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Koblenz

Retter ohne Höhenangst: Koblenzer Feuerwehr übt Einsatz in luftiger Höhe

Höhenrettung steht eine ganze Woche lang auf dem Ausbildungsprogramm der Koblenzer Berufsfeuerwehr. Gemeinsam mit Alpenverein, THW, Polizei und der Höhenrettungsgruppe Boppard üben elf Auszubildende in Theorie und Praxis alles rund um die Rettung aus der Höhe

Eine graue Metalltreppe führt nach oben auf den Ladekran, der am Rheinhafen in Wallersheim steht. In schwindelerregender Höhe, in 32 Meter Höhe, stehen wenige Schritte von der Krankabine entfernt Feuerwehrmänner mit Klettergurten, Helmen und Handschuhen.

An Karabinerhaken sichern sie sich der Reihe nach an einem Seil und lassen sich langsam hinunter. Ganz vorn am Ausleger klettern dagegen Feuerwehrmänner über Leitern auf das oberste Podest.

Willi Krämer erklärt: „Vorn üben wir den Vorstieg, hinten geht es um das Abseilen, aber in beiden Fällen steht die Gewöhnung an die Höhe im Vordergrund."

Der Leiter der Ausbildung beaufsichtigt elf Auszubildende aus allen Wachabteilungen der Koblenzer Feuerwehr, die sonst „wenig Gelegenheit haben, Höhenrettung zu trainieren". Tatsächlich muss man sich „mit der exponierten Lage erst wieder vertraut machen, gerade wenn es sehr ausgesetzt und windig ist", meint Feuerwehrmann Carsten Stammel, der sich wie die anderen Übungsteilnehmer geschickt abseilt.

Im Ernstfall, wenn beispielsweise der Kranführer Herzprobleme bekommt, sichern die Wehrleute die Person und kümmern sich um die Erstversorgung. „Das Abseilen übernimmt dann die Höhenrettungsgruppe, die mit speziellem Material patientengerechte Rettungen durchführen kann", betont Willi Krämer.

Der 43-Jährige ist Leiter der Höhenrettungsgruppe Boppard, eine von sechs Spezialeinheiten der Feuerwehr in Rheinland-Pfalz. Damit bei einem Einsatz die Zusammenarbeit mit dieser Einheit, aber auch mit anderen Rettungsdiensten reibungslos funktioniert, hat die Koblenzer Feuerwehr die Ausbildungswoche zur Höhenrettung als Pilotprojekt gestartet.

So haben die Koblenzer Feuerwehrleute auch die Kooperation mit dem Alpenverein geübt. Nach dem theoretischen Teil der Ausbildung samt Stationen haben Carsten Stammel und seine Kollegen im Klettergebiet Ettringen spezielle Übungen am Fels trainiert.„Unterstützt hat uns dabei ein Ausbilder des Deutschen Alpenvereins", sagt Willi Krämer.

Besondere Techniken, die es am Strommast zu beherrschen gilt, sind ein weiterer Bestandteil des Lehrgangs. „Während ein Kran eingerüstet ist, gibt es an einem Strommast außer der Leiter keine festen Gitter mehr, sondern nur noch Strukturen", beschreibt Willi Krämer den Unterschied zum Kran, den ein Strommast mit rund 100 Metern fast um das dreifache überragt. Insbesondere Aufseilübungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Zum Abschluss der Ausbildungswoche werden in Zusammenarbeit mit dem THW und der Polizei feuerwehrspezifische Einsätze trainiert. „Dabei geht es um Absturzsicherung zum Beispiel auf dem Dach oder an einer Böschung, Grundlagen, die jeder Feuerwehrmann beherrschen muss", berichtet Willi Krämer. Geplant ist, den zu einer Ausbildungswoche zusammengefassten Lehrgang zur Höhenrettung zukünftig jährlich anzubieten.

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

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