40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Politik fordert: Stadtwerke sollen Koblenzer Hallenbad bauen

Drei Fraktionen wollen den Bau eines Hallenbades vorantreiben – und haben gemeinsam auch eine Mehrheit dafür. Die Stadtwerke Koblenz sollen ein Angebot zum Bau und Betrieb eines neuen Bades vorlegen.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Das beantragen die Grünen gemeinsam mit CDU und BIZ in der Ratssitzung am nächsten Donnerstag, 13. März.

Damit gehen die Fraktionen gemeinsam noch einen Schritt weiter als die CDU, die bereits im November beantragt hatte, dass Stadtwerke und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Koblenz (bis Ende 2013 Aufbaugesellschaft) – beide zu 100 Prozent städtisch – prüfen sollen, ob sie einen Ersatzbau für das marode Stadtbad in der Weißer Gasse finanzieren können. Nun sollen die Stadtwerke nicht mehr nur prüfen, sondern ein konkretes Angebot erarbeiten.

"Über Jahre gab es Untersuchungen, Gutachten, Prüfaufträge, für die viel Geld ausgegeben wurde. Jetzt muss etwas gemacht werden", sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Mehlbreuer. "Die Entscheidung muss 2014 fallen", ergänzt CDU-Fraktionschefin Anne Schumann-Dreyer. Grundsätzlich begrüßen es die Fraktionen, dass ein Bau des Bades in Eigenregie und nicht zusammen mit einem privaten Investor mittlerweile wahrscheinlicher erscheint (die RZ berichtete).

GmbH soll genügend Mittel haben

Die Stadtwerke kommen aus Sicht der Antragsteller als Bauträger infrage, weil die stadteigene GmbH grundsätzlich über die erforderlichen Mittel verfügt. Bei 64 Millionen Euro soll die Eigenkapitalquote 2012 gelegen haben, der Abschluss 2013 liegt noch nicht vor.

Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig kritisierte den Vorstoß der drei Fraktionen als vorschnell: "Das ist schon ein seltsamer Vorgang, schließlich gab es bereits eine mehrheitliche Zustimmung, einen möglichen Neubau durch die Stadtwerke zu prüfen." Anders als die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die bereits abgewunken hat, sei dieser Prozess bei den Stadtwerken noch nicht abgeschlossen. Die Gesellschafterversammlung, in der auch Grüne, CDU und BIZ vertreten sind, habe beschlossen abzuwarten.

OB will Prüfung abwarten

Vor abgeschlossener Prüfung will sich der OB nicht dazu äußern, ob er sich das Stadtwerke-Modell grundsätzlich vorstellen kann: "Manche Dinge sprechen dafür, manche dagegen." Als einen Vorteil sieht auch er die "gewisse Liquidität" der GmbH an, macht aber gleichzeitig klar: "Die Stadt könnte das Geld auch selbst aus der Rücklage der Stadtwerke holen." Diese könne aber eben nicht einfach so angegriffen werden, weil auch noch andere Aufgaben auf die Stadtwerke warten, so Hofmann-Göttig. Als einen Nachteil sieht er es an, dass es "noch keinerlei Kompetenz" in Sachen Badbau bei der GmbH gebe.

Dies ist für Grüne, CDU und BIZ kein Hinderungsgrund: Entsprechende Fachleute müsste man eben einstellen. In anderen Städten betreiben die dortigen Stadtwerke ebenfalls Hallenbäder. Und: Der Betrieb des Bades müsste nicht unbedingt defizitär sein. "Wir müssen mit dem Gerücht, dass ein Bad nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, aufräumen", so BIZ-Fraktionschef Stephan Wefelscheid. Am Jahresende könnte zumindest eine schwarze Null stehen. Ein Riesenvorteil sei es, dass keine Altsubstanz saniert werden muss, sondern komplett neu gebaut werden soll.

Eine offene Frage ist, wer letztendlich überhaupt entscheidet, ob die Stadtwerke ein Hallenbad bauen. Grüne, CDU und BIZ sind überzeugt: Der Stadtrat trifft die Entscheidung, in dem ihre Fraktionen zumindest bis zur Wahl im Mai noch gemeinsam eine Mehrheit haben. Der OB betont, dass diese Frage zurzeit juristisch geprüft wird. Das Ergebnis will er bei der anstehenden Ratssitzung vorlegen.

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Samstag

-1°C - 10°C
Sonntag

1°C - 7°C
Montag

2°C - 6°C
Dienstag

1°C - 5°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf