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    Liebestolle Rehe sorgen in Koblenz und der Region für mehr Unfälle

    Rehböcke im Liebesrausch machen zurzeit die Straßen unsicher: Autofahrer müssen jederzeit damit rechnen, dass plötzlich Wild auf der Straße auftaucht. Es besteht akute Unfallgefahr.

    Warnschilder machen Autofahrer an der Hunsrückhöhenstraße auf die Gefahr aufmerksam.
    Warnschilder machen Autofahrer an der Hunsrückhöhenstraße auf die Gefahr aufmerksam.
    Foto: -

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

    Ursache ist die Paarungszeit der Rehe, die etwa von Mitte Juli bis Mitte August ihren Höhepunkt erreicht. Darauf weist der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz hin. In Rheinland-Pfalz kam es nach Angaben des Verbands im Jahr 2013 zu mehr als 20 000 Unfällen mit Wildtieren. Damit ist die Zahl insgesamt im Vergleich zum Vorjahr zwar deutlich gesunken, um rund 2000 Kollisionen. Aber wegen der aktuellen "Blattzeit" ist die Gefahr eines Wildunfalls aktuell besonders hoch.

    Die "Blattzeit": Dieser jagdliche Ausdruck für den Höhepunkt der Brunftzeit des Rehwildes leitet sich aus der Tradition ab, mithilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehs zu imitieren und so brunftige Böcke anzulocken. Auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und Konkurrenten durchstreifen in diesen Wochen die Böcke ihr Revier: "Dabei wird das Rehwild unvorsichtig und stürzt auch über Wege und Straßen", sagt Walter Kemp, Vorsitzender der Kreisgruppe Mayen-Koblenz im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz. In den Sommermonaten sei eine merkliche Steigerung von Unfällen mit Rehwild zu verzeichnen.

    Vor allem die Morgen- und Abendstunden sind gefährlich, aber auch den ganzen Tag über kommt es derzeit zu vermehrtem Wildwechsel. "Wenn Gefahrenschilder in Waldstücken vor Wildwechsel warnen, sollten Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren", empfiehlt daher Eberhard Glatz, Leiter des Koblenzer Forstamtes. Denn häufig folge dem ersten "verrückten Bock" ein weiteres Stück Wild oder auch Kitze - und das nicht nur in den Morgen- und Abendstunden, sondern zu jeder Tageszeit. Nach Angaben des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz erreicht ein nur 20 Kilogramm schweres Reh bei einer Kollision mit einem 70 Stundenkilometer schnellen Fahrzeug ein Aufprallgewicht von einer Tonne: "Da ist es wichtig, nicht ins Schleudern zu geraten und an einem Baum oder im Graben zu landen", warnt der Koblenzer Forstamtsleiter.

    Erhöhte Aufmerksamkeit verlangen derzeit aber nicht nur Rehe den Verkehrsteilnehmern ab. Auch zwischen Feldern gilt erhöhte Unfallgefahr: "Schwarzwild steckt häufig im Getreide oder in bis zu 1,50 Meter hohen Rapsschlägen, wenn dann in der Erntezeit der Mähdrescher naht, spritzen die Tiere fluchtartig nach allen Seiten davon", erklärt Jäger Walter Kemp. Unverhofft könne daher auch mal ein Wildschwein mitten auf der Straße stehen.

    Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle sichern und umgehend die Polizei informieren. Der Landesjagdverband weist darauf hin, dass verendete Wildtiere keinesfalls mitgenommen werden dürfen. Das wäre Wilderei.

    Koblenz
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