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Lützel

Nach dem Abriss von Maria Hilf: Pflegeeinrichtung auf Kirchengelände wächst in die Höhe

Stephanie Mersmann

Wenn eine Kirche abgerissen wird, dann ist das für viele Menschen nur schwer zu verkraften. „Es macht wehmütig, wenn sich die Kirche aus der Fläche zurückzieht“, findet auch Oberbürgermeister David Langner, der am Freitag beim Richtfest des Zentrums für Betreuung und Pflege an der Maria-Hilf-Kapelle sprach.

Wo früher die Maria-Hilf-Kirche stand, wächst nun eine Pflegeeinrichtung für 174 Senioren in die Höhe. Von der B 9 kurz vor der Europabrücke ist aber gut zu sehen: Die denkmalgeschützte Marienkapelle steht noch. Anders als die große Kirche wurde sie nicht abgerissen.
Wo früher die Maria-Hilf-Kirche stand, wächst nun eine Pflegeeinrichtung für 174 Senioren in die Höhe. Von der B 9 kurz vor der Europabrücke ist aber gut zu sehen: Die denkmalgeschützte Marienkapelle steht noch. Anders als die große Kirche wurde sie nicht abgerissen.
Foto: Sascha Ditscher

Das neue Pflegeheim, das derzeit in Lützel entsteht, ist untrennbar mit einer Kirche verbunden, die im vergangenen Jahr entweiht und abgerissen wurde.

Das Zentrum für Betreuung und Pflege wird seit dem Herbst genau da gebaut, wo bis vor einem guten Jahr die Pfarrkirche Maria Hilf stand. Seit den 50er-Jahren thronte diese an der Mayener Straße direkt oberhalb der B 9. „Ich bin groß geworden mit der Kirche an diesem Ort“, sagte der Koblenzer Langner. Gleichzeitig betonte er aber auch: Nichts ist beständiger als der Wandel – und bei der baufälligen Maria-Hilf-Kirche war der Wandel überfällig.

„Es war zeitgemäß zu überlegen, wie wir das Gelände weiterentwickeln“, so Langner – und mit der Lösung, zu der man gekommen ist, zeigte er sich sehr zufrieden. Die IFA Gesellschaft für Immobilien baut eine fünfgeschossige Einrichtung, in der 174 Senioren leben können.

120 Einzelzimmer wird es hier geben, 38 Appartements für betreutes Wohnen und 16 Tagespflegeplätze. „Im März 2019 soll es fertig sein“, kündigte IFA-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer bei dem Richtfest an.

„Es ist eine adäquate Anschlussnutzung“, befand er, und Langner pflichtete ihm bei. „Es ist eine zutiefst christliche Frage, welche Perspektiven wir für Ältere und Pflegebedürftige haben.“ Dass eine Senioreneinrichtung am bisherigen Standort einer Kirche entsteht, passt seiner Meinung nach gut. Und dass Koblenz wächst, habe auch damit zu tun, dass immer mehr Ältere zurück in die Stadt ziehen – der Bedarf ist also da.

Betreiber der Einrichtung ist die Korian-Gruppe, das größte Unternehmen im Bereich der Pflege und Reha in Europa. Die Wohneinheiten in dem Gebäude werden allesamt verkauft, in der Regel an Anleger.

Ein Stück der alten Maria-Hilf-Kirche gehört weiterhin zu dem Zentrum. Die denkmalgeschützte Marienkapelle, die mit der neueren Pfarrkirche verbunden war, blieb erhalten. Diese wird nun über einen überdachten Durchgang direkt mit dem Pflegeheim verbunden. Außerdem hat sie einen Eingang nach außen. Denn: Es handelt sich nicht um eine Kapelle der Einrichtung, sondern um das Gotteshaus der Pfarrei Maria Hilf.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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