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    Asterstein

    Schüler fühlen sich im Stich gelassen

    Ein Gymnasium, das Sport-Leistungskurs anbietet, aber seit 1978 keine eigene Sporthalle besitzt: Was wie die Handlung eines schlechten Films klingt, ist am Gymnasium auf dem Asterstein Realität. Nachdem die Schulgemeinschaft den Weg in die Öffentlichkeit gesucht hatte, um die erneuten Verzögerungen beim Bau der geplanten Halle anzuprangern, hat sich jetzt auch die Schülervertretung (SV) an die RZ gewandt.

    Mitglieder der Schülervertretung am Gymnasium Asterstein, im Foto von links Béla Riebel und Julia Hubel, ärgern sich jeden Tag über den Acker, auf dem sich nichts tut.
    Mitglieder der Schülervertretung am Gymnasium Asterstein, im Foto von links Béla Riebel und Julia Hubel, ärgern sich jeden Tag über den Acker, auf dem sich nichts tut.
    Foto: Felix Bartsch

    Von unserem Mitarbeiter Felix Bartsch

    Seit die alte Uni-Halle abgerissen ist, findet der Sportunterricht in der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule und in der Grundschule in Horchheim statt. Der Spatenstich für den Bau der neuen Halle im vergangenen November spendete Hoffnung, dennoch hat sich bis heute nichts weiter getan (die RZ berichtete).

    "Als ich auf die Schule kam, hatte ich die Hoffnung, zumindest zwei oder drei Jahre in der neuen Halle Sport machen zu können", sagt Alexander Johann (16) von der Schülervertretung. Dass daraus wohl nichts mehr wird, weiß er selbst. Mittlerweile hofft er nur noch, dass es den kommenden Generationen da besser ergehen wird. Teilweise waren bereits die Eltern der jetzigen Schüler auf dem Gymnasium. Schon damals wurde laut Schülervertretung der Bau einer Halle geplant. Gebaut wurde seitdem aber nichts. "Das sind alles leere Versprechen", sagt Béla Riebel (13) von der SV resigniert.

    Die derzeitigen Zustände sind schwierig: Die Stundenpläne müssen vollständig danach gerichtet werden, wann die Sporthallen der anderen Schulen zur Verfügung stehen. So ergeben sich viele Freistunden und langer Unterricht. Zur Sporthalle in Horchheim wird ein Fahrservice per Bus organisiert, der für die Schüler kostenfrei zur Verfügung steht. "Das Geld könnte viel besser in andere Sachen investiert werden", sagt die Schülersprecherin Julia Hubel (16). Von der tatsächlichen Doppelstunde Sport bleibt mit Bustransfer nur weniger als die Hälfte übrig.

    Auch wenn alle versuchen, sich irgendwie zu arrangieren, reichen die Kapazitäten der Sporthallen kaum aus. Geräte für den Oberstufenunterricht sind teilweise nicht vorhanden, die hohe Belegungsrate erlaubt oft nur die Nutzung eines Hallendrittels. Ballsportarten können dementsprechend nicht eingeübt werden. Für eine Schule, die jedes Jahr einen neuen Sport Leistungskurs mit etwa 20 Oberstufenschülern beginnt, sind das problematische Gegebenheiten. "Schüler, die Sport im Leistungskurs wollen, gehen mittlerweile lieber auf die Karthause als zu uns", sagt Alexander Johann.

    Die Verantwortung sieht die Schülervertretung bei der Stadt. "Vonseiten der Stadt kommt gar nichts", sagt Julia. Auf Nachfragen hat man keinerlei Rückmeldungen bekommen. "Es ist schade, wie schlecht die Kommunikation mit der Stadt ist", so auch Marta Zimmer (16), Schülerin auf dem Asterstein. Die Schüler sind ratlos und fühlen sich schlecht informiert. Als besonderer Hohn wurde dabei empfunden, dass einige Schüler zuletzt noch beobachteten, wie ein Bauer die für die Halle gedachte Ackerfläche erneut düngte. Wo im November der Spatenstich stattfand, beginnt wieder Grün zu wachsen.

    Dabei wäre eine neue Sporthalle laut den Schülern eine gute Chance für ganz Koblenz. Die Schule könnte mit einer Spezialisierung auf Sport besonders attraktiv werden. Auch der Vereinssport leidet unter der derzeitigen Überlastung der Hallen und könnte durch eine zusätzliche Halle bessere Freizeitangebote stellen. "Vielleicht kann man dann ja sogar kleinere Turniere und Sportevents abhalten", so Béla Riebel optimistisch. Dafür muss allerdings erst einmal die Halle gebaut werden.

    Koblenz
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