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    RegionRZ-Adventskalender: Die Redaktion öffnet jeden Tag eine Kirchentür

    Gerade jetzt in der Adventszeit rücken die Kirchen in Koblenz und der Region verstärkt ins Bewusstsein der Menschen und laden zum Innehalten ein. In unserem diesjährigen Adventskalender öffnen wir daher jeden Tag eine Kirchentür und werfen einen Blick auf die Geschichten dahinter.

    Den Anfang machen wir mit der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus in Kettig, deren imposanter Glockenturm weithin zu sehen ist. Dabei ist das 35 Meter hohe Bauwerk in seinem Ursprung gar kein Kirchturm. Vielmehr handelt es sich dabei um einen alten Wehrturm aus dem 9. Jahrhundert. "Die Kirche wurde auf den Grundmauern einer Burganlage errichtet", weiß Gerhard Elingshäuser, Kettiger Ortschronist und Mitglied des Förderkreises für den Erhalt der Kirche, im Gespräch mit unserer Zeitung zu berichten. Noch heute zeugen die Schießscharten auf allen vier Turmseiten von seiner ursprünglichen Funktion.

    Die zweigeschossige Burg war die Stammburg der Ritter von Ketige (oder auch Ketghe oder Ketichi). Erstmals urkundlich erwähnt wird das ritterliche Geschlecht im Jahre 1189 mit Ritter Reinfried von Ketige, jedoch besagt eine Urkunde aus dem 13. Jahrhundert, dass das Rittergeschlecht bereits im 9. Jahrhundert in Kettig existiert haben muss, berichtet Elingshäuser.

    Während des kriegerischen Thronstreits zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. von Braunschweig ließ letzterer viele Orte zwischen Koblenz und Andernach niederbrennen. Dabei wurde auch das Burghaus zerstört, der Turm aber blieb unversehrt. Erst gut 150 Jahre später, um das Jahr 1350, wurde auf der Burgruine eine einschiffige Hallenkirche - vermutlich im gotischen Stil - errichtet.

    "1723 ist damit begonnen worden, den Wehrturm zum Kirchturm umzubauen. Da wurde auch die barocke Mansardenhaube aufgesetzt", sagt der Ortschronist. Erst nach Ende des Umbaus im Jahr 1729 wurde ein Durchgang vom Hauptchor zur Sakristei geschaffen. "Dafür musste die mehr als zwei Meter dicke Turmwand durchbrochen werden", betont Elingshäuser und breitet in dem Durchgang stehend die Arme aus.

    Aus dem unteren Turmgeschoss, das zur Zeit der Ritter von Ketige als Verlies genutzt wurde, führt heute eine Wendeltreppe ins erste von insgesamt drei Obergeschossen. Um die Glocken läuten zu können, musste man bis 1899 allerdings eine Eisenleiter in der linken Ecke der Kirche erklimmen und die erste Etage durch eine Öffnung in der dicken Turmwand betreten. Die Grundmauern der alten Burg sind im Kircheninnern zwar nicht zu sehen, doch Gerhard Elingshäuser ist sich sicher, würde man den Untergrund untersuchen, wird man auch fündig.

    Damian Morcinek

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