40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Nach tödlichem Unfall mit Polizeiauto: Ermittlungen gegen den Fahrer laufen

Am Donnerstag war es Stadtgespräch: Der tragische Unfall an der Ausfahrt des Polizeipräsidiums beschäftigt die Menschen in und um Koblenz. Und nicht nur des Opfers wurde gedacht, sondern viele haben auch großes Mitleid mit dem Unfallfahrer.

Am Mittwoch wurde ein Fußgänger an der Ausfahrt des Polizeipräsidiums von einem Einsatzfahrzeug erfasst.
Am Mittwoch wurde ein Fußgänger an der Ausfahrt des Polizeipräsidiums von einem Einsatzfahrzeug erfasst.
Foto: Reinhard Kallenbach

Ein Polizeiwagen hatte auf der Fahrt zu einer Unfallaufnahme einen 63-jährigen Fußgänger angefahren und überrollt, der auf dem Bürgersteig unterwegs war. Wenige Stunden später starb der Mann im Krankenhaus. Was war passiert? Erste Details zum Unfallhergang werden nun bekannt.

Gegen den Fahrer des Polizeiwagen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Der genaue Unfallhergang wird durch einen Sachverständigen untersucht, dem hierzu auch eine Videoaufzeichnung des Geschehens zur Verfügung steht, so der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse auf Anfrage der Rhein-Zeitung.

Der Polizeiwagen war am Mittwoch gegen 12.30 Uhr zu einer Verkehrsunfallaufnahme unterwegs und fuhr aus der Ausfahrt des Polizeipräsidiums am Moselring vorwärts heraus. Ob er Blaulicht anhatte oder das Warnsignal ertönte, darüber machen Staatsanwaltschaft und Polizei bisher keine Angaben.

An dieser Ausfahrt wurde der Fußgänger erfasst.
An dieser Ausfahrt wurde der Fußgänger erfasst.
Foto: Reinhard Kallenbach

Der 30-jährige Fahrer des Unfallwagens stand zunächst unter Schock. Ob er mittlerweile vernommen werden konnte, dazu sagt die Staatsanwaltschaft nichts. Er lässt sich von einem Anwalt beraten, so die Polizei. Wie lang der Beamte bereits im Polizeidienst ist, dazu gibt die Polizei aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Informationen.

Gegen den Fahrer besteht der Verdacht einer fahrlässigen Tötung gemäß Paragraf 222 Strafgesetzbuch, so der Leitende Oberstaatsanwalt. Das Gesetz sieht hierfür eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Kruse weist jedoch darauf hin, dass ein Anfangsverdacht nicht bedeutet, dass ein Beschuldigter auch tatsächlich verurteilt wird. „Dies wird vielmehr in erster Linie vom Ergebnis der noch zu führenden Ermittlungen abhängen.“

An der Hauptzufahrt zum und vom Präsidium herrscht oft starker Verkehr. Sie wird sowohl von Dienstfahrzeugen zahlreicher Dienststellen als auch von Privatfahrzeugen der Bediensteten genutzt, so Claudia Müller von der Pressestelle der Polizei. Die Verkehrsunfallanalyse der vergangenen fünf Jahre zeigt, dass sich in diesem Zeitraum kein Verkehrsunfall mit Fußgängerbeteiligung ereignet hat.

Die Hochschule der Polizei bietet in der Aus- und Fortbildung spezifische Fahrsicherheitstrainings für Polizeibedienstete an, welche intensiv genutzt werden, so Claudia Müller weiter. Ob der Unfallfahrer diese Angebote genutzt hat, darüber gibt es keine Informationen.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Unfälle mit Einsatzfahrzeugen in Rheinland-Pfalz (Auswahl)

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf