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    Koblenz/Kreis MYK

    Region: Fast 125 000 Jodtabletten für Katastrophenfall

    Vorsorge für einen Atomunfall: 124.800 Jodtabletten hat der Landkreis Mayen-Koblenz vom Land Rheinland-Pfalz erhalten. Diese Tabletten sollen die Bevölkerung bei einem Unfall der Kernkraftwerke Philippsburg in Baden-Württemberg und Cattenom in Lothringen schützen. Bisher waren rund acht Millionen Jodtabletten für Rheinland-Pfalz zentral in Alzey, Landau, Ludwigshafen und Saarburg gelagert. Die Versorgung mit Material für einen solchen Katastrophenfall soll nun dezentral erfolgen.

    Foto: dpa

    Mit der Verteilung der Tabletten auf die Landkreise will das Land erreichen, dass alle Kommunen die Tabletten so schnell wie möglich ausgeben können. Die Feuerwehr Winningen hatte im Auftrag der Kreisverwaltung das für den Kreis MYK bestimmte Kontingent in Speyer abgeholt. Von dort wurde es zunächst ins Kreishaus nach Koblenz gebracht. Dort blieben die Jodtabletten aber nicht lange. „Die Kreisverwaltung hat die Tabletten an die Städte und Verbandsgemeinden verteilt. Dort werden diese auch für die jeweilige Stadt oder Verbandsgemeinde zentral gelagert“, erläutert Rainer Nell, der bei der Kreisverwaltung für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständig ist. Im Einsatzfall werden die Jodtabletten in den Städten und Verbandsgemeinden verteilt, und das innerhalb von 48 Stunden. „Hierzu werden Pläne erstellt, in denen der Ablauf und die Organisation der Verteilung beschrieben ist“, erklärt Referatsleiter Nell weiter. Wie die Verteilung im Detail erfolgt, entscheidet jede Stadt und Verbandsgemeinde für sich. Die Stadt Koblenz hat übrigens 57.600 Tabletten erhalten. Sie werden beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz gelagert und im Ernstfall auch von dort verteilt.

    124.800 Tabletten wurden Mayen-Koblenz zugewiesen, dem viel kleineren Rhein-Hunsrück-Kreis hingegen 220.000, also erheblich mehr. Wie ist diese Diskrepanz zu erklären? Beide Kreise liegen in unterschiedlichen Planungszonen. Grob gesprochen, liegt der Rhein-Hunsrück-Kreis näher an Cattenom und Philippsburg. Weite Teile des Rhein-Hunsrück-Kreises liegen beispielsweise weniger als 100 Kilometer Luftlinie von Cattenom entfernt. „Die Planungszonen sind in Radien von 5, 20 und 100 Kilometern um Kernkraftwerke, innerhalb derer bestimmte Maßnahmen durchzuführen sind, sollte es zu einem Unfall kommen. Da der Landkreis Mayen-Koblenz außerhalb aller dieser Radien liegt, wird eine andere Dosierung der Jodtabletten geplant“, sagt Nikolai Zaplatynski, Sprecher der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes. Die ADD ist im Land für den Katastrophenschutz zuständig. Sie organisierte die Verteilung der Jodtabletten.

    Da MYK außerhalb des 100-Kilometer-Radius liegt, hat die Kreisverwaltung die Tabletten angefordert – für Kinder und Jugendliche im Alter bis 19 Jahre und für Schwangere. Hintergrund: Die Schilddrüsen von Kindern und Jugendlichen sind bei der Aufnahme von radioaktivem Jod wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt als die von Erwachsenen. Laut Nell hat man so viele Tabletten verteilt, „dass wir sicher davon ausgehen können, dass diese auch noch für die Schwangeren ausreichen werden – die Zahl können wir ja nicht feststellen – und dann noch Reserven vorhanden sein müssten“.

    In Orten innerhalb des genannten Radius werden die Tabletten im Ernstfall übrigens auch an Erwachsene bis 45 Jahre ausgegeben. Erwachsene ab 45 Jahre sollten keine Jodtabletten einnehmen. Bei diesen Personen treten häufiger Stoffwechselstörungen der Schilddrüse auf. Das erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen einer Jodblockade. atk

    Koblenz
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