestigte Schaufel, die er als Stütze ins Erdreich vor sich drückt. Mithilfe des Baggers wird eine Firma für Spezialtiefbau aus Straubing (Bayern) in den kommenden drei Wochen den vor drei Jahren zu großen Teilen abgerutschten Hang sichern (die RZ berichtete).

Für die vier Arbeiter stellt die Aufgabe kein Problem dar, versichert Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer Michael Eberhardt im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie haben schon in weitaus steileren Gefilden mit der Maschine gearbeitet. Eine anspruchsvolle Baustelle sei es aber dennoch. "Schließlich ist der Hang schon mehrfach gerutscht und stellt somit ein gewisses Gefahrenpotenzial dar", sagt Michael Eberhardt.

Während der Schreitbagger – mitten im Hang angekommen – damit beginnt, Büsche aus dem Erdreich zu reißen, ertönt im Hintergrund eine Motorsäge, und die ersten Koniferen und Bäume fallen. Denn bevor der Hang, von dem 2011 mehr als 100 Kubikmeter Erde und Schlamm abgingen, gesichert werden kann, muss er zunächst gerodet werden. Anschließend werden mithilfe des Baggers und unter dem Einsatz einer Bohrlanze mehr als 25 knapp 7 Meter tiefe Löcher in den Abhang gebohrt. "Dort hinein kommen anschließend entsprechend große Erdanker, an die wir letztlich eine Betonschale ranhängen", erläutert Eberhardt das wie er betont gängige Verfahren, um Hänge dieser Art zu sichern.

Der Beton wird auf die Köpfe der Erdanker und eine zuvor verlegte Stahlmatte gespritzt. Die ersten Anker werden laut Firma voraussichtlich von Dienstag an in den Hang getrieben. 94 000 Euro soll die Hangsicherung kosten, die die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord als Sofortmaßnahme auf Kosten der ehemaligen Grundstückseigentümerin ausführen lässt. Das Verwaltungsgericht Koblenz hatte jüngst entschieden, dass diese für die Kosten zur Hangsicherung auf dem Nachbargrundstück ihres Hauses aufkommen muss, auch wenn sie dessen Eigentumsrechte inzwischen aufgegeben hat.

Die Vallendarerin fühlt sich nicht für den Hangrutsch verantwortlich. Sie hat bereits angekündigt, Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht gegen die Entscheidung einzulegen.

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