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    Senioren kämpfen für eine Bushaltestelle: Gülser wollen stärker am Leben teilhaben

    Für viele der rund 140 Bewohner im Laubenhof war es die erste Demonstration in ihrem Leben. Josefine Diede zum Beispiel hält ein Schild in den Händen: „Mobilität für alle“ steht darauf. Die Senioren kämpfen für eine Bushaltestelle.

    „Bisher muss ich mit dem Taxi in die Stadt fahren, wenn ich zum Arzt will oder sonst wohin“, sagt die 89-Jährige. Alois Arens, auf dessen Pappschild „Luxus Bushaltestelle?“ zu lesen ist, ergänzt: „Und sie ist ja nicht nur für uns gut, die Bushaltestelle, sondern auch für unsere Besucher!“ Denn die Freunde des 86-Jährigen sind ja naturgemäß auch oft nicht viel jünger als er, und es ist für sie sehr beschwerlich, die nächstgelegene Haltestelle im Gülser Neubaugebiet zu erreichen.

    Schon seit Jahren wünscht sich die Senioreneinrichtung, in der insgesamt rund 140 Menschen im stationären Bereich und in seniorengerechten Wohnungen leben, eine bessere Busanbindung. Der Weg von der Einrichtung in der Nähe der Gulisastraße hoch zur Bushaltestelle an der Ecke Karl-Mannheim-/Ludwig-Denkel-Straße ist nicht nur ganz schön weit, vor allem, wenn man mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist oder einfach nicht mehr so gut zu Fuß ist. Er ist auch steil. Das macht den Senioren hoch genauso viele Probleme wie runter, wenn es schwer ist, den Rollator zu stoppen.

    „Dabei ist es doch so wichtig, dass die Menschen am Leben teilhaben“, sagt Roman Klein, Geschäftsführer der Isa Domizil GmbH, die unter anderem das Seniorenheim im Laubenhof betreibt. Eine bessere Busanbindung würde es den Bewohnern ernorm erleichtern, in die Stadt zu fahren, um zum Arzt, in Läden, zum Kaffeetrinken oder einfach mal in die Stadt zu gehen.

    Und nicht nur die Bewohner würden von der Haltestelle profitieren, fügt Klein hinzu: Auch für die vielen Mitarbeiter und Besucher wäre es einfacher, das Haus zu erreichen. Dass die Demo am Donnerstagvormittag überwiegend unter einem Pavillon und drinnen stattfinden muss, weil es regnet, bringt zudem auch dieses Thema ins Gedächtnis, sagt Klein: „Es sollte auch eine überdachte Bushaltestelle sein.“

    Schon seit Jahren fordert die Einrichtung dies, und lange schon unterstützt auch der Ortsbeirat dieses Vorhaben, erklärt Ortsvorsteher Hermann-Josef Schmidt. Getan hat sich seitdem wenig. Den Vorschlag des stellvertretenden Behindertenbeauftragten André Bender, dass der Bus von Bisholder eine Schleife am Seniorenheim vorbei drehen könnte, hat die EVM verworfen. Also wären nicht nur die Kosten für die Bushaltestelle selbst zu stemmen, sondern auch für eine zusätzliche Linie. Ortsvorsteher Schmidt will sich noch nicht damit abfinden, dass die vergleichsweise einfache Lösung mit der Schleife von Bisholder aus vom Tisch ist. Und Ingo Degner, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats, bekommt viel Applaus für seine Worte: „Wir wollen nicht hören, dass es nicht geht, wir wollen hören, wie es geht.“

    Vielleicht können die Senioren ja davon profitieren, dass derzeit Oberbürgermeister-Wahlkampf ist. Die Kandidaten David Langner, Bert Flöck und Hans-Peter Ackermann sind jedenfalls bei der Demo anwesend und bekunden ihre Unterstützung für das Thema. Letztlich wird es aber vermutlich der Stadtrat entscheiden müssen. Denn wenn bald eine Lösung gefunden werden soll, dann muss er zusätzliche Gelder in den Haushalt einstellen.

    2020 wird es zwar sowieso eine Neuregelung des ÖPNV geben, weil der Vertrag mit der EVM ausläuft und dann neu abgeschlossen wird. „Man wird irgendwann auch über modernere Wege nachdenken müssen“, fordert der stellvertretende Behindertenbeauftragte der Stadt, André Bender. Zum Beispiel über viele kleinere Busse, die flexibel eingesetzt werden, statt der starren Linien, die es jetzt gibt. Aber darauf wollen die Bewohner im Laubenhof nicht warten.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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