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Dieblich-Naßheck

Nach Flugzeugabsturz am Sendemast: Absturzstelle abgesperrt [Update mit Video]

Nach dem Absturz des Sportflugzeugs über Dieblich-Naßheck, bei dem ein 48-jähriger Mann und seine neunjährige Tochter ums Leben kamen, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

Neben der Polizei sind zwei Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) vor Ort, um Beweise zu sichern. Laut der BFU-Pressestelle handelt es sich bei dem Flugzeug um einen Motorsegler des Typs Fournier RF5. Welche Gründe zu dem Unfall führten, ist noch nicht geklärt. Fest steht aber, dass das Flugzeug den auf der Naßheck stehenden Sendemast des Südwest-Rundfunks (SWR) touchiert hat.

Laut SWR-Angaben stammte der Pilot aus Rottweil und soll als Berufspilot und Flugausbilder bei der Bundeswehr gearbeitet haben. Die Strecke soll er häufiger geflogen sein. „Er wollte offenbar seine Tochter nach Trier bringen, wo das Mädchen lebte“, so der SWR.

Die Unfallstelle ist weiterhin abgesperrt, weil noch ermittelt werden muss, inwieweit die Standfestigkeit des Sendemastes durch den Aufprall des Flugzeugs beeinträchtigt wurde. Erst am Dienstag wird eine Spezialfirma den Mast untersuchen, teilte SWR-Pressesprecher Wolfgang Utz am Montag auf Nachfrage der RZ mit. „Beim Sendebetrieb konnten keine Einschränkungen festgestellt werden“, so Utz. Auch bei den Funkverbindungen der Feuerwehr, die über den Mast laufen, gebe es derzeit keine Einschränkungen. Am Montagmorgen warteten Medienvertreter darauf, von der Polizei aufs Gelände gelassen zu werden. Erst gegen 12 Uhr war es dann möglich, Fotos zu machen.

Zum Zeitpunkt des Unfalls soll die Sicht über der Naßheck wegen des Nebels eingeschränkt gewesen sein. Ob dies dazu geführt hat, dass der Pilot den Mast übersehen hat, ist aber nicht geklärt. Laut dem SWR wird der Sendemast durchgehend beleuchtet. „Bei Nebel werden Blinklichter eingeschaltet, die über einen Dämmerungssensor gesteuert werden“, erklärt Wolfgang Utz.

Laut Jochen Ensel, dem kaufmännischen Geschäftsführer der auf dem Flugplatz Koblenz-Winningen ansässigen Rhein-Mosel-Flug GmbH & Co. KG, müsse bei Flügen mit Kleinflugzeugen eine Sicht von 1,5 Kilometer gewährleistet sein. Zusätzlich müssten die Piloten eine Höhe von 150 Meter über Grund fliegen. Der Sendemast des Südwestrundfunks ist 280 Meter hoch, hätte von dem Piloten also entweder weiträumig um- oder in einer Höhe von 430 Meter über dem Boden überflogen werden müssen. Wenn eine Sichtweite von 1,5 Kilometern gewährleistet ist, sei es eigentlich ohne Probleme möglich, dem Mast auf dieser Distanz auszuweichen, so Ensel.

Spekulieren will Ensel, der selbst auch Fluglehrer ist, aber nicht. Dafür gibt es derzeit zu viele unbekannte Faktoren. Warum der 48-jährige Pilot, der im Schwarzwald gestartet und auf dem Weg nach Trier-Föhren war, den Weg über die Naßheck nahm, ist nicht geklärt. Der kürzeste und meist genutzte Weg nach Trier führt eigentlich über den Hunsrück. Zudem steht nicht fest, über welche Instrumentenausstattung das Flugzeug verfügte. Ein Navigationsgerät hätte den Mast zum Beispiel anzeigen müssen. Auch in den Karten sind Hindernisse wie der Sendemast eingezeichnet.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) kann keine Hinweise zur Unfallursache geben. Laut Unternehmenssprecherin Ute Otterbein liege der DFS keine Meldung vor, „da die verunfallte Maschine nicht auf einer Frequenz der Flugsicherung war“. Der Pilot befand sich demnach in einem Luftraum, der nicht durch die DFS kontrolliert wird. Zum Hintergrund: Der von der DFS kontrollierte Flugraum beginnt im Normalfall etwa bei einer Flughöhe von 10000 Fuß, also 3048 Meter. „Das ist aber regional unterschiedlich“, sagt Otterbein.

Über der Region Koblenz waren am Sonntagnachmittag auch andere Sportflugzeuge unterwegs – allerdings hauptsächlich über dem Neuwieder Becken, wo die Sicht im Normalfall besser ist, erklärt Jochen Ensel.

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