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Koblenz

Nach Friedhofsmord in Koblenz: Die Spurensuche läuft

Ingo Schneider

In der Nacht zum 23. März wurde Gerd Michael Straten ermordet – seine enthauptete Leiche fand man auf dem Koblenzer Hauptfriedhof. 1250 Spuren und Hinweise wurden von der Polizei seit dem Fund ausgewertet.

Nach der Beerdigung des Mordopfers Gerd Michael Straten, die am 8. Mai im engsten Familienkreis auf dem Bezirksfriedhof in Metternich stattfand, hat die Familie dort an einem Baum in der Nähe des Haupteinganges eine Gedenktafel für trauernde Freunde und Bekannte aufgestellt.
Nach der Beerdigung des Mordopfers Gerd Michael Straten, die am 8. Mai im engsten Familienkreis auf dem Bezirksfriedhof in Metternich stattfand, hat die Familie dort an einem Baum in der Nähe des Haupteinganges eine Gedenktafel für trauernde Freunde und Bekannte aufgestellt.
Foto: Sascha Ditscher

Die Sonderkommission „Hauptfriedhof“, bestehend aus rund 35 Mitarbeitern, arbeitet mit Hochruck an der Aufklärung. Aber noch ist vieles unklar, das Umfeld des Opfers ist für die Ermittler sehr diffus, wie Polizeisprecher Uli Hoppen unserer Zeitung berichtet. „Er war sehr verschlossen, hat ein verschlossenes Leben geführt.“

Die Polizei wendet sich nun mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, versucht, mit einem umfangreichen Fragenkatalog mehr Licht ins Dunkel zu bringen. „Es gibt viele Hinweise auf Personen, die wir nun zu identifizieren versuchen“, berichtet Hoppen. Unklar sei dabei aber noch, welche Rolle sie spielen – sind sie mögliche Zeugen oder kommen sie gar als Täter infrage? So ist ein Streit von Straten im August 2017 am Hauptbahnhof beobachtet worden: Zwischen ihm und einem dunkelhäutigen Mann, der Beschreibung nach 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, mit Rastalocken und roten Turnschuhen, sei es laut, aber nicht handgreiflich geworden – spielt das für den Fall eine Rolle? Die Polizei sucht jedenfalls dringend nach Zeugen des Vorfalls. Ebenso wurden am Tag vor der Tat zwei Männer gesehen, die die Ermittler dringend ausfindig machen wollen. Der eine, ein 25 bis 45 Jahre alter, etwa 1,90 Meter großer und schmächtiger Mann, wurde gleich zwei Mal am Donnerstag, 22. März, im Bereich der Beatusstraße gesehen – zunächst gegen 6 Uhr, dann am Abend zwischen 21 und 22. Er war dunkel gekleidet und hatte eine schwarze Tasche dabei, eine Art Sporttasche. Ein zweiter Mann wurde am selben Abend gegen 18.30 Uhr im Bereich des Pulverturms gesehen, als er dort ein Fahrrad schob. Laut ersten Zeugenaussagen hat der Mann längere Haare und trug an diesem Abend eine längere beige-braune Jacke. Die Polizei fragt nun: Kennt jemand die Personen, hat diese beobachtet, kann Hinweise zu den Personen oder dem Fahrrad geben?

Eine weitere Person könnte für die Lösung des Falles eine Rolle spielen: „Ist jemandem schon einmal eine Person auf dem Hauptfriedhof aufgefallen, die mit einem schwarzen Schleier vor dem Gesicht maskiert war?“, will die Polizei in ihrem Aufruf wissen. Zum Hintergrund wie zu vielen weiteren Fragezeichen, die sich aus dem Fragenkatalog ergeben, will sich die Polizei nicht näher äußern. Auf der Basis der Ermittlungsergebnisse sei der Katalog zusammengestellt worden – immer mit dem Versuch aber, möglichst kein Täterwissen dabei preiszugeben und damit die Ermittlungen zu erschweren, betont Polizeisprecher Hoppen.

Neben den konkreten Personen sucht die Polizei nach Menschen, die den Friedhof als Fußweg und/oder Abkürzung benutzen oder häufig aufsuchen. Auffällig müssen die Personen nicht sein – sie kommen so oder so als Zeugen infrage. Genauso wie Personen, die den Friedhof auch nachts aufsuchen oder dort schon übernachtet haben.

Wie Uli Hoppen bereits sagte: Gerd Michael Straten war verschlossen und von seinem Umfeld hat die Polizei noch kein klares Bild. Daher suchen die Ermittler auch nach Hinweisen auf mögliche Arbeitsstellen des Opfers, auf Gelegenheitsjobs, die er hatte. Wo hat Straten persönliche Sachen untergestellt? Sind Personen bekannt, mit denen Herr Straten, auch in der weiteren Vergangenheit, eine engere Beziehung und oder Partnerschaft pflegte? Finden sich Personen, mit denen Straten Spielkasinos und Spielotheken in Koblenz besuchte? Alles Fragen, deren Beantwortung die Polizei der Lösung des Falls näher bringen könnte.

Die Kripo Koblenz ist unter Telefon 0261/1031 oder kdkoblenz@polizei.rlp.de rund um die Uhr erreichbar und nimmt sämtliche Hinweise entgegen – auch wenn sie für den Beobachter noch so bedeutungslos erscheinen.

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