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    Serie SicheRZuhause: Einbrüche, die Schlagzeilen machen

    Jeder Einbruch ist zwar schlimm, spektakulär oder unfassbar wird es zum Glück selten. Doch auch in unserer Region gab es in den vergangenen Jahren Taten, die für Kopfschütteln und Schlagzeilen sorgten.

     

     

    Eine Szene wie aus einem Actionfilm: Unbekannte rasen vor einem Jahr mit einem Auto in den Saturn an der Römervilla. Ähnliches passiert Monate zuvor im Mediamarkt an der B 9. Auch andere Einbrüche in der Region schreiben in der Vergangenheit Schlagzeilen.
    Eine Szene wie aus einem Actionfilm: Unbekannte rasen vor einem Jahr mit einem Auto in den Saturn an der Römervilla. Ähnliches passiert Monate zuvor im Mediamarkt an der B 9. Auch andere Einbrüche in der Region schreiben in der Vergangenheit Schlagzeilen.
    Foto: honorarfrei

     

     

    Von unserer Redakteurin Katrin Franzen

    Die spektakulärsten und wohl dreistesten Einbrüche haben sich 2015 im Saturn und im Mediamarkt in Koblenz ereignet.

    Das geschah: Unbekannte rasen am frühen Montagmorgen des 28. September mit einem gestohlenen VW Golf rückwärts in den Saturn an der Römervilla. Das Auto durchbricht die Glastüren und Sicherheitsgitter. Die Täter steigen aus, nehmen Computer und Smartphones mit – und flüchten mit einem anderen Wagen. Schaden laut Polizei: 150 000 Euro.

    Das folgte: Ein Mitglied der Koblenzer Saturn-Geschäftsführung erklärt: "Wir haben im Anschluss an den Einbruch vieles umorganisiert und natürlich aufgerüstet." Sichtbar sind die zusätzlichen Poller vor dem Geschäft. Das meiste geschah unbemerkt. "Wir haben Profis im Unternehmen, die sich nach einem Einbruch alles genau anschauen." Das Sicherheitskonzept wurde überdacht. Ärgerlich für den Koblenzer Saturn: Dort wurde 2009 bereits mit einem Vorschlaghammer eingebrochen. "Damals haben wir schon ganz viel verändert. Ich hätte nicht gedacht, dass die mit dem Auto kommen." Drei Monate vor dem Blitzeinbruch war der Markt gecheckt worden.

    Ein ähnlicher Blitzeinbruch ereignete sich im vergangenen Jahr im Koblenzer Mediamarkt an der B 9 im Januar. Damals rasen die Täter vorwärts in den Fachmarkt. Sie nehmen vor allem Handys mit. Schaden laut Polizei: 50 000 Euro.

    Blitzeinbrüche mit Autos gab es nicht nur in Koblenz. Dirk Mohr vom Polizeipräsidium Koblenz erklärt: "Das war eine Serie im südwestdeutschen Raum."

    Für Aufsehen sorgte auch ein tonnenschwerer Einbruch bei Polch.

    Das geschah: Unbekannte stehlen Ende Juli 2014 rund 300 Solarmodule aus einem Fotovoltaikpark der Sybag Solar bei Polch. Gesamtgewicht: rund 5 Tonnen. Vermutlich haben die Diebe einen Lkw benutzt, um die Module zu transportieren.

    Das folgte: Unternehmenssprecher Achim Nehrenberg erklärt: "Wir haben Maßnahmen am Park in Polch zur Sicherung ergriffen." Die Täter sind bislang nicht gefasst, berichtet die Mayener Kriminalpolizei. Nehrenberg vermutet: Die Module werden irgendwo neu installiert und in Betrieb genommen worden sein.

    Vor dem Einbruch hatte der Betreiber begonnen, seine zahlreichen Parks aufwendig zu schützen, so der Sprecher. Einige Anlagen waren damals bereits komplett mechanisch gesichert. Dabei gibt es viele Möglichkeiten: von GPS-versehenen Modulen über Alarmanlagen, die bei Veränderung des Neigungswinkels ausgelöst werden, bis hin zu Kameras. Auch dieser Rieseneinbruch ist kein Einzelfall. Es gibt sogar eine eigene Internetseite, auf der aktuell alle Diebstähle von Fotovoltaikanlagen gelistet werden ( http://www.pv-diebstahl.de/news).

    Für Schlagzeilen sorgte vor fast genau zwei Jahren ein Einbruch, der sich mitten in der Andernacher Fußgängerzone abspielte.

    Das geschah: Täter dringen im Oktober 2014 nachts ins gleichnamige Bekleidungsgeschäft von Antonia Reiff ein und räumen den Laden komplett leer. Dabei hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung und einen Warenschaden von 100 000 Euro. Die aktuelle Herbst- und Wintermode war kurz zuvor eingetroffen. Die Polizei berichtet damals: "Die Täter suchen sich in der Regel vorab gezielt die Ware aus und wissen genau, was damit geschieht." Sie bestücken damit beispielsweise einen zu eröffnenden Laden im Ausland.

    Das folgte: Antonia Reiffs Boutique ist ihre Existenz. Sie setzte alle in Bewegung, um Ware zu erhalten, die zu ihren Kunden passt. "Es dauerte noch lange, dass ich verängstigt war, wenn ich in den Laden kam", schildert sie. Jedes Mal hoffte Reiff, dass die Einbrecher nicht erneut da waren. Der Laden wurde nachgerüstet, es gab neue Schlösser und weitere Vorrichtungen. "Aber ganz vergittert haben wir uns noch nicht", sagt Reiff. Sie hofft, dass das auch nicht notwendig ist.

    Bei manchen Einbrüchen werden sogar Fahrzeuge gestohlen und darin wird weitere Waren mitgenommen. So passierte es in der Landschaftsbaufirma Martini in Kehrig in der Vordereifel.

    Das geschah: Unbekannte dringen in der Nacht auf Montag, 9. Juni 2014, auf das Betriebsgelände der Martinis ein, beladen zwei Transporter mit Kupferkabeln und flüchten mit den Baumaschinen.

    Das folgte: Sandra Martini, die die Firma mit ihrem Mann betreibt, erzählt: "Das war ein einschneidendes Erlebnis." Ein halbes Jahr lang schlief sie schlecht und fragte sich, ob die Täter ins Wohnhaus kommen könnten. Sie hat Angst um ihre Kinder. "Ein Präventionsberater zeigte uns, wo wir nachbessern können." Das taten die Martinis dann auch. Die Transporter wurden eine Stunde Fahrtzeit entfernt gefunden. Die Polizei sicherte zudem DNA-Fingerabdrücke von Tätern einer rumänischen Bande, weiß Martini. Da diese keinen festen Wohnsitz haben, können sie aber nicht verhaftet werden.

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