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Koblenz

Nach Rhein in Flammen 2018: Veranstalter und Einsatzkräfte ziehen eine positive Bilanz

Und es hat doch geklappt! Das Großfeuerwerk auf der Festung Ehrenbreitstein konnte wie geplant gezündet werden – allerdings nicht ohne Komplikationen. So musste die Feuerwehr mehrere kleinere Brände löschen, die sie allerdings schnell unter Kontrolle hatte. Dennoch fällt das Wochenend-Fazit von Veranstaltern und Einsatzkräften positiv aus.

Aus ihrer Sicht hat das Sicherheitskonzept für „Rhein in Flammen“ und das dreitägige Koblenzer Sommerfest sehr gut funktioniert. Der Höhepunkt des Festwochenendes war nach 24 Minuten vorbei. Und die meisten gingen zufrieden nach Hause. Denn das Großfeuerwerk, das punkt 23 Uhr gezündet wurde, hatte neben den traditionellen Effekten auch einige Überraschungen zu bieten. Die Deutung blieb den Betrachtern überlassen. Manches erinnerte an Sequenzen eines Science-Fiction-Films, während die Botschaft, der großen, pulsierenden Herzen eindeutig war. Ein Fazit: Die 25 Pyrotechniker, die das Feuerwerk an elf Stellen entzündet hatten, leisteten wieder einmal ganze Arbeit – obwohl sie sich angesichts der Wetter-Sonderlage der vergangenen Wochen umstellen mussten. Und nicht nur sie hatten alle Hände voll zu tun, um auf den Ausnahmesommer zu reagieren. Auf der ganzen Strecke bis Spay waren zahlreiche Veränderungen fällig. So wurde in Stolzenfels, Rhens, Brey und Spay das Feuerwerk von den Höhen in die Niederungen verlegt, und auch der imposante Schiffskonvoi, nach Angaben der Veranstalter immer noch der größte in Europa, wurde wegen des Niedrigwassers von drei auf zwei Reihen verringert.

Und die Beteiligung? Gefühlt nahmen im Vergleich zu den Vorjahren weniger Gäste am Spektakel in Koblenz teil, noch am frühen Abend waren etliche Busparkplätze frei. Ein Blick auf die Kennzeichen zeigte: Vor allem in Baden-Württemberg hat „Rhein in Flammen“ viele Freunde, während Busse, die aus dem Baltikum oder Österreich anrollten, die Exoten des Abends waren. Dennoch war und ist „Rhein in Flammen“, das zum 63-mal gefeiert wurde, ein Selbstläufer, der noch bedeutender ist, seitdem er 2012 in ein dreitägiges Sommerfest eingebettet wurde. Und so meldeten die Veranstalter, die Koblenz-Touristik und die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, insgesamt 120 000 Besucher.

Wie immer mussten sich viele Sommerfest-Besucher bei der Abreise nach dem Feuerwerk gedulden. Da die Balduinbrücke und die Pfaffendorfer Brücke veranstaltungsbedingt vorübergehend gesperrt worden waren, bildeten sich „danach“ lange Schlangen. Aber auch diejenigen, die ganz bewusst auf öffentliche Verkehrsmittel ausgewichen waren, waren nicht wesentlich schneller – und erlebten Unerfreuliches.

„Am Busbahnhof war es ganz schlimm, die Anzeigen funktionierten nicht, und niemand wusste, wann der passende Nachtbus kam. Viele wollten auf Taxis ausweichen, aber das war kaum möglich“, meldete uns eine Leserin, die zudem von einer „gereizten“ Stimmung in der Vorstadt sprach.

Und auch in den Sozialen Medien meldeten sich die Kritiker. Einige empfanden es als verantwortungslos, das Feuerwerk angesichts der Trockenheit überhaupt zu zünden und warfen den Veranstaltern Geldgier vor. In der Tat wäre wohl der wirtschaftliche Schaden infolge des Verzichtes auf eine Reise nach Koblenz groß gewesen, wenn man auf die Hauptattraktion verzichtet hätte.

Aber: Kleinere Brände am Festungshang hat es in den vergangenen Jahren öfter gegeben – auch ohne meteorologische Sonderlage. Das bestätigte auf Anfrage auch Thomas Metz. Der Chef der Generaldirektion Kulturelles Erbe, der quasi auch Hausherr der Festung ist, verwies zudem auf die in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Sicherheitsvorgaben. So wurde der Schlosshof bereits um 19 Uhr gesperrt, und auch die Jugendherberge musste während des Feuerwerks geräumt werden. Und schließlich wurde die Zahl der Einsatzkräfte deutlich erhöht.
Unter dem Strich fällt das Fazit von offizieller Seite erfreulich aus. „Polizei und Veranstalter haben in einer abgestimmten land- und wasserseitigen Sicherheitskonzeption der aktuellen Sicherheitslage umfassend Rechnung getragen. Dadurch blieb es bei einer friedlichen Veranstaltung, was auch die Besucher so empfanden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Allerdings gab es einen Zwischenfall: Auf einem Passagierschiff erlitt ein Besucher einen Kreislaufzusammenbruch und wurde noch an Bord von einem Notarzt behandelt.

Für Sicherheit sorgten neben der Polizei insgesamt 518 weitere Einsatzkräfte, teilt die Berufsfeuerwehr mit. Darunter waren allein 265 Feuerwehrleute, die von den Wehren im Stadtgebiet und den angrenzenden Kommunen entsandt worden waren. Dazu kamen 156 Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes, 43 Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) und 54 Helfer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Wohl gemerkt: Das sind nur die Zahlen für Koblenz.

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

  • Das Video vom Feuerwerk gibt es hier zum Nachgucken

Rhein in Flammen
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