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Koblenz

Pfaffendorfer Brücke: Neubau statt Sanierung?

Die Pfaffendorfer Brücke wird wohl neu gebaut. Das ist wirtschaftlicher als die Brücke zu „ertüchtigen". Jüngste Untersuchungen haben das gezeigt, berichtet Peter Schwarz, Abteilungsleiter Straßen- und Brückenbau bei der Stadt, auf RZ-Anfrage.

Die Pfaffendorfer Brücke muss entweder ertüchtigt oder neu gebaut werden.
Die Pfaffendorfer Brücke muss entweder ertüchtigt oder neu gebaut werden.
Foto: Sascha Ditscher

Die eigentliche 450 Meter lange Flussbrücke über den Rhein ist zwar „erst" ziemlich genau 60 Jahre alt, aber sie ist in keinem guten Zustand. Möglicherweise wurde von Anfang an ein bisschen am Material gespart, möglicherweise haben sich die damaligen Konstrukteure verrechnet oder die Werte ein bisschen schöngerechnet, sagt Schwarz.

Dazu kommt das Problem aller Brücken, nicht nur in Koblenz: Sie sind auf die heutige Verkehrsmenge und vor allem auf die Verkehrsschwere nicht ausgelegt.

„Es ist absolut nicht so, dass sie einsturzgefährdet wäre", gibt Schwarz Entwarnung. Aber doch so, dass der Masterplan Brücken eine Sanierung ab dem Jahr 2016 vorgesehen hat. Doch die Voruntersuchungen zeigen: Ein Neubau ist vernünftiger. Nicht nur, weil eine neue Brücke etwa 80 bis 90 Jahre alt werden kann, eine Brückenertüchtigung dagegen nur eine Laufzeit von etwa 25 Jahren hat, sondern auch, weil der Neubau voraussichtlich nicht oder doch kaum teurer wird.

Unwägbar ist allerdings der Zeitplan. Weniger die Bauzeit selbst als viel mehr das Planfeststellungsverfahren. „Wir stehen ganz am Anfang", sagt Markus Gerhards, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts. Denn viele Aspekte sind zu bedenken, von den Anforderungen der Rheinschifffahrt über die Lärmproblematik beim Bau der Brücke bis zu Naturschutzbelangen und viele, viele Details.

Dazu kommt, dass der Teil der Brücke auf der Stadtseite auf denkmalgeschützten Teilen der alten Rheinkaserne lagert und die Trägerbögen dort möglichst wenig berührt werden dürfen. Und, ganz besonders wichtig: Während eines Neubaus kann auf die Brücke nicht verzichtet werden. Immerhin fahren täglich rund 30.000 Fahrzeuge darüber, die schwerlich über eine lange Zeit von den ebenfalls viel befahrenen Parallelbrücken (der Autobahn- und der Südbrücke) aufgefangen werden könnten.

Wie schnell die Planungen gehen und ob es Einwendungen und Klagen geben wird, die die Sache noch einmal verzögern, haben die Brückenbauer nicht in der Hand. Klar sind aber die Vorgaben, die sie machen: Die neue Brücke muss natürlich an der gleichen Stelle stehen wie die bisherige, weil sie den Glockenbergtunnel und den Friedrich-Ebert-Ring treffen muss. Sie muss weiterhin vier Fahrspuren haben und zumindest komfortable Wege für Fußgänger und Radfahrer. Und sie muss möglichst günstig sein.

Das wird vermutlich dadurch erreicht, dass die derzeitigen Pfähle auch weiterhin genutzt werden, erklärt Norbert Wagner, Sachgebietsleiter Konstruktiver Ingenieurbau bei der Stadt. Ganz vereinfacht gesagt werden diese Pfähle wohl für die Bauzeit erst einmal verlängert. Eine neue Brückenkonstruktion – ob aus Stahl oder aus Beton wird letztlich der Preis entscheiden – wird voraussichtlich auf der Richtung Norden gelegenen Seite der bisherigen Brücke auf den verlängerten Pfählen errichtet und dann nach Abriss der alten Brücke an deren Stelle geschoben. Klingt einfach – ist es vermutlich nicht. Aber spannend, auch für die Brückenbauer.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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