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Koblenz

Platz für die Nordtangente: Kleingärtner müssen weichen

Gerechnet haben sie damit schon vor 25 Jahren. Aber dann kam der Abschied doch irgendwie plötzlich: Die Kleingärtner im Weinackerweg müssen ihre grünen Oasen verlassen. Wo noch letzte Rosen und Sonnenblumen stehen, werden bald Autos auf der Nordumgehung rollen.

Ende einer Kleingartenanlage: Die Mieter räumen noch die letzten Dinge raus, Sitzmöbel, Steine, die noch verwendet werden können, Gartengeräte. Ab kommende Woche wird hier alles platt gemacht, weil an dieser Stelle die Nordumgehung gebaut wird.
Ende einer Kleingartenanlage: Die Mieter räumen noch die letzten Dinge raus, Sitzmöbel, Steine, die noch verwendet werden können, Gartengeräte. Ab kommende Woche wird hier alles platt gemacht, weil an dieser Stelle die Nordumgehung gebaut wird.
Foto: Doris Schneider

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Steine stapeln sich in vielen Gärten an der Seite, letzte Gartenmöbel stehen auf Rasenflächen. Anderen Gärten sieht man an, dass schon länger nichts mehr gemacht wurde. "Wenn man weiß, dass alles weggeräumt wird, hat man ja auch keine Motivation mehr, Unkraut zu rupfen", sagt Elfriede Kagerbauer. Ab kommende Woche wird die Anlage, die 1973 in einer alten Obstplantage im Metternicher Feld gegründet wurde, plattgemacht: Bäume, Lauben, alles kommt weg. "Dann kommen die Archäologen, dann die Kampfmittelräumer und dann die Straße", sagt Vereinsvorsitzender Ernst Kagerbauer und zuckt mit den Schultern.

Keine 100 Meter vom heutigen Gelände entfernt, auf der anderen Seite des Weinackerwegs, können die Kleingärtner ihre neuen Gärten einrichten. Die Stadt stellt das Gelände zur Verfügung, die Parzellen und Außengrenze sind bereits abgesteckt. Einfacher wäre es für die Gärtner gewesen, sie hätten nahtlos in ein fertiges Gelände einziehen können, sagt Kagerbauer. Zwar bauen die meisten sowieso neue Lauben, weil viele noch aus den Anfangsjahren des Vereins stammen, aber dann hätten die Mitglieder schon beispielsweise mit Steinen und Möbeln umziehen können, die jetzt auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelände zwischenlagern müssen. Und sie hätten vor allem Pflanzen mitnehmen können, die jetzt praktisch alle gerodet werden, weil die wenigsten Mitglieder eine Möglichkeit haben, sie irgendwo unterzubringen.

Bevor die Stadt das Gelände aber einzäunen und die Innenwege herrichten kann, muss sie auf Antwort auf ihren Förderantrag beim Land warten, so Heiko Breitbarth von der Pressestelle der Stadt. Denn aus dem Kommunalen Investitionsprogramm könnte die Maßnahme mit 90 Prozent bezuschusst werden – bei einer Gesamtinvestition von rund 400 000 Euro keine Kleinigkeit.

Den Kleingärtnern bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten. Manche der insgesamt 32 Mieter geben jetzt auf, einzelne andere gehen in andere Anlagen. Aber etwa 20 harren der Dinge und hoffen, dass sie im kommenden Jahr umziehen können – möglichst bald.

Koblenz
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