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Koblenz

Spatenstich für die Nordtangente: Lang ersehntes Straßenbauprojekt startet offiziell

Darauf haben viele Koblenzer jahrzehntelang gewartet: Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat der Bau der Nordtangente, einer Entlastungsstraße zwischen Metternich und Bubenheim, begonnen.

Unsere Illustration zeigt den ungefähren Verlauf der Nordtangente.
Unsere Illustration zeigt den ungefähren Verlauf der Nordtangente.
Foto: Damian Morcinek

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

Der offizielle Spatenstich für die Nordtangente.
Der offizielle Spatenstich für die Nordtangente.
Foto: Kallenbach

Wann die Diskussionen über die Nordtangente begannen, wissen selbst Eingeweihte nicht mehr genau. „Manche sagen, vor 60 Jahren“ scherzte Infrastrukturminister Roger Lewentz beim Ortstermin im Gewerbepark Bubenheim. Denn hier, genauer gesagt am Kreisel zur Straße „An der Römervilla“, wurde am Montag mit dem symbolträchtigen ersten Spatenstich das Schlusskapitel einer bislang unendlich erscheinenden Geschichte aufgeschlagen.

In den kommenden zweieinhalb Jahren werden unter Regie des Landesbetriebs Mobilität (LBM) 8,4 Millionen Euro investiert, um die rund 2,5 Kilometer lange Nordtangente zu realisieren, die vor allem die Stadtteile Bubenheim und Metternich entlasten soll. Das Land übernimmt dabei einen Anteil von 4,3 Millionen Euro, den Rest bezahlt die Stadt Koblenz. „Das ist nicht ganz billig, aber dringend erforderlich“, brachte es der Minister auf den Punkt.

Denn aktuell werden auf der B 9 im Bereich Koblenz rund 90 000 Fahrzeugbewegungen gezählt. Das ist bundesweit ein Spitzenwert. Mit Blick auf die Europabrücke sprach Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig sogar von 105 000 Fahrzeugen. Allein diese Zahlen machen deutlich, dass es sinnvoll ist, die Verkehrsteilnehmer, die weder in die Innenstadt noch nach Lützel oder Metternich wollen, frühzeitig umzuleiten. Genau dies soll mit einer kleinen, aber ausbaufähigen Lösung mit kürzerer Strecke und vorerst zwei Spuren geschehen, mit der nicht alle zufrieden sind.


So hätte die Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach“ mit Blick auf den starken Durchgangsverkehr im Stadtteil lieber gesehen, dass die neue Verbindung bis zur Landesstraße 52 geführt wird, die vom Bundeswehrzentralkrankenhaus nach Polch und weiter nach Kaisersesch führt. „Lasst Rübenach nicht allein. Die ganze Nordtangente muss es sein“, war auf einem Transparent zu lesen, das Mitglieder zum Spatenstich mitgebracht haben.

„Unsere Anerkennung gilt auch denjenigen, die uns gequält haben“, betonte Hofmann-Göttig. Er erinnerte daran, dass es ohne den Einsatz Kritik der Bürger wohl nicht funktioniert hätte. Denn angesichts der Tatsache, dass Rheinland-Pfalz das dichteste Straßennetz in der Bundesrepublik hat, gibt es auch andernorts großen Handlungsbedarf. So sind im Landesstraßen-Bauprogramm für 2016 327 Straßenbauvorhaben aufgelistet – fast alle betreffen Sanierungsmaßnahmen.

Landesweit gibt es nur sechs Neubauvorhaben, die Nordtangente gehört dazu. Insgesamt sollen im kommenden Jahr rund 140 Maßnahmen beginnen, weitere 60 Projekte sind für das Bauprogramm 2017 vorgemerkt.

Und was die Nordtangente betrifft: Hier haben die Arbeiten begonnen. Wie bereits berichtet, werden zunächst im Bereich des Bubenheimer Kreisel bis November Baustraßen angelegt. Parallel dazu untersuchen Mitarbeiter der Landesarchäologie das Gelände, in dem vorgeschichtliche und antike Siedlungsspuren vermutet werden. Der erste größere Bauabschnitt wird der Umbau des Kreisels „An der Römervilla“ zu einem „Lichtgesteuerten Knoten“ sein.

Unsere Erstmeldung vom Vormittag:

Mit dem offiziellen Spatenstich hat Infrastrukturminister Roger Lewentz den Bau der rund 2,5 km langen Nordentlastung Koblenz-Metternich im Zuge der neuen L 52 gestartet. "Die Nordentlastung ist dringend erforderlich, um eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit im nordwestlichen Bereich von Koblenz zu bewirken", sagte Lewentz laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums.

Die Nordentlastung verläuft von der Rübenacher Straße in Metternich über die Stadtstraße Weinackerweg und die L 127 "Bubenheimer Weg" bis zur Stadtstraße "An der Römervilla" in Koblenz-Bubenheim. Begonnen wird mit dem Umbau des bestehenden Kreisels K 12/An der Römervilla. Der Bau der weiteren Verkehrsanbindungen der neuen Trasse an das bestehende Straßennetz wird dann mit einem Straßendurchbruch in Metternich, einem Kreisverkehrsplatz mit einem Außendurchmesser von 50 Meter und einer verkehrsgerechten Einmündung der L 127 bei Bubenheim folgen. Im Herbst kommenden Jahres stehen dann umfangreiche Bauarbeiten der durchgehenden Strecke an. Fertig gestellt wird das Gesamtprojekt voraussichtlich in 2 1/2 Jahren.

"Der Neubau der Nordentlastung Koblenz-Metternich werde erheblich vom Durchgangsverkehr entlasten, die Sicherheit erhöhen und gleichzeitig die Wohnqualität der Anwohner verbessern", betonte der Minister laut Ministeriumsmitteilung. Die Gesamtkosten der Nordentlastung belaufen sich demnach auf rund 8,4 Millionen Euro, wobei die Stadt Koblenz rund 4,1 Millionen Euro investiert und das Land Rheinland-Pfalz rund 4,3 Millionen Euro bereitstellt.

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