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    Neuer Freiwilligendienst: Erst eine Ehrenamtlerin bei der Koblenzer Caritas im Einsatz

    Seit drei Wochen unterstützt Gabriele Vaßen die Arbeit in der Rhein-Mosel-Werkstatt für behinderte Menschen. Die 53-Jährige ist damit bislang die einzige Bewerberin im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, die sich im Koblenzer Caritasverband für diese Form des freiwilligen Engagements entschieden hat.

    Koblenz - Seit drei Wochen unterstützt Gabriele Vaßen die Arbeit in der Rhein-Mosel-Werkstatt für behinderte Menschen. Die 53-Jährige ist damit bislang die einzige Bewerberin im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, die sich im Koblenzer Caritasverband für diese Form des freiwilligen Engagements entschieden hat.

    „Junge Leute haben keinen Ansporn mehr, zu kommen, das Klientel wird älter“, klagt Werner Hösler, Betriebsleiter bei der Rhein-Mosel-Werkstatt. Seit 1. Juli dieses Jahres hat – im Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht – der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst abgelöst (die RZ berichtete). Während der Rhein-Mosel-Werkstatt früher acht Zivildienstleistende und drei Jugendliche, die ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) leisten, zur Verfügung standen, sind für 2011 neben Gabriele Vaßen lediglich ein weiterer Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst und zwei Kandidaten für ein FSJ angekündigt.


    Gabriele Vaßen sieht in dem Dienst eine große Chance: „Er ist für mich die ideale Möglichkeit, auszuprobieren, ob mir eine Tätigkeit im Bereich der Behindertenarbeit wirklich zusagt.“ Die gelernte Industriekauffrau hat nach der Geburt ihrer Söhne zunächst im mobilen sozialen Dienst einen beruflichen Wiedereinstieg gefunden. „Das war damals gut kombinierbar mit den Kindern und dem Schichtdienst meines Mannes.“ Als die zweifache Mutter nach einem Skiunfall rund eineinhalb Jahre nicht richtig laufen konnte, wurde ihr Vertrag nicht verlängert. „Erst ein Wiedereinstiegsseminar des Landes Rheinland-Pfalz hat mich weitergebracht“, berichtet die gebürtige Heidelbergerin. Ehrenamtliche Tätigkeiten in Krankenhäusern und innerhalb ihrer evangelischen Kirchengemeinde gehören zudem seit Jahren zu Gabriele Vaßens Alltag dazu. „Als mir dann eine Nachbarin von dem Bundesfreiwilligendienst erzählt hat, habe ich mich informiert, mich bei der Rhein-Mosel-Werkstatt beworben und leiste jetzt gerade meine Probezeit“, berichtet die zierliche Frau.


    Dass Gabriele Vaßen in den drei Wochen, die sie bereits für die Rhein-Mosel-Werkstatt tätig ist, gut angekommen ist, bestätigt Gruppenleiter Herbert Witte: „Sie ist akzeptiert.“ 22 Stunden leistet Gabriele Vaßen an drei Tagen in der Woche ihren Dienst. Vergütet wird ihre Arbeit, die bis zum 31. Dezember 2011 befristet ist, mit 300 Euro monatlich. „Ein Zivildienstleistender hat bei uns früher 500 Euro im Monat bekommen“, betont Betriebsleiter Werner Hösler. Ebenso wie Gabriele Vaßen ist er der Meinung, dass die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes zu schnell vonstatten gegangen ist. „Die Rahmenbedingungen sind noch nicht optimal, vieles ist nach wie vor unklar und es fehlt an Information“, so der Betriebsleiter.


    Die Herausforderung reizte Gabriele Vaßen an der Arbeit in der Einrichtung, die zurzeit mehr als 800 geistig und körperlich behinderten sowie psychisch kranken Menschen einen Arbeitsplatz bietet. „Bei mir muss nicht jeder Tag gleich ablaufen, und ich arbeite gern mit Menschen, die ein Handicap haben.“ Zurzeit unterstützt sie den Leiter einer Montagegruppe, die beispielsweise Möbelrollen montiert. „In der Gruppe sind zwischen 12 und 14 Mitarbeiter im Alter von Anfang 20 bis Ende 60 Jahren“, berichtet Vaßen.


    Wie es 2012 weitergeht, wird sich für beide Seiten zeigen müssen. „Für mich ist entscheidend, im Anschluss eine Arbeit zu bekommen, mit der ich meinen Lebensunterhalt finanzieren kann“, stellt Vaßen klar. Für alle Erwachsenen, die einen Neueinstieg wagen wollen, sei der Bundesfreiwilligendienst eine sehr gute Möglichkeit.

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

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