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Mosel: Winzer rechnen mit vorzüglichem Jahrgang

"Gott schuf das Wasser, der Mensch jedoch den Wein", lautet ein weiser Spruch des französischen Schriftstellers Victor Hugo. Als geborene Optimisten und kluge Realisten wissen aber die Winzer, dass die Launen von Mutter Natur über die Qualität und Quantität eines Weinjahrganges entscheiden können. Das ist beim 2015er nicht anders.

Nicht in die Ferne, sondern in die Realität des Weinjahrgangs 2015 blickt Alexander Löhr. Der Alkener Winzer ermittelt mit dem Refraktometer die Öchslegrade in der Niederfeller Goldlay.
Nicht in die Ferne, sondern in die Realität des Weinjahrgangs 2015 blickt Alexander Löhr. Der Alkener Winzer ermittelt mit dem Refraktometer die Öchslegrade in der Niederfeller Goldlay.
Foto: Erwin Siebenborn

Von unserem Mitarbeiter Erwin Siebenborn

Für Weinbauberater Klaus Schmitt vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel spielen der Blüteverlauf, das Alter des Wingerts, die Bodenart und Wasserversorgung eine entscheidende Rolle. Deshalb zeigen die Entwicklung der Reben und die aktuellen Reifemessungen große Unterschiede von einem Weinberg zum anderen auf.

Die anhaltende Trockenheit von März bis Ende August und mehrere Hitzewellen verursachten nach seiner Erkenntnis ein permanentes Wasserdefizit. Vor allem junge Ertragsanlagen hatten zu leiden. Ältere Weinberge mit tiefgreifenden Wurzeln haben die Dürre besser verkraftet. Der in der vergangenen Woche gefallene Regen kam zur rechten Zeit und trägt zur Regeneration bei. Das DLR rät den Winzern, die Weinberge sorgfältig zu kontrollieren und sich auf eine flexible Lese einzustellen. Nach jetziger Einschätzung verspricht der Jahrgang auf gut versorgten Standorten eine hohe Qualität, allerdings geringere Erträge, betont der Experte.

Keine Probleme und eine sehr gute Entwicklung meldet Heidi Volk aus Spay. Die Winzerin vom Mittelrhein freut sich über den Top-Zustand und optimalen Behang ihrer Rebstöcke im Bopparder Hamm. Sie erwartet bei idealer Witterung einen guten Herbst. Verhalten optimistisch ist Gerhard Spurzem aus Güls. Der Winzer verspricht sich ein besonders gutes Rotweinjahr. Die roten Sorten hätten die Trockenheit besonders gut verkraftet und jeden Sonnenstrahl in Öchslegrade und Farbe verwandelt. Auch der Riesling werde seinem hohem Anspruch gerecht, wenn auch der Ertrag sehr überschaubar sein wird. Trockenschäden konnte das Gülser Weingut durch gezielte Bewässerung in Grenzen halten.

Das Weingut Fries in Winningen ist zufrieden mit dem Vegetationsverlauf und der Reifeentwicklung. Reiner Fries hegt vorsichtigen Optimismus, will aber keine Vorab-Lorbeeren verteilen. Der Alkener Winzer Alexander Löhr wollte es genau wissen und bestimmte mit dem Refraktometer den Zuckergehalt der Trauben in der Lage Niederfeller Goldlay. Die Riesling-Trauben verzeichneten zwischen 45 bis 50 Grad Öchsle, die Sorte Weißburgunder brachte es auf 50 bis 60 Grad und die Weißweinsorte Chardonnay auf Werte zwischen 55 und 68. Löhr rechnet bei guten Reifebedingungen mit einem vorzüglichen Jahrgang. Dies ist nach Einschätzung des Weinbau-Experten Thomas Ibald von der Landwirtschaftskammer Koblenz dann der Fall, wenn in den nächsten Wochen der Altweibersommer mäßige Temperaturen beschert und es weitgehend trocken bleibt.

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