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    Mehr Hochzeiten in Koblenz: Standesamtliche Trauungen sind gefragter als kirchliche

    In Koblenz wird wieder öfter geheiratet – allerdings nur vor dem Standesamt: Im Jahr 2015 wurden 587 Ehen geschlossen. 2014 waren es noch 565, 2013 nur 537. Zehn Jahre zurück, also 2005, lag die Zahl sogar lediglich bei 496 Eheschließungen. Die kirchlichen Trauungen gehen indes immer weiter zurück.

    Den Ort für die standesamtliche Hochzeit einfach selbst auswählen: Das können Brautpaare nicht. Dennoch haben sie auch in Koblenz die Möglichkeit, auch außerhalb des Standesamtes den Bund fürs Leben einzugehen. So können sich angehende Eheleute im Kurfürstlichen Schloss oder auch auf Schloss Stolzenfels das Ja-Wort geben.
    Den Ort für die standesamtliche Hochzeit einfach selbst auswählen: Das können Brautpaare nicht. Dennoch haben sie auch in Koblenz die Möglichkeit, auch außerhalb des Standesamtes den Bund fürs Leben einzugehen. So können sich angehende Eheleute im Kurfürstlichen Schloss oder auch auf Schloss Stolzenfels das Ja-Wort geben.
    Foto: Annette Hoppen

    Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

    Dieser Trend hat derweil Einfluss auch auf den Ort des "Ja-Wort-Geschehens". War es früher üblich, den Bund fürs Leben formell im Standesamt und zeremoniell-festlich vor einem Traualtar in einer Kirche zu schließen, wählen Brautleute aus den verschiedensten Gründen heraus immer öfter einen außerkirchlichen festlichen Ort, um den Bund fürs Leben einzugehen. Standesamtlich kann in Koblenz so im Kurfürstlichen Schloss und auf Schloss Stolzenfels geheiratet werden. Bei sogenannten "freien Trauungen" sind den Brautleuten in Sachen Ortswahl keine Grenzen gesetzt. Vom Stattstrand bis zur Seilbahn: alles ist möglich.

    Mit dem Anstieg von standesamtlichen Trauungen liegt die Rhein-Mosel-Stadt voll im Landestrend. Denn auch Rheinland-Pfalz-weit ist die Zahl der standesamtlichen Eheschließungen 2015 gegenüber dem Vorjahr nach oben geklettert, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems kürzlich vermeldet hat. 2015 wurden demnach 20 341 Ehen geschlossen – 700 mehr als im Vorjahr. Laut Angaben der Behörde ist das die höchste Zahl an Eheschließungen seit zehn Jahren. Betrachtet man den Landesdurchschnitt, dann haben sich pro 1000 Einwohner fünf Paare das Ja-Wort gegeben. Gleichzeitig hat die Zahl der Ehescheidungen abgenommen. Wurden 2015 8835 Ehen aufgelöst, waren es 2014 noch 200 mehr.

    Gottes Segen erbitten dagegen immer weniger Paare für ihren Bund fürs Leben. "Nur noch rund jede fünfte standesamtliche Ehe mit mindestens einem evangelischen Partner, die im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland geschlossen wurde (22,7 Prozent), wird auch unter den kirchlichen Segen gestellt", heißt es im "Themenpaket Trauung", das der Evangelische Kirchenkreis Koblenz im Mai auch im Internet veröffentlicht hat: www.ku-rz.de/trauung.

    Die jüngsten Zahlen, die hier unter die Lupe genommen werden, stammen zwar von 2014, sprechen aber eine deutliche Sprache: Nur noch 4453 Paare aus dem Gebiet der rheinischen Kirche gaben sich auch in einer Kirche das Ja-Wort. 2012 ließen sich von insgesamt 21 485 Brautpaaren immerhin noch 4886 auch kirchlich trauen. Im Vergleich dazu: 1990 lag die Quote noch bei 33 Prozent. Damals wurden 35 647 standesamtlichen Eheschließungen gezählt, 11 637 Trauungen fanden parallel auch kirchlich statt. 2014 gaben sich noch 4453 Paare aus dem Gebiet der rheinischen Kirche das Ja-Wort vor dem Altar einer evangelischen Kirche.

    So sieht der Trausaal im Koblenzer Schloss aus – hier bei einer Präsentation mit Vertretern der Koblenz-Touristik und dem Oberbürgermeister
    So sieht der Trausaal im Koblenzer Schloss aus – hier bei einer Präsentation mit Vertretern der Koblenz-Touristik und dem Oberbürgermeister
    Foto: Koblenz-Touristik/Frey-Pressebil

    Nicht besser sieht es bei den Katholiken aus, wie die Zahlen des Bischöflichen Generalvikariats für das Dekanat Koblenz belegen. 1996 traten im Dekanat 267 vor den Traualter. 2015 hat sich diese Zahl mit 137 kirchlichen Trauungen fast halbiert, wobei es nach einem ersten Tiefpunkt in den Jahren 2007 und 2008 mit nur 132 Trauungen und 131 Trauungen im Jahr 2009 zunächst wieder einen Anstieg gab. So kletterte die Zahl die kirchlichen Trauungen von 2010 (154) bis 2014 (169) zunächst nach oben, stürzte aber im vergangenen Jahr dann doch wieder deutlich ab. Und das bei steigenden Zahlen standesamtlicher Trauungen, die in Koblenz, wie eingangs beschrieben, im vergangen Jahr bei 587 lagen.

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