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    Koblenz

    Schnelles Internet soll fast alle Koblenzer Stadtteile erreichen

    In der Immendorfer Straße in Arenberg wird derzeit ein erster Spatenstich vollzogen, der nicht nur für die Höhenstadtteile, sondern für weite Teile des Stadtgebietes den Aufbruch in ein neues Internetzeitalter symbolisieren soll. Denn noch 2015 werden viele Bereiche von Koblenz an das Turbo-Internet angebunden sein.

    Foto: Jakub Krechowicz/Fotoalia

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Noch im Jahr 2015 soll die schnelle Breitbandversorgung in den Stadtteilen der rechten Rheinseite sowie auf der Karthause freigeschaltet werden. Die nördlichen Stadtteile sollen dann 2016 folgen.

    Überparteiliche Initiative

    Die wichtigsten Fragen der Bürger in Arenberg und Immendorf wurden bereits am Montagabend im Caritashaus St. Elisabeth beantwortet. Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein, wobei Vorsitzende Ute Hentschel hervorhob, dass die Breitbandinitiative in beiden Stadtteilen eine überparteiliche Sache ist. Seit drei Jahren gibt es hier eine entsprechende Arbeitsgruppe, die, ursprünglich von Sozialdemokraten gegründet, schnell wuchs. Denn die Bürger in den beiden Höhenstadtteilen standen - unabhängig von ihrer politischen Couleur - vor dem gleichen Dilemma. Langsame DSL-Leitungen machten das Surfen im Internet sowie das Hoch- und Herunterladen größerer Dateien zu einem zweifelhaften Vergnügen - und für die ansässigen Unternehmen zu einem großen Ärgernis.

    Im Zuge ihrer Breibandinitiative, die sich die Telekom in den kommenden Monaten und Jahren rund 13 Milliarden Euro kosten lässt, sollen jetzt auch Arenberg und Immendorf profitieren, ebenso wie die meisten Außenstadtteile von Koblenz. Danach sah es lange nicht aus, weil aus Sicht des Konzerns ein neues Glasfasernetz im Doppelstadtteil wirtschaftlich nicht darstellbar war. Die neuen technischen Möglichkeiten erlauben es jetzt aber, das Kupferkabelnetz in Teilen weiterzunutzen, schneller zu machen und das "Turbo-DSL" Kunden zu erschwinglichen Konditionen anzubieten.

    Auch für Infrastrukturminister Roger Lewentz ist die Ankündigung der Telekom, in den Jahren 2015 und 2016, fast das gesamte Koblenzer Stadtgebiet mit Ausnahme von Lay und Stolzenfels "schnell" zu machen, eine gute Nachricht. Denn die Telekom investiert im Oberzentrum, ohne Zuschüsse in Anspruch zu nehmen. "Das ist ein Quantensprung mit ähnlichen Wirkungen wie die Bundesgartenschau", freute sich der Minister, der gemeinsam mit Thomas Hammann, Chef des Koblenzer Amtes für Wirtschaftsförderung, deutlich machte, dass eine optimale Breitbandversorgung ein echter Standortvorteil sei.

    Fakt ist: Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute ziehen vor allem dort hin, wo das Internet schnell ist. Das bekommt vor allem der ländliche Raum zu spüren. 2305 politisch selbstständige Städte und Gemeinden gibt es in Rheinland-Pfalz, und obwohl die Breitbandversorgung mit 78 Prozent immerhin 2 Prozent besser ist als der Bundesdurchschnitt, sieht Lewentz großen Handlungsbedarf.

    Der Minister erinnerte an die vielen kleinen Dörfer, die eben noch nicht angebunden sind. Um Breitband-bedingte Abwanderungen zu verhindern, schüttet das Land bis 2018 Fördergelder in einer Gesamthöhe von rund 55 Millionen Euro aus. Aber auch für ein Oberzentrum wie Koblenz, in dem auf 1000 Erwerbstätige im Alter von 15 bis 65 rund 1436 Arbeitsplätze kommen, ist eine gute Breitbandversorgung unerlässlich. Lewentz und Hammann erinnerten mit Blick auf die geplanten neuen Stadtteile daran, dass Koblenz weiter wächst. Da muss die Infrastruktur stimmen.

    Trotz der guten Nachrichten blieben einige Zuhörer skeptisch. Zu oft haben sie erlebt, dass Versoger ihre "Geschwindigkeitsversprechen" nicht gehalten haben. Laut Winfried Moser von der Telekom wird dieses Mal alles anders sein. Er erklärte, das für das Stadtgebiet sieben Netzknotenpunkte neu errichtet oder umgerüstet werden, darunter der Knotenpunkt für Arenberg und Immendorf im Mallendarer Bachtal. Von dort aus werden Glasfaserkabel verlegt, wobei sich die Tiefbauarbeiten in Grenzen halten, weil oft vorhandene Leerrohre genutzt werden können.

    Hausanschlüsse bleiben erhalten

    Die Glasfaserkabel werden bis zu den Verteilerkästen in den Straßen verlegt, die durch modernere, größere Modelle ersetzt werden. Die alten Hausanschlüsse bleiben erhalten, Kunden brauchen nur einen geeigneten Router. Für diejenigen, die das neue Netz mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde nutzen, bleibt alles beim Alten - zumindest bis 2018. Dann wird die Telekom alle konventionellen Telefonanschlüsse abstellen und durch Internettelefonie ersetzen.

    Wer nicht zur Telekom wechseln will, kann beim alten Provider bleiben. Allerdings sollten Interessenten einplanen, dass ihre Anschlüsse erst einige Wochen nach dem Freischaltungstag umgestellt werden. Ein weiterer Haken: Nicht überall werden volle 100 Megabit pro Sekunde erreicht. Das hängt von der Entfernung des Hausanschlusses zum jeweiligen Verteiler ab. Die Telekom geht aber davon aus, dass fast überall 60 Megabit pro Sekunde erreicht werden.

    Land will Entwicklung des Areals Fritsch-Kaserne fördern

    Dass sich beim Breitbandausbau in Mainz und Koblenz viele Blicke nach Arenberg und Immendorf richten, hat auch den Grund, dass das Areal der ehemaligen Fritsch-Kaserne nicht weit ist. Wie mehrfach berichtet, soll hier ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Minister Roger Lewentz signalisierte, dass die Landesregierung das Areal in die Städtebauförderung aufnehmen will. Voraussetzung ist, dass sich Stadt und Bund über die Übernahmekonditionen einigen. ka

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