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Messe RheinlandBau & Garten: Wie Strom im eigenen Haus erzeugt wird

Koblenz – Die Fachmesse RheinlandBau & Garten ist eröffnet. Noch bis einschließlich Sonntag zeigen rund 200 Aussteller Neuigkeiten rund ums Bauen und Renovieren. Zum Auftakt rechnete Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig vor: Es ist bereits die 33. Ausstellung am Wallersheimer Kreisel, bei der Innovationen am Bau Schwerpunkt sind. Doch noch nie waren Alternativen zur konventionellen Energieversorgung so stark vertreten wie dieses Mal.

War die Fotovoltaik in den vergangenen Jahren das Symbol für die Energiewende schlechthin, hat sich die Situation gewandelt. Da die staatliche Förderung des Solarstroms deutlich zurückgefahren wurde, drängen jetzt Alternativen zur Alternative auf den Markt. So zeigt die RheinlandBau & Garten, dass die Anbieter von Systemen zur Kraft-Wärme-Kopplung zurzeit die Nase vorn haben – auch weil sie für die unterschiedlichsten Gebäudegrößen liefern können. Dabei geht es darum, mit neuartigen Heizungsanlagen nicht nur Wärme, sondern auch Strom zu erzeugen, wobei der bevorzugte Brennstoff Erdgas ist. Aber eben nicht nur. Für abgelegenere Häuser, die nicht ans Netz angebunden sind, gibt es Alternativen für den Ölbetrieb. Der Hauptvorzug der Kleinst- und Kleinkraftwerke ist ihr hoher Wirkungsgrad – sowie die Tatsache, dass der produzierte Strom bis zu drei mal höher ist als der eigene Bedarf und ins Netz abgegeben werden kann. Mit dem erzeugten Strom werden Einnahmen erzielt, mit der sich die Mehrinvestitionen bereits mittelfristig amortisieren. Vorausgesetzt, die Geräte arbeiten mehr als 2500 Stunden im Jahr.

Zu viel Wärme verpufft

"Mit der Wärmemenge, die unsere Elektrizitätswerke als Abfallprodukt der Stromerzeugung einkalkulieren, könnte man den gesamten Heizenergiebedarf der Deutschen zweimal decken", betont Jörg Laarmann. Für den Geschäftsführer der Simmerner Niederlassung der Firma Senertec ist das ein Hauptargument für den Umstieg auf die dezentrale Energieversorgung. 25 000 Einheiten hat Senertec am Stammsitz in Schweinfurt bereits produziert. Da auch die Politik mitgezogen und eine lohnende Förderung auf den Weg gebracht hat, dürften es bald deutlich mehr werden. Und auch andere deutsche Hersteller setzen auf den Siegeszug der Kraft-Wärme-Kopplung.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die auch andere Systeme vermarkten. So zum Beispiel Sanevo aus Offenbach. Die Firma präsentiert auf der Fachmesse eine erdgasbetriebene Brennstoffzelle, die in Australien entwickelt wurde, aber in Deutschland hergestellt wird. Anders als bei der Kraft-Wärme-Kopplung muss man sich die Vorgänge im Inneren nicht als Verbrennungsvorgang vorstellen, sondern wie bei einer Batterie. Der Vorteil: Der eigene Strom kann extrem umweltfreundlich hergestellt werden.

Es gibt auch Nachteile

Der Nachteil der Brennstoffzelle, die für größere Gebäude entwickelt wurde: Die Wärme reicht aus, um Wasser zu erwärmen, heizt aber nicht das ganze Haus. Dazu kommt, dass es noch keine Förderprogramme gibt. Lediglich in Nordrhein-Westfalen sind die Überlegungen so weit gediehen, dass zumindest auf Landesebene in naher Zukunft mit einem Durchbruch gerechnet werden kann.

Dass sich durch eine strikte Kostenkontrolle relativ einfach hohe Einsparpotenziale erschließen lassen, zeigt zum Beispiel die Kevag. Das Koblenzer Unternehmen präsentiert, wie Glasfaserkabel für das schnelle Internet und den TV-Anschluss genutzt werden können. Es eignet sich auch für die Einbindung von Kontrollsystemen.

Reinhard Kallenbach

Koblenz
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