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Kobern-Gondorf

Nahversorgung an der Untermosel: Kobern-Gondorf wird aktiv

Volker Schmidt

Kobern-Gondorf hat als Grundzentrum eine besondere Bedeutung für die Nahversorgung an der Untermosel. Daher versucht die Gemeinde schon seit Jahren, diese Position zu stärken. Doch die schon seit fast zehn Jahren geplante Ansiedlung eines großflächigen Einkaufsmarkts, eines Vollsortimenters, an der Ecke Römerstraße/Moselgoldbrück ist schon vor langer Zeit zum Stillstand gekommen, weil auf dem Gelände, wo früher unter anderem die Post angesiedelt war, ein bedeutendes Gräberfeld entdeckt wurde. Seitdem versuchen Gemeinde und Investor vergeblich, sich mit der Landesarchäologie zu einigen, um dort doch noch eine Lösung zu finden – ohne Erfolg (die RZ berichtete). Jetzt gibt es eine andere Lösung.

Für viele Menschen an der Untermosel eine beliebte Möglichkeit, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen: Der Rewe-Markt in Kobern-Gondorf könnte ausgebaut werden. Um dies zu ermöglichen, hat die Moselgemeinde nun dahinter liegende Grundstücke angekauft.
Für viele Menschen an der Untermosel eine beliebte Möglichkeit, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen: Der Rewe-Markt in Kobern-Gondorf könnte ausgebaut werden. Um dies zu ermöglichen, hat die Moselgemeinde nun dahinter liegende Grundstücke angekauft.
Foto: Volker Schmidt

Und diese sieht wie folgt aus: Durch eine Flächenkauf an Kastorbachstraße und Bahnhofstraße will es die Gemeinde Investor Dirk Hundertmark ermöglichen, seinen an der Bahnhofsstraße schon bestehenden Rewe-Markt zu vergrößern. Ursprünglich hatte Hundertmark geplant mit seinem Markt auf das bereits von ihm gekaufte Grundstück an die Römerstraße umzuziehen, was aber aus erwähnten Gründen scheiterte. „Durch einen Flächenkauf an Kastorbachstraße und Bahnhofstraße wird die Ortsgemeinde eine zeitgemäße, den Kundenanforderungen entsprechende Erstellung eines Vollsortimenters am Altstandort ermöglichen“, so Ortsbürgermeister Michael Dötsch.

Bei den gekauften Flächen handelt es sich um das Grundstück, auf dem heute das Gasthaus „Zum Weinfass“ steht, ein Grundstück an der Kastorbachstraße sowie eines in der Bergstraße. Die Grundstücke sollen nun in Abstimmung mit den Anliegern städtebaulich entwickelt werden, wie Dötsch erklärt. Die darauf stehenden Gebäude sollen abgerissen werden. Sind die Voraussetzungen für den Vollsortimenter geschaffen, sollen die Grundstücke dann an den Investor, also an Hundertmark, verkauft werden.

„In den vergangenen 14 Monaten, in der sich dieser Lösungsweg entwickelte, waren viele vertrauliche Gespräche notwendig“, erklärt Dötsch. Ortsgemeinderat, Investor, Grundstückseigentümer, Bauamt der Verbandsgemeinde, Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wie auch SGD Nord hätten in dieser Zeit die Vertraulichkeit gewahrt und zielgerichtet unterstützt. „Dies war eine sehr kritische Phase“, so Dötsch, weil die Umsetzung der Idee ja davon abhängig war, ob es gelingen würde, tatsächlich alle Grundstücke zu erwerben. Letztlich hat man eine „einvernehmliche Lösung“ mit den Verkäufern hinbekommen, sagt der Ortschef.

Laut Einschätzung Dötschs könnten bis zur Umsetzung wegen des zu schaffenden Baurechts zwei bis drei Jahre ins land ziehen. Die Gemeinde will sich aber bemühen, den Prozess zu beschleunigen.

Und was ist mit dem Grundstück an der Römerstraße? Auch hier sind die Pläne für einen Lebensmittelmarkt nicht adacta gelegt. Dieser soll von der Bauweise aber verträglich mit den Anforderungen der Archäologie sein. Diese habe eine Sicherung der Gräber durch eine darüberliegende Bodenplatte für akzeptabel gehalten, so Dötsch, denn es ist nicht geplant, dass die Ausgrabungen in den nächsten Jahren stattfinden. Der von Hundertmark geplante zweistöckige Vollsortimenter hätte nicht auf dieser Bodenplatte errichtet werden können, ein einstöckiger Discounter unter Umständen schon.

Die Fraktionen im Gemeinderat unterstützen die zweigeteilte Entwicklung einhellig, heißt es in einer Pressemitteilung. „Sie ist aus Sicht aller die Voraussetzung, die zentrale Versorgungsaufgabe des Grundzentrums Kobern-Gondorf in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel zu erfüllen.“ Dötsch ist nach den langen Verhandlungen erleichtert, obwohl er seinen Angaben zufolge keine Bedenken hatte, dass Kobern-Gondorf von anderen Gemeinden wie Dieblich oder Alken, wo ein Discounter entstanden ist beziehungsweise ein größerer Markt entstehen soll, den Rang abgelaufen bekommt. Dafür sei Kobern-Gondorf aufgrund der Infrastruktur zu begünstigt. Die nun gefundene Lösung bezeichnete er als „Meilenstein“ für die Lebensmittelversorgung. „Dennoch wird es wichtig sein, dass alle Beteiligten den Planungs- und Umsetzungsprozess im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zielstrebig unterstützen“, erklärt der Bürgermeister.

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

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