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Koblenz

Musikerviertel auf dem Oberwerth: Bau schon ab Frühjahr?

Lange Zeit war es nur ein Projekt und ein Faltblatt mit attraktiven Fotos und ansprechenden Beschreibungen. Jetzt aber sieht es so aus, als würde das geplante Musikerviertel auf dem Oberwerth tatsächlich realisiert.

Wohnen statt Studieren – beziehungsweise statt Leerstand: Auf dem alten Uni-Campus auf dem Oberwerth soll ein neues Viertel entstehen.  Foto: Sascha Ditscher
Wohnen statt Studieren – beziehungsweise statt Leerstand: Auf dem alten Uni-Campus auf dem Oberwerth soll ein neues Viertel entstehen.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Noch ist zwar nicht allzu viel spruchreif, sagt Horst Wenner, Sprecher des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums, in dessen Verantwortungsbereich das Projekt liegt, da die Grundstücke (noch) dem Land gehören. Aber das Verkaufsverfahren, bei dem Interessenten für eins der drei Grundstücke oder für alle drei bieten konnten, ist im Frühjahr abgeschlossen worden. Und nun sind die Vertragsverhandlungen so weit, dass eigentlich nur noch Details und der Notartermin fehlen, außerdem die Beteiligung des Landtags. Wenn alles erledigt ist – und das wäre zum Jahresende durchaus realistisch -, dann könnte Anfang 2015 mit der Gestaltung des Viertels begonnen werden. Der Bebauungsplan ist rechtsgültig, von dieser Seite steht dem Vorhaben also nichts im Weg, so Horst Wenner.

Die Details vorzustellen, darin will man den Investoren natürlich nicht vorgreifen. Wenn er über das Gelände spricht, gerät Projektleiter Helmut Schneider aber geradezu ins Schwärmen. Die alte Bausubstanz, die unmittelbare Nähe zum Rhein in der vorderen Reihe, die Entwicklungsmöglichkeiten für hochwertige Wohnbebauung, die 100 Jahre Baugeschichte, die zum Beispiel in der alten Villa stecken – die Liste der Pluspunkte, die er nennt, will kaum enden. Und es gibt einen enormen Bedarf an Wohnungen, wie sie hier entstehen könnten, ist Schneider sicher: Schon lange bevor das Bieterverfahren überhaupt offiziell losging, haben sich immer wieder Interessenten in Listen aufnehmen lassen, ohne zu wissen, wie das Projekt tatsächlich einmal aussehen wird, berichtet der Projektleiter. "Hochwertige Wohnungen in dieser Form fehlen in Koblenz."

Wie genau das Wohngebiet in ein paar Jahren aussehen wird, ist jetzt noch nicht (öffentlich) bekannt. Aber einiges ist klar: Es gibt massenhaft Bestimmungen des Denkmalschutzes. So dürfen weder die alte Villa noch das Preußische Lehrerinnenseminar abgerissen werden. Allein dadurch wird sich der Charakter des Stadtteils zumindest nicht wesentlich verändern. Wie viele Wohnungen hier entstehen werden, das ist noch nicht bekannt, aber es kommt schon eine ordentliche Zahl zusammen, wenn man sich die Gebäude mal betrachtet, allen voran das Lehrerinnenseminar mit seinen mehr als 5000 Quadratmetern. Wenn man davon ausgeht, dass hier eher kleinere Wohnungen entstehen, könnten das in diesem Gebäude allein schon deutlich mehr als 50 werden.

"Es ist ein tolles Projekt", sagt Projektleiter Helmut Schneider. Und damit kehre der Oberwerth auch zu seinen Ursprüngen zurück, denn um 1900 sei er als Gartenstadt geplant gewesen. Sehr großzügig, sehr repräsentativ werde das neue Wohngebiet, ist Schneider sicher. Und allzu lange sollte das alles auch nicht mehr dauern: Wenn alles gut läuft, dann könnte man hier im Frühjahr schon Baubewegungen sehen.

Auf dem Gelände auf dem Oberwerth soll ein neues Wohngebiet entstehen. Der Verkauf steht kurz vor dem Abschluss.
Auf dem Gelände auf dem Oberwerth soll ein neues Wohngebiet entstehen. Der Verkauf steht kurz vor dem Abschluss.
Foto: -

Das Musikerviertel

"Wohnen am Wasser, wo Koblenz am schönsten ist": Unter dieser Überschrift läuft nun schon seit einiger Zeit die Vermarktung des Wohngebiets zwischen Schwimmbad und Mozartplatz. Die drei Grundstücke, um die es geht, gehören dem Land.

Los 1 "Urban": Dahinter verbirgt sich der Sportstättenkomplex, bestehend aus drei Hallen, einem Verwaltungstrakt mit Unterrichtsräumen und einem Schwimmbad. Das Grundstück hat eine Größe von knapp 6400 Quadratmetern. Die Sportstätten sollen abgerissen, die Tiefgarage erhalten bleiben.

Los 2 "Inmitten": Dieser Teil ist das Herzstück des Musikerviertels und hat eine Fläche von knapp 20 000 Quadratmetern. Auf dem Grundstück steht das Preußische Lehrerinnenseminargebäude mit mehr als 5100 Quadratmeter Nutzfläche. Dazu gibt es hier ein Seminar- und Hörsaalgebäude sowie denkmalgeschützte Doppelhäuser und ein Einzelwohnhaus aus dem Jahr 1926.

Los 3 "Villa": Auf dem etwa 1500 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem Freibad steht eine denkmalgeschützte Villa aus dem Jahr 1909 mit einer Nutzfläche von 700 Quadratmetern. Im rückwärtigen Teil des Geländes ist seit diesem Sommer die neue Kita Oberwerth angesiedelt.

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